
Form und Sensibilität
Leiblichkeit in den Künsten- Herausgeber:innen:
- Verlag:
- 2015
Zusammenfassung
Die Frage nach der Form von Kunstwerken und künstlerischer Praxis ist vielfach weitgehend getrennt von derjenigen nach der Leiblichkeit von Künstlern und Rezipienten abgehandelt worden. Künstlerische Form, so scheint es, hat zwar immer eine sinnliche Komponente, die aber eher auf eine purifizierte, von manifester Körperlichkeit bereinigte Sinnlichkeit bezogen ist – dieses Kantische Motiv zieht sich noch durch die zeitgenössischen Ästhetiken, die auf die eine oder andere Weise an Kant anschließen, indem sie etwa ästhetische Erfahrung in den Mittelpunkt stellen. Körper kommen dann ins Spiel, wenn es um Emotionalität geht, was eher mit den Motiven von Ausdruck und Wirkung zusammengebracht wird als ausgerechnet mit der Form, oder wenn Präsenz als gesteigerte Wirklichkeit evoziert und gefordert wird.
Die Beiträge dieses Bandes gehen insofern einen anderen Weg, als sie weniger von Körpern, sondern von Leiblichkeit sprechen und dies im phänomenologischen Sinne als spezifische Organisationsweise menschlicher Erfahrung begreifen, die nicht auf Affektivität reduziert und auf die manifeste Interaktion von Körpern festgelegt werden kann. In diesem Sinne sind (künstlerische) Form und Leiblichkeit immer durcheinander vermittelt, indem sowohl für Künstler als auch für Rezipienten eine immer bereits geformte oder zu formende Sinnlichkeit angesprochen ist, die nicht rein zu haben ist. Im Hintergrund steht dabei kein „Leib“ als Entität transfigurierter Körperlichkeit, sondern sensible Formen artikulierter Erfahrung, die jeweils sehr unterschiedlich sind, aber immer mit der spezifischen Opazität und Brüchigkeit menschlicher Leiblichkeit zu tun haben. Es folgt noch ein weiterer, letzter Band (4) zu Fragen des Verhältnisses der Medialität zur Leib-Körper-Differenz.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2015
- ISBN-Print
- 978-3-958-32051-2
- ISBN-Online
- 978-3-8452-7743-1
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 212
- Produkttyp
- Sammelband
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 7 - 16
- Ethik und Ästhetik bei Kant und Levinas Kein Zugriff Seiten 17 - 28 Inga Römer
- Auge und Hand – Ohr und Stimme? Künstlerisches Handeln als Artikulation der Sinnlichkeit Kein Zugriff Seiten 29 - 48 Christian Grüny
- Leiblichkeit und Schauspielkunst. Über Erscheinungen menschlicher Exzentrizität Kein Zugriff Seiten 49 - 58 Jörg Sternagel
- (Leibliche) Kommunikation im Tanz. Zum Wechselspiel von Form und Improvisation im Tango Argentino Kein Zugriff Seiten 59 - 74 Miriam Fischer-Geboers
- Überlegungen zu einer Ontologie der Kleidung Kein Zugriff Seiten 75 - 90 Norbert Axel Richter
- Bildstörung. Zu Gerhard Richters übermalten Fotografien Kein Zugriff Seiten 91 - 118 Andreas Cremonini
- Das Zugrundegehen des Bildes Kein Zugriff Seiten 119 - 140 Stefan Kristensen
- Somatische Defizite. Eine Skizze Kein Zugriff Seiten 141 - 152 Claus Volkenandt
- McLuhans Zeh und Musils Fliegenpein. Pathosformeln der Defiguration Kein Zugriff Seiten 153 - 178 Friedrich Balke
- Über das Kitzeln Kein Zugriff Seiten 179 - 188 Kathrin Busch
- Körper und Künste. Für eine Somästhetik Kein Zugriff Seiten 189 - 212 Richard Shusterman




