
Jüdische Migration und Diversität in Wien und Berlin 1667/71–1918
Von der Vertreibung der Wiener Juden und ihrer Wiederansiedlung in Berlin bis zum Zionismus- Autor:innen:
- Verlag:
- 2022
Zusammenfassung
Das Leben und die Milieus der jüdischen Gemeinden in Wien und Berlin - die lange Geschichte einer Entfremdung.
Die lange Geschichte der mitteleuropäischen jüdischen Gemeinden in Berlin und Wien changierte zwischen Emanzipation und Diskriminierung. Wie ambivalent diese Entwicklung der Hauptstadtjuden war und wie schwer ihnen die Inklusion in die bürgerliche Gesellschaft gemacht wurde, zeigt Ingo Haar erstmals vergleichend und im langen Lauf auf. Die Diskriminierungen reichten von der Einkind-Politik Friedrich II. bis hin zur "Judenzählung" im Ersten Weltkrieg, von Zwangsausweisungen in Berlin bis zu beruflichen Anfeindungen in Wien.
Aber die Juden waren keine passiven Opfer. Durch die Revolution 1848 gestalteten sie die Moderne aktiv mit, bauten ihre Gemeinden neu auf, differenzierten sie institutionell aus und erzielten einen bemerkenswerten Bildungsaufstieg. Die großen Pogrome im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in Ost- und Südosteuropa stellten die geglückte Teilhabe der Juden an der bürgerlichen Gesellschaft aber auch in Mitteleuropa wieder in Frage. Daraus resultierte bereits vor dem Aufkommen des Nationalsozialismus das jüdische Projekt der Palästinabesiedlung sowie eine durch den Deutschnationalismus verursachte deutsch-jüdische Entfremdungsgeschichte. Mit seiner Studie bringt Ingo Haar somit das Thema der jüdischen Migration und Vielfalt neu in die Sozial- und Kulturgeschichte zurück.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2022
- ISBN-Print
- 978-3-8353-3976-7
- ISBN-Online
- 978-3-8353-4700-7
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 535
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Juden zwischen Moderne und Vormoderne Kein Zugriff
- Migration, Religion und Metropolenbildung: Zielsetzung und Forschungsstand Kein Zugriff
- Juden in Wien und Berlin in kulturhistorisch-vergleichender Perspektive der Migrationsforschung: Quellenbasis, Aufgaben und Rahmen Kein Zugriff
- 1.1 Zwischen kultureller Stigmatisierung und Vertreibung: 1539 bis 1669/71 Kein Zugriff
- 1.2 Die kaiserliche Judenpolitik und die Vertreibung der Juden aus Wien 1669/71 Kein Zugriff
- 1.3 Die Flucht der Wiener Juden und ihre Wiederansiedlung in Berlin ab 1671 Kein Zugriff
- 1.4 Samuel Oppenheimer und die Wiener »Hofjuden« Kein Zugriff
- 1.5 Die Politik der »Toleranz« in Wien: staatliche Repression, Ordnung der Finanzen und neue »Judenordnung« Kein Zugriff
- 1.6 Die Berliner Juden von Friedrich I. bis zum »Soldatenkönig« Friedrich Wilhelm I.: zwischen Konsolidierung und Vertreibung (1691–1740) Kein Zugriff
- 2.1 Die Vertiefung der kulturellen Kluft zwischen jüdischen Hoffaktoren und christlicher Gesellschaft: die Ausweisung der Juden aus Böhmen und die Proteste europäischer Staaten (1742–1748) Kein Zugriff
- 2.2 Die Juden Wiens zwischen Duldung und sozialer Inklusion: Maria Theresia und die Verstetigung jüdischen Lebens durch Besteuerung und Sozialkontrolle (1745–1766) Kein Zugriff
- 2.3 Friedrich II. und die Berliner Juden in der Aufklärungszeit: zwischen wirtschaftlicher Funktionalisierung und sozialer Segregation Kein Zugriff
- 3.1 Das Generalreglement von 1750 und die Juden in Berlin: von bevölkerungspolitischer Stigmatisierung bis zur Emanzipation 1812 Kein Zugriff
- 3.2 Das Toleranzpatent Josephs II. und die Anfänge der jüdischen Inklusion Kein Zugriff
- 3.3 Die »bürgerliche Verbesserung« der Juden als Programm der Assimilation Kein Zugriff
- 4.1 Neue Judenpolitik unter Franz I. von Österreich: Die Bedrohung der »Toleranz« durch die napoleonische Herausforderung Kein Zugriff
