Unerhörte Gräber
Bestattungsnarrative in Gewaltdiskursen nach 1945- Autor:innen:
- Reihe:
- Studien zur vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft, Band 5
- Verlag:
- 2022
Zusammenfassung
Die Studie nimmt ihren Ausgang von dem Spannungsfeld, das zwischen der kulturwissenschaftlichen Beschreibung des Bestattungsrituals und dem literarischen Erzählen seines Scheiterns abgesteckt werden kann. Ausgehend von der Annahme, dass das um 1900 in ethnologischen und soziologischen Texten erarbeitete Schema der ›Rites de Passage‹ narrativ strukturiert ist, lässt sich der Dreischritt aus Trennung, Übergang und Angliederung als ›Bestattungsnarrativ‹ deuten, das den Abschluss der Trauer um die Toten organisiert. Im Zusammenhang mit Gewaltdiskursen nach 1945, in denen Bestattungen oft ausbleiben, wird der literarische Text zum wichtigen Medium der Auseinandersetzung mit den Grenzen der ritualisierten Ausgliederung von Gewaltopfern: Bestattungsnarrationen wie Bachmanns »Das Buch Franza«, Gordimers »The Conservationist« oder Morrisons »Beloved« stellen Inszenierungen unabgeschlossener Trauer dar, durch die das etablierte Narrativ um fragende und klagende Stimmen erweitert wird.
Reihe
Studien zur vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft - Band 5
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2022
- ISBN-Print
- 978-3-8498-1800-5
- ISBN-Online
- 978-3-8498-1801-2
- Verlag
- Aisthesis, Bielefeld
- Reihe
- Studien zur vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft
- Band
- 5
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 357
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 8
- I.1 Ausgangsbeobachtungen und Anliegen der Arbeit Kein Zugriff
- I.2 Forschungsstand, Anlage und Aufbau Kein Zugriff
- II.1 Vom Umgang mit den Toten: „Rites de Passage“ als Paradigma Kein Zugriff
- II.2.1 Dichotomien und funktionale Formalismen – Vorläufer des Strukturschemas Kein Zugriff
- II.2.2 Symbolisierung des Todes im Zweitbestattungsmodell – Robert Hertz’ „Contribution à une étude sur la représentation collective de la mort“ Kein Zugriff
- II.3.1 Mythen, Jenseitsvorstellungen, symbolische Sinnwelten – narrative Strukturen im Bestattungskontext Kein Zugriff
- II.3.2 Bestattung als Erzählschema – Zirkulation eines latenten Narrativs Kein Zugriff
- III.1 Performativität und Formalität: Grundlagen und Implikationen einer performativitätstheoretischen Lektüre des Bestattungsnarrativs Kein Zugriff
- III.2.1 Ritual und performative Sprache: Formalität/Performanz in der Ritualtheorie Kein Zugriff
- III.2.2 ‚Ursprüngliche Performativa‘: Formalität/Performanz in der jüngeren Sprachphilosophie Kein Zugriff
- III.2.3 Latente Performanz/Performativität: Das Bestattungsnarrativ als performative Etablierung einer Form Kein Zugriff
- III.3.1 Strukturelle Performativität und (literarische) Form: Setzung und Zersetzung narrativer Strukturen im Text Kein Zugriff
- III.3.2 Die ‚untote‘ Formlogik des Übergangs: Selbstbezüglichkeit und Transformation ritualisierter Erzählformen im Bestattungskontext Kein Zugriff
- III.3.3.1 „Tell my Horse“: Literarisierte Zweitbestattung als Gegennarrativ Kein Zugriff
- III.3.3.2 Formale Revision narrativierter Bestattungen in „Their Eyes were watching God“ Kein Zugriff
- IV.1 Der andere Umgang mit den Toten im Text: Narrative Inszenierungen der Bestattung von Gewaltopfern nach 1945 Kein Zugriff
- IV.2.1.1 „[T]he aberration of talking to oneself “: Unabgeschlossene Rituale, abgebrochene Kommunikation Kein Zugriff
- IV.2.1.2 „[A] step away from the aberration of talking to oneself “: Erweiterte Rituale, integrative Kommunikation Kein Zugriff
- IV.2.2.1 „Describe that if you know how“: Liminale Inszenierung struktureller Gewalterfahrungen Kein Zugriff
- IV.2.2.2 „Worthwhile things that needed doing“: Metalepse und Integration Kein Zugriff
- IV.3.1.1 Liminalität, auf Dauer gestellt – I: Fehlerhafte Bestattungen in „Das Buch Franza“ Kein Zugriff
- IV.3.1.2 Vom „Friedhof der Töchter“ ins „Tal der Könige“: Inszenierungen geschändeter Gräber und Versuche performativer Wiederherstellung Kein Zugriff
- IV.3.1.3 Ägyptische Finsternis: Gescheiterte eingliedernde Ausgliederungen und ihre narrative Inklusion Kein Zugriff
- IV.3.2.1 Liminalität, auf Dauer gestellt – II: „Beloved“ als narrative Inszenierung des ‚offenen Grabs‘ der Sklaverei Kein Zugriff
- IV.3.2.2 Schallraum der Untoten: „Beloved“ als performative Klage Kein Zugriff
- IV.3.2.3 Narrative Inklusion ritualisierter Exklusion: „Beloved“ als Textgrab Kein Zugriff
- V.1 Bestattung als Erzählverfahren: Setzung und Verhandlung eines Narrativs Kein Zugriff
- V.2 Untote Reflexionsfiguren, Textgespräche, Textgräber: plurale Bestattungsnarrationen in Gewaltdiskursen nach 1945 Kein Zugriff
- VI. Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 341 - 352
- VII. Personenregister Kein Zugriff Seiten 353 - 353
- VIII. Sachregister Kein Zugriff Seiten 354 - 356
- Dank Kein Zugriff Seiten 357 - 357





