
Selbst- und Weltverhältnisse
Leiblichkeit, Polykontexturalität und implizite Ethik- Autor:innen:
- Verlag:
- 2018
Zusammenfassung
Die in diesem Buch vorgelegten Studien befassen sich mit menschlichen Sinnkrisen sowie mit den Versuchen, die damit einhergehenden Risse und Brüche wieder zu reparieren – sei es im Wahnerleben einer Psychose, in der Zufluchtnahme zu (zivil-)religiösen Formen oder in der Suche nach Erlösung im terroristischen Gewaltakt. Will man die dem Menschen typischen Probleme auf einer tiefen Ebene verstehen, ist es notwendig, sich mit ontologischen und erkenntnistheoretischen Fragen – also mit Metaphysik – zu beschäftigen. Denn Menschen finden ein Sein nicht vor, vielmehr erschaffen sie innerhalb des Kreislaufs von Erkennen und Handeln miteinander ihre eigene Welt. Sie können nicht anders, als in ihrem Denken und Erleben eine Welt hervorzubringen. Mit Blick auf diese Tatsache zeigen sich in den genannten Beispielen mehr Gemeinsamkeiten, als gemeinhin anzunehmen ist. In jedem dieser Fälle wird eine typische epistemische Weichenstellung getroffen, entsprechend der sich der Mensch in imaginäre Projektionen verwickelt, die seinen Lebensvollzug zugleich real wie auch zwingend erscheinen lassen. Es zeigt sich, dass die Mittel, welche zunächst als Lösung erschienen, schnell zum Problem mutieren können. »Sucht und Pathologie« stellen »die andere Seite der biologischen Anpassung« dar, dies hat bereits Gregory Bateson festgestellt. Was ist also, wenn Worte, Denken und das damit einhergehende Fühlen – also all das, was den Menschen hilft, ihr Ich-Selbst aufzubauen – nun zum Problem werden? Und zwar nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Mitwelt? Das führt unweigerlich zu ethischen Fragen, dem wichtigsten Projekt dieses Buches: In kritischer Auseinandersetzung mit der philosophischen Ethik soll nochmals intensiver – gewissermaßen in einer zugleich abstrakteren wie auch konkreteren Weise – über das von Wittgenstein aufgeworfene Desiderat der impliziten Ethik nachgedacht werden.
Publikation durchsuchen
Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2018
- ISBN-Print
- 978-3-8452-9106-2
- ISBN-Online
- 978-3-8452-9106-2
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 292
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 6 Download Kapitel (PDF)
- Vorwort Seiten 7 - 10 Download Kapitel (PDF)
- Einstieg Seiten 11 - 28 Download Kapitel (PDF)
- Phänomenologische Schnitte
- Empirische Metaphysik und ihre reflexionslogische Infrasprache
- Das Selbst im Kontext von Leib, Sprache und Reflexion
- Polykontexturale Verhältnisse
- Vermittlung im Wahn
- Polykontexturale Psychotherapieforschung
- Religiöse Praxen als polykontexturale Lagerungen
- Arrangements aus Praxis, Glauben und Erleben
- Transzendenz in der Immanenz?
- Felder epistemischer Ambivalenz
- Konstellationen (selbst-)mörderischer Akte
- Arrangements des Terrors
- Epilog
- Einstimmung und Problemaufriss
- Heinz von Foerster – die Verbindung von Ethik und Epistemologie
- Tugendhats Arbeiten zur Ethik
- Wittgensteins Spuren folgen – von der Egozentrik zur Mystik
- Stanley Cavell – Tragödie und implizite Ethik
- Die Fäden zusammenführen: implizite Ethik unter dem Blickwinkel von Polykontexturalität
- Literatur Seiten 271 - 286 Download Kapitel (PDF)
- Personenregister Seiten 287 - 292 Download Kapitel (PDF)