- 4.2 Die Aufhebung der Industrialisierungspläne für Wien und die wirtschaftliche Zurücksetzung jüdischen Neubürgertums ab 1800 Kein Zugriff
- 4.3 Bevölkerungsreduktion und bevölkerungspolitische Maßnahmen im Polizeistaat Kein Zugriff
- 4.4 Die Anti-Napoleon-Koalition und erste Angebote der gesellschaftlichen Inklusion ab 1810: Militärdienst, Nobilitierung und Gemeindebildung Kein Zugriff
- 5.1 Reform und Inklusion der Wiener Juden infolge des Wiener Kongresses Kein Zugriff
- 5.2 Gemeindebildung, Verstaatlichung der Religionspraxis und Vereinsbildung bis 1848 in Wien Kein Zugriff
- 5.3 Die Juden und die Revolution von 1848: demografischer Umbruch, politische Partizipation und liberale Bewegungen Kein Zugriff
- 6.1 Die Revolution 1848 und die Nationalstaatswerdung: die nachgeholte politische Gleichstellung der Juden in Wien Kein Zugriff
- 6.2 Parteien- und Nationenbildungen durch die Revolution von 1848: Juden zwischen Maschinenstürmerei, Gleichstellung und Nationalisierung Kein Zugriff
- 6.3 Vom Ende der Revolution von 1848: Vom Berliner Status quo und den neuen Rechten der Juden Wiens Kein Zugriff
- 7.1 Die Individualisierung und Gruppenbildung in den jüdischen Sozialmilieus: liberale Selbstorganisation, Zuwanderung und stadträumliche Differenzierung Kein Zugriff
- 7.2 Deutsches und österreich-ungarisches Großmachtstreben und die Judenfrage in Rumänien: von der Pariser Konvention (1858) zum Berliner Vertrag (1878) Kein Zugriff
- 8.1 Antisemiten, »Berliner Bewegung« und Rücknahme des Gleichstellungsgebots Kein Zugriff
- 8.2 Die Antisemiten-Petition und der deutsche Konservatismus: Mit der Henrici-Karte über Neu-Palästina in die Reichstagswahl von 27. Oktober 1881 Kein Zugriff
- 8.3 Die Pogrome 1881 in Russland und die deutsche Judenfrage: das Ende der liberalen Immigrationspraxis und das Grenzregime Bismarcks Kein Zugriff
- 9.1 Urbanisierung und Industrialisierung in Wien und Berlin: Vom Gemeinde und Infrastrukturausbau in der liberalen Zeit Kein Zugriff
- 9.2 Die jüdische Bevölkerungsentwicklung in Berlin und Wien: Zuwanderung nach Zahlen und regionaler Herkunft Kein Zugriff
- 9.3 Politische Partizipation im Spannungsfeld von sozialem Aufstieg und antisemitischer Ausgrenzung: das Beispiel Hermann Makower Kein Zugriff
- 9.4 Joseph Bloch als Gründungsfigur und Symbol der politischen Partizipation der Wiener Juden Kein Zugriff
- 9.5 Zur Modernisierung der Sozialstrukturen der Juden in Wien und Berlin: Bildungsexpansion und -erfolge Kein Zugriff
- 9.6 Zur Modernisierung der Sozialstrukturen der Juden in Wien und Berlin: Berufsentwicklung und Verbürgerlichung Kein Zugriff
- 9.7 Die Wiener Juden und die christsoziale Restauration Kein Zugriff
- 9.8 Der Ausbau der Gemeinden: interne Ausdifferenzierung und neue Berufsfelder Kein Zugriff
- 9.9 Jüdische Frauen und die Bildungsexpansion Kein Zugriff
- 10. Exkurs: Juden auf der Schwelle in das 20. Jahrhundert: zwischen Marginalisierung und Separierung Kein Zugriff Seiten 415 - 434
- 11.1 Die Lösung der »Judenfrage« und der Sozialimperialismus 1897–1914 Kein Zugriff
- 11.2 Die innenpolitische Abschwächung des Antisemitismus: die Beruhigung in der Polen- und Judenfrage Kein Zugriff
- 11.3 Österreich-Ungarn, die Balkankrise und die »Judenfrage« (1914–1918): die ethnopolitische Radikalisierung der europäischen Nationalismen Kein Zugriff
- 11.4 Die »Judenfrage« im Ersten Weltkrieg (1914–1918): Lagerbildung, Flüchtlingshilfe und Palästinalösung Kein Zugriff
- Schlusswort Kein Zugriff Seiten 489 - 500
- Verzeichnis der Abbildungen Kein Zugriff
- Abkürzungs-, Quellen- und Literaturverzeichnis Kein Zugriff
- Abkürzungen Kein Zugriff
- Ungedruckte Quellen Kein Zugriff
- Gedruckte Quellen Kein Zugriff
- Nachschlagewerke und Handbücher Kein Zugriff
- Forschungsliteratur vor und nach 1945 Kein Zugriff
- Namensregister Kein Zugriff
- Dank Kein Zugriff Seiten 535 - 535




