
Der morsche Baum
Verkehrssicherheit und Fahrlässigkeit in der Rechtsprechung des Reichsgerichts- Autor:innen:
- Reihe:
- Rechtsprechung, Band 30
- Verlag:
- 2013
Zusammenfassung
Die Fallstudie führt zu Fundamenten des deutschen Haftungsrechts. Das Umstürzen eines morsch gewordenen Baumes stellte das deutsche Reichsgericht im Jahr 1902 vor die Frage, ob ein Baumeigentümer dem geschädigten Grund- stücksnachbarn zum Ersatz verpflichtet ist. Das Reichs- gericht beantwortete diese im BGB nicht ausdrücklich geregelte, auf der Schnittstelle zwischen Eigentumsfreiheit, Sozialbindung des Eigentums und Haftungsausgleich liegende Frage mit einer folgenreichen Begründung, die anmutet wie die Erfindung der Interessenjurisprudenz vor Philipp Heck. Die Studie ergründet die methodischen Leitlinien und rechtspolitischen Motive des heute viel zitierten, aber wenig gelesenen Urteils. Die Überzeugungen jener Reichs- gerichtsräte von richterlicher Freiheit und sozial gerechter Risikoverteilung bieten ein Beispiel dafür, wie Richter im Kaiserreich auf die Kodifikation des BGB reagierten. Ausgehend von dem Begründungskonzept der Reichsgerichtsräte wird die Entwicklung der Verkehrspflichthaftung im 20. Jahrhundert analysiert, die aus geltendrechtlicher Perspektive bisweilen als ausufernd und problematisch aufgefasst wird. Ein interdisziplinärer Erklärungsansatz beleuchtet die Bedeutung irrationaler Entscheidungsfindung im Bereich des richterlichen Fahrlässigkeitsurteils und zeigt, dass kognitions- und gedächtnispsychologische Erkenntnisse auch für die rechtshistorische Forschungsarbeit fruchtbar gemacht werden können.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2013
- ISBN-Print
- 978-3-465-04088-0
- ISBN-Online
- 978-3-465-14088-7
- Verlag
- Klostermann, Frankfurt am Main
- Reihe
- Rechtsprechung
- Band
- 30
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 312
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten I - X
- Vorwort Kein Zugriff Seiten XI - XII
- Ausgangspunkt. Verkehrspflichthaftung 2009 Kein Zugriff Seiten 1 - 32
- Kap. 1: Das Urteil Kein Zugriff Seiten 33 - 68
- Kap. 2: Der 6. Senat Kein Zugriff Seiten 69 - 86
- Kap. 3: Die Methode Kein Zugriff Seiten 87 - 198
- Kap. 4: Die soziale Dimension Kein Zugriff Seiten 199 - 230
- Kap. 5: Ein morsches Haftungsmodell? Kein Zugriff Seiten 231 - 266
- Zusammenfassung der Ergebnisse Kein Zugriff Seiten 267 - 270
- Anhang 1 Kein Zugriff Seiten 271 - 278
- Anhang 2 Kein Zugriff Seiten 279 - 286
- Anhang 3 Kein Zugriff Seiten 287 - 294
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 295 - 