
Unerhörte Klänge
Zur performativen Analyse und Wahrnehmung posttonaler Musik und ihren historischen Voraussetzungen- Autor:innen:
- Reihe:
- Studien und Materialien zur Musikwissenschaft, Band 125
- Verlag:
- 10.08.2023
Zusammenfassung
Das Buch versucht ein in der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung gewinnendes Verständnis von „Musik als Wahrnehmungskunst“ (Helmut Lachenmann) für die Musikwissenschaft fruchtbar zu machen: Die ineinander verschränkten Konzepte der performativen Analyse und des performativen Hörens rücken Wahrnehmungsprozesse ins Zentrum musikologischer Methodik. Zum einen wird dabei die zentrale Stellung von Klang, Zeit und Raum in der neuen Musik seit 1900 in breite musikhistorische und -ästhetische Diskurse eingebettet, zum anderen wird mit dem Prinzip der musikalischen Morphosyntax klangliche Materialität als Ausgangspunkt hörend-analytischer Aktivität begriffen. Wahrnehmung posttonaler Musik ist als performative Aktivität durch die Erfahrungen des Alltags- und Musikhörens vielfältig ausgestaltbar und dabei durch eine Verflechtung von morphologischen und metaphorischen Schichten geprägt. Die Analysen werfen so neue Perspektiven auf ein breites Spektrum posttonaler Instrumentalmusik von Arnold Schönberg, Edgard Varèse, Giacinto Scelsi, Bernd Alois Zimmermann, György Ligeti, Pierre Boulez, Morton Feldman, György Kurtág, Helmut Lachenmann, Brian Ferneyhough, Gérard Grisey, Salvatore Sciarrino und Isabel Mundry.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2023
- Erscheinungsdatum
- 10.08.2023
- ISBN-Print
- 978-3-487-16330-7
- ISBN-Online
- 978-3-487-42366-1
- Verlag
- Georg Olms Verlag, Baden-Baden
- Reihe
- Studien und Materialien zur Musikwissenschaft
- Band
- 125
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 490
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 8 Download Kapitel (PDF)
- Vorwort Seiten 9 - 12 Download Kapitel (PDF)
- Einleitung Seiten 13 - 22 Download Kapitel (PDF)
- Posttonale Musik als Forschungsgegenstand: Desiderate und Potenziale
- Wahrnehmungsdiskurse: Zur Forderung der performativen Analyse
- Klang und Form als musikästhetische Dichotomie
- Befreiungsdiskurse in der Musik des 20. Jahrhunderts: Die Emanzipation des Klangs
- Die Klangkomposition der 1960er bis 80er Jahre und die Wiederkehr der Klang-Form-Dichotomie
- Klang als Materialität und Metapher
- Historische und terminologische Voraussetzungen
- Morphologie von Klangereignissen, -zuständen und -transformationen
- Voraussetzungen einer Theorie der musikalischen Morphosyntax
- Sprachliche und musikalische Syntax
- Exkurs 1. Musikalische Alltagssprache?
- Exkurs 2. Cages Emanzipation der Klänge: Ende der musikalischen Syntax?
- Morphosyntaktische Elemente in Alltagswahrnehmung und musikalischem Hören
- Syntaxmodelle tonalen Hörens: Bach, Mozart, Schönberg
- Arnold Schönberg, Klavierstück op. 11, Nr. 3 (1909)
- Morton Feldman, Triadic Memories für Klavier (1981)
- Helmut Lachenmann, Kontrakadenz für Orchester (1970–71)
- Isabel Mundry, Ich und Du für Klavier und Orchester (2008)
- Kognitivistische Expektanzforschung und performative Analyse von Erwartungssituationen
- ‚Imprévu‘ und Kontextualisierung in Franz Schuberts Sinfonie h-Moll D 759
- Poetologie und Wahrnehmung musikalischer Erwartungssituationen nach 1945
- Zur ‚kybernetischen‘ und ‚absurden‘ Form bei György Ligeti
- Arnold Schönberg, Klavierstück op. 11, Nr. 3
- Gestaltknoten und serielle Struktur in Pierre Boulez’ Structures Ia (1951)
- Mikrostruktur und Gestaltknoten
- Disposition und Erfassen der Makroform: gestörte Symmetrien und performative Verknüpfungen
- Morphosyntaktische Textur- und Klangraumstrukturierung in den Strukturen 3, 6 und 11
- Formdramaturgien in den Einspielungen der Structures Ia
- György Ligetis Kyrie (1963–65) zwischen Kontur und Klangmasse
- Durchhörbare Gitterstrukturen: Ligetis Continuum für Cembalo solo (1968)
- Exkurs: Steve Reichs Drumming (1970–71)
- Spektrale Dimensionen komplexer Klang-Räume: Edgard Varèses Intégrales (1924–25)
- Makro- und Mikrostruktur von Scelsis Wellenformen (Trio à cordes, 1958)
- „Die erste Bewegung des Unbewegten“: Der Innenraum von Scelsis Klangstrukturen (Quartetto No. 4, 1964; Anahit, 1965)
- Zum Ineinandergreifen von Verräumlichung und Linearität (I presagi, 1958; Chukrum, 1963)
- Von der elektronischen Skizze zur performativen Umsetzung (Tre canti sacri, 1958)
- Architektur und Prozess in der energetischen Form von Gérard Griseys Partiels (1975)
- Figur und Wahrnehmung
- Kategorien des Schließens in der musikalischen Moderne, von Sciarrinos Webern aus betrachtet
- Schlussbildung und Unabschließbarkeit
- Zur semantisierten Morphosyntax in Le Ragioni delle conchiglie (1986)
- 2.2.4 Perforierte Zeit und morphosyntaktisches Netzwerk: György Kurtágs Officium breve (1988–90)
- Räumlichkeit als Spannungsfeld musikalischer Zeiterfahrung
- Drei Archetypen musikalischer Zeiterfahrung: verräumlichte, transformatorische und präsentische Zeit
- Historische Genealogie des Präsenzhörens
- Tratto (1966–67): Das Oszillieren von Prozess und Präsenz
- Photoptosis für Orchester (1968): Metaphorisierung der Zeitebenen
- Kraftlinien in Incipits (1996)
- Funérailles (1969/78/80) und die Störung von Prozessualität
- Time and Motion Study II (1973–76): Komplexität, Energie, Fidelity
- Geräuschdebatten
- Morphosyntaktische Analyse (1): Verräumlichte Zeit
- Morphosyntaktische Analyse (2): Transformatorische Zeit
- Morphosyntaktische Analyse (3): Präsentische Zeit
- Divergierende Verzeitlichungen: Die klanglichen Interpretationen von Pression
- Performance-Analyse (1): Verräumlichte Zeit
- Performance-Analyse (2): Transformatorische Zeit
- Performance-Analyse (3): Präsentische Zeit
- Performatives Hören
- Analyse 1: Gran Torso als diskursive Form
- Analyse 2: Gran Torso als Fragment- oder Momentform
- Subversion der Kategorien
- Ausblick: Erlebte Strukturen in der Klang-Zeit Seiten 425 - 428 Download Kapitel (PDF)
- Textnachweise Seiten 429 - 432 Download Kapitel (PDF)
- Bibliographie Seiten 433 - 478 Download Kapitel (PDF)
- Register Seiten 479 - 490 Download Kapitel (PDF)




