
Assyrische Rechtsprechung im 1. Jahrtausend v. Chr.
- Autor:innen:
- Verlag:
- 2020
Zusammenfassung
Betina Faist bietet eine systematische Darstellung der Rechtsprechung in neuassyrischer Zeit aufgrund einer eingehenden Untersuchung der überlieferten Keilschrifttexte. Den methodischen Ausgangspunkt bildet die Analyse der sprachlichen Gestaltung der Texte, die Erforschung der relevanten Begriffe und Ausdrücke sowie die kritische Betrachtung der verfügbaren Quellen hinsichtlich ihrer thematischen Aussagekraft. Dieser philologisch-historische Ansatz wird durch den Vergleich mit anderen Epochen der keilschriftlichen Überlieferung und mit anderen Rechtskreisen ergänzt. Die zur Verfügung stehenden Quellen stammen aus dem „lebenden“ Recht der Assyrer. Es handelt sich an erster Stelle um Urkunden in neuassyrischer Sprache und Schrift, die im Rahmen der Austragung und Beilegung von privaten Rechtsstreitigkeiten niedergeschrieben wurden. Diese zeichnen sich durch ihre formale Vielfalt aus, was sie von den anderen großen Urkundengattungen wie z.B. Kaufverträgen und Schuldurkunden, die einem einheitlichen Formular folgen, unterscheidet. Die in den Prozessurkunden dokumentierte Rechtsprechung betrifft hauptsächlich privatrechtliche Auseinandersetzungen („Zivilgerichtsbarkeit“). Rechtsstreitigkeiten, die öffentliche Interessen tangieren, d. h. den König, den Palast (als Institution) oder die Tempel betreffen, werden nicht beurkundet, aber in der königlichen Korrespondenz thematisiert. Aus diesem Befund lässt sich eine mehr oder minder bewusste Unterscheidung zwischen individuellen und kollektiven Interessen, zwischen Unrecht gegen einen Mitmenschen und Unrecht gegen den „Staat“, zwischen „privatem“ und „öffentlichem“ Recht ableiten. Dagegen wird zwischen Privat- und Strafrecht nicht differenziert.
Ein Anhang bietet Editionen von 14 beispielhaften Texten. Umfangreiche Verzeichnisse der untersuchten Urkunden vervollständigen die Studie.
Betina Faist offers a systematic presentation of the jurisprudence in the Neo-Assyrian period based on a detailed examination of the traditional cuneiform texts. The methodological starting point is the analysis of the linguistic design of the texts, the research of the relevant terms and expressions as well as the critical examination of the available sources with regard to their thematic significance. This philological-historical approach is supplemented by a comparison with other epochs of the cuneiform tradition and with other legal circles. The sources available come from the “living” law of the Assyrians. First and foremost, these are documents in Neo-Assyrian language and script that were written down in the context of the settlement and settlement of private legal disputes. These are characterized by their formal diversity, which sets them apart from the other major types of documents such as A distinction is made between sales contracts and debt certificates, which follow a uniform form. The jurisprudence documented in the procedural documents mainly concerns disputes under private law (“civil jurisdiction”). Legal disputes affecting public interests, d. H. relating to the king, the palace (as an institution) or the temples are not recorded, but are discussed in royal correspondence. From this finding a more or less conscious distinction between individual and collective interests, between injustice against a fellow human being and injustice against the “state”, between “private” and “public” law can be derived. In contrast, no distinction is made between private and criminal law.
An appendix offers editions of 14 exemplary texts. Extensive lists of the documents examined complete the study.
