
Mensch und Maßnahme
Zur Dialektik von Ausnahmezustand und Menschenrechten- Autor:innen:
- Verlag:
- 2018
Zusammenfassung
Menschenrechte und Ausnahmezustand sind zwei Weisen, durch die der moderne Staat seine rechtliche Ordnung nicht nur begründet und erhält, sondern auch immer wieder durchbricht. Zwischen ihnen besteht ein Gegensatz: Wo der Ausnahmezustand erklärt wird, werden Menschenrechte eingeschränkt.
Während die beiden Phänomene in ihrem Zweck entgegengesetzt sind, sind sie allerdings in ihren Mitteln verbunden. Darauf beruht ihr dialektisches Verhältnis, das in diesem Buch als Zusammenhang von Berechtigung und Entrechtung ausgewiesen wird. Dazu diskutiert der Autor im ersten Teil die Theorien von Souveränität und Ausnahmezustand bei Carl Schmitt und Giorgio Agamben. Im zweiten, philosophisch und historisch argumentierenden Teil zeigt er auf, dass das für die Menschenrechtsidee konstitutive Konzept der Rechtsperson staatliches (Ausnahme-)Handeln nicht nur begrenzt, sondern es auch ermöglicht.
Die Analyse zielt darauf, das positive Potential der Menschenrechte gegen ihre negativen Effekte in Stellung zu bringen und so gegenüber einer Logik der Maßnahme zu verteidigen.
Für die diesem Buch zugrunde liegende gleichnamige Dissertation wurde Jonas Heller 2018 mit dem Werner Pünder-Preis ausgezeichnet.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2018
- ISBN-Print
- 978-3-95832-141-0
- ISBN-Online
- 978-3-7489-0159-4
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 350
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 8 Download Kapitel (PDF)
- Einleitung: Komplement und Antithese. Zur Beziehung von Ausnahmezustand und Menschenrechten Seiten 9 - 36 Download Kapitel (PDF)
- System und Aktion: Die Einheit der Verfassung
- Politische Methode und öffentliches Recht
- Souveränes Handeln und personale Entscheidung
- Staat und Person: Die Souveränität der Moderne
- Rechts-Ordnung als Staats-Recht: Der Primat der Form
- Relativer und radikaler Dezisionismus
- Juristisch oder politisch: Zwei Definitionen des Souveränitätsbegriffs
- Bodin oder Hobbes: Entscheidung oder Einheit
- Jenseits des Gesetzes: Das Vorpolitische bei Hobbes
- Jenseits der Natur: Die Politisierung des Vorpolitischen bei Schmitt
- Platonische Feindschaft: Zur Differenz von polémios und echthrós
- Politik und Leben
- Die »Eigenart« der Rechtsform
- Leben, formalistisch
- Forma substantialis in der Tradition: Aristoteles und Thomas von Aquin
- Substanz als Subjekt: Eine Umdeutung nach Hegel
- Reflexivität als Selbstdurchbrechung: Zur Theorie der Normativität bei Schmitt
- Entscheidendes und entrechtetes Subjekt: Von Schmitt zu Agamben
- Naturalisierung und Politisierung: Die Tötbarmachung des Lebens
- Ausnahmezustand als juristische Fiktion
- Agambens ›paradigmatische‹ Methode
- Souveränität als Struktur
- Leben, das unmittelbar politisch ist: Die Wende zur Moderne
- Gesetz ohne Gehalt: Das iustitium als Paradigma der Ausnahme
- ›Nomos‹ als Identität von Recht und Gesetz
- Form des Gesetzes: Materie ohne Inhalt
- Immanenz des Gesetzes und die Bedeutung des Lagers
- Zwischenbetrachtung: Theorie der juristischen Form nach Schmitt und Agamben
- Kategorien der Menschenrechte: liberal, sozial, politisch
- Ausnahme und Einschränkung: Die Menschenrechtspakte der Vereinten Nationen
- Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Frage der ›deprivation of life‹
- Gesetz und Verfassung: Die Verortung des Ausnahmezustands in Frankreich und der Türkei
- Ausnahmen jenseits der Menschenrechte
- Vereinzelter Mensch und kraftlose Rechte: Arendts Begriffskritik der Menschenrechte
- Das einzige Menschenrecht: Die Fähigkeit, beurteilt zu werden
- Das Paradox des Nationalstaats und die Aporie der Menschenrechte
- Die Eroberung des Staates durch die Nation oder die Problematik der Minderheiten
- Absolute Rechtlosigkeit und der Zwang zur Schuld
- Frankreich 1789: Die Einschreibung des Lebens in die Ordnung des Staates
- Die Rechte der Menschen und die Souveränität der Nation: Déclaration des droits de l’homme et du citoyen
- Bürger und Geflüchtete: Krise einer Differenz
- Die zwei Einwände gegen die Abstraktion der Menschenrechte
- Die rechtliche ›Versöhnung‹ totalitärer Politik und kapitalistischer Ökonomie
- Dialektik der Freiheit und Dialektik der Gleichheit: Vertrag und Person
- National-Ökonomie: Die ›Freiheit der Wirtschaft‹ und das ›Leben der Nation‹
- Personsein: Römisch und neuzeitlich
- Willkür und Autonomie: Die Verbindung des Privaten mit dem Öffentlichen
- Befähigung und Berechtigung: Rechtsfähigkeit als ›Recht auf Rechte‹
- Die Freiheit als Mittel des Rechts
- ›Personalisierung der Rechtslagen‹: Positivierung und Modernisierung nach Luhmann
- Das Potential der Person
- Potestas legislatoria: Verrechtlichung des Lebens im entstehenden Steuerstaat
- Rechte gegen Verrechtlichung
- Vom gemeinen zum eigenen Nutzen: Die Rechte der Ökonomie
- Verwaltung durch Freiheit: Die Bevölkerung als materia reipublicae
- ›Subjekt-Objekt‹: Zur Regierung von Naturalität bei Foucault
- Die Dialektik von Berechtigung und Entrechtung und der Aktionscharakter des modernen Rechts
- Recht als Intervention: Der Zusammenhang von Policey und Ökonomie
- Von der Prosperität zur Sekurität: Die moderne Frage von Sicherheit und Freiheit
- Schluss: Die Dialektik von Berechtigung und Entrechtung Seiten 353 - 362 Download Kapitel (PDF)
- Dank Seiten 363 - 364 Download Kapitel (PDF)
- Siglen Seiten 365 - 365 Download Kapitel (PDF)
- Literatur Seiten 366 - 350 Download Kapitel (PDF)



