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Moral und Hypermoral

Eine pluralistische Ethik
Autor:innen:
Verlag:
 2016

Zusammenfassung

Auch seine letzte Monographie "Moral und Hypermoral" sah Gehlen in der direkten Nachfolge seines anthropologischen Hauptwerkes "Der Mensch". Insofern verstand er seinen Entwurf einer "pluralistischen Ethik" als Konkretisierung seiner Lehre vom Menschen. In diesem Buch, das eine "Genealogie der Moralen" entwickeln will, stellte sich Gehlen die Aufgabe, Anthropologie, Verhaltensforschung und Soziologie so zu verbinden, daß vier voneinander nicht ableitbare Ethosformen empirisch freigelegt werden könnten: von einem aus der „Gegenseitigkeit" entwickelten Ethos über "Eudaimonismus" und "Humanitarismus" bis hin zu einem Ethos der Institutionen einschließlich des Staates. Gehlen wollte der "abstrakten Ethik der Aufklärung" widersprechen, wie sie beispielsweise in Voltaires Diktum zum Ausdruck kam, nach welchem es nur eine Moral gebe, so "wie es nur eine Geometrie gibt". Systematisch geht es in erster Linie um eine anthropologische Begründung der Ethik, d.h. um eine "Mehrheit moralischer Instanzen" und "Sozial-Regulationen". Diese werden nicht evolutionär interpretiert, d.h. als Fortschritt von der Nahethik zu einer schließlich weltumspannenden Moralität. Manche Moralen können als instinktnah angenommen werden, andere ergeben sich aus den Notwendigkeiten bestimmter Institutionen. Immer jedoch sind sie kulturell geformt und zugleich auf unterschiedlichen Ebenen der Abstraktion angesiedelt. Es bleibt im Zuge einer neuerlichen Rezeption von Moral und Hypermoral die These zu prüfen, ob die Modellvorstellung eines unversöhnlichen Pluralismus moralischer Normen eine Dimension des Ethischen zum Ausdruck bringt, die in den evolutiven Konzepten der ethischen Anpassung an je höhere gesellschaftliche Synthesen unterschätzt wird. Insofern gehört dieses Buch in den Zusammenhang einer philosophisch-soziologischen Grundlagenforschung, wie sie seit Max Scheler und Helmuth Plessner als Philosophische Anthropologie durchgeführt wurde und welche Arnold Gehlen – von den Elementarbeständen der menschlichen Existenz bis zur Analyse der modernen Malerei – mit so viel Sachhaltigkeit weiterverfolgt hat.

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Bibliographische Angaben

Auflage
7/2016
Copyrightjahr
2016
ISBN-Print
978-3-465-04280-8
ISBN-Online
978-3-465-14280-5
Verlag
Klostermann, Frankfurt am Main
Reihe
Klostermann Rote Reihe
Band
5
Sprache
Deutsch
Seiten
196
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten I - 6
  2. 1. Antisthenes Kein Zugriff Seiten 7 - 16
  3. 2. Zenon Kein Zugriff Seiten 17 - 30
  4. 3. Pluralismus Kein Zugriff Seiten 31 - 40
  5. 4. Disposition. Ethos der Gegenseitigkeit Kein Zugriff Seiten 41 - 48
  6. 5. Physiologische Tugenden Kein Zugriff Seiten 49 - 74
  7. 6. Humanitarismus Kein Zugriff Seiten 75 - 90
  8. 7. Institutionen Kein Zugriff Seiten 91 - 98
  9. 8. Der Staat Kein Zugriff Seiten 99 - 118
  10. 9. Religion und Ethik, neuer Stil Kein Zugriff Seiten 119 - 140
  11. 10. Moralhypertrophie Kein Zugriff Seiten 141 - 166
  12. 11. Die gute Sache und das Gewissen Kein Zugriff Seiten 167 - 178
  13. 12. Über Sprachlosigkeit und Lüge Kein Zugriff Seiten 179 - 188
  14. Personenregister Kein Zugriff Seiten 189 - 193
  15. Sachregister Kein Zugriff Seiten 194 - 196

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