Reihe
E009677100 - Band 15
Schlagworte
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2020
- Copyrightjahr
- 2020
- ISBN-Print
- 978-3-96327-092-5
- ISBN-Online
- 978-3-96327-093-2
- Verlag
- Zaphon, Münster
- Reihe
- dubsar / Altorientalistische Publikationen / Publications on the Ancient Near East
- Band
- 15
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 378
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt Kein Zugriff
- Vorwort Kein Zugriff
- Abkürzungen Kein Zugriff
- 1.1 Auswahl des Themas Kein Zugriff
- 1.2 Ziel und Methode Kein Zugriff
- 1.3 Aufbau der Arbeit Kein Zugriff
- Assur (Qal'at Širqāt) Kein Zugriff
- Nīnuwa/Ninive (Nainawa) Kein Zugriff
- Kalḫu (Nimrūd) Kein Zugriff
- Imgur-Enlil/Illil (Balāwāt) Kein Zugriff
- Dūr-Katlimmu (Tall Šēḫ Hamad) Kein Zugriff
- Guzāna (Tall Halaf) Kein Zugriff
- Būr-mar'īna (Tall Ši'ūḫ Fawqānī) Kein Zugriff
- Ma'allānāte Kein Zugriff
- Gaziantep Kein Zugriff
- Samerīna/Samaria (Sabastīya) Kein Zugriff
- 2.2.1 Die Prozessurkunden nach ihrem Formular Kein Zugriff
- 2.2.2 Die Prozessurkunden nach ihrer Funktion Kein Zugriff
- 2.2.3 Die Prozessurkunden nach ihrem Erscheinungsbild Kein Zugriff
- 2.2.4 Die Prozessurkunden nach der assyrischen Terminologie Kein Zugriff
- 1. Der Siegelvermerk Kein Zugriff
- 2. Die Einleitungsklausel Kein Zugriff
- 3. Der Gerichtsgangvermerk Kein Zugriff
- 4. Die Sachverhaltsermittlung Kein Zugriff
- 5. Das Beweisverfahren Kein Zugriff
- 6.1 Durch den Richter Kein Zugriff
- 6.2 Durch die Parteien (Prozessvergleich) Kein Zugriff
- 7. Der Leistungsvermerk Kein Zugriff
- 8.1 Klageverzichtsklauseln Kein Zugriff
- 8.2.1 Geldstrafe Kein Zugriff
- 8.2.2 Androhung göttlicher Intervention Kein Zugriff
- 8.3 Vertragsstrafe Kein Zugriff
- 8.4 Bürgschaft und Pfand Kein Zugriff
- 9. Das Datum Kein Zugriff
- 10. Die Zeugen Kein Zugriff
- 11. Zusatzklauseln Kein Zugriff
- 4.1 Der soziale Hintergrund der Parteien Kein Zugriff
- 4.2 Die Prozessfähigkeit von Frauen, Sklaven und Fremden Kein Zugriff
- 4.3 Die Streitgegenstände Kein Zugriff
- 4.4 Außergerichtliche Einigungen Kein Zugriff
- 5.1 Die Richter Kein Zugriff
- 5.2 Die Rolle des Königs Kein Zugriff
- 5.3 Götter als Richter Kein Zugriff
- 5.4 Hilfspersonal Kein Zugriff
- 5.5 Ort und Zeit des Gerichts Kein Zugriff
- 6.1 Die Prozesseinleitung Kein Zugriff
- 6.2.1 Die Aussagen der Parteien Kein Zugriff
- 6.2.2.1 Zeugenbeweis Kein Zugriff
- 6.2.2.2 Urkundenbeweis Kein Zugriff
- 6.2.2.3 Eid Kein Zugriff
- 6.2.2.4 Gottesurteil (Ordal) Kein Zugriff
- 6.2.2.5 Auf frischer Tat ertappt Kein Zugriff
- 6.2.2.6 Anscheinsbeweis Kein Zugriff
- 6.2.2.7 Geständnis Kein Zugriff
- 6.3 Die Streitbeilegung Kein Zugriff
- 7.1 Charakterisierung Kein Zugriff
- 7.2 Vollstreckung Kein Zugriff
- 7.3 Anfechtung Kein Zugriff
- 8.1 Zusammenfassung Kein Zugriff
- 8.2 Prozessgrundsätze Kein Zugriff
- 8.3 Formen der Gerichtsbarkeit Kein Zugriff
- Text 1: VAT 20374 Kein Zugriff
- Text 2: VAT 9745 Kein Zugriff
- Text 3: VAT 19169 Kein Zugriff
- Text 4: VAT 20387 Kein Zugriff
- Text 5: VAT 19493 Kein Zugriff
- Text 6: VAT 20369 Kein Zugriff
- Text 7: VAT 9312 Kein Zugriff
- Text 8: VAT 9370 Kein Zugriff
- Text 9: VAT 15579 Kein Zugriff
- Text 10: VAT 19510 Kein Zugriff
- Text 11: VAT 20398 Kein Zugriff
- Text 12: VAT 20691 Kein Zugriff
- Text 13: VAT 20792 Kein Zugriff
- Text 14: VAT 20798 Kein Zugriff
- Anhang 2: Die Typologie der Prozessurkunden Kein Zugriff Seiten 276 - 297
- Anhang 3: Die Gerichtsorganisation Kein Zugriff Seiten 298 - 307
- Anhang 4: Die Datierung der Prozessurkunden Kein Zugriff Seiten 308 - 310
- Konkordanz der Prozessurkunden in diesem Band Kein Zugriff
- Konkordanz der Prozessurkunden in Jas 1996 Kein Zugriff
- Literatur Kein Zugriff Seiten 321 - 346
- Quellen Kein Zugriff
- Quellen aus der mesopotamischen Gelehrtentradition Kein Zugriff
- Neuassyrische Begriffe aus dem Bereich des Prozessrechts Kein Zugriff
- Ortsnamen Kein Zugriff
- Personennamen Kein Zugriff
- Sachregister Kein Zugriff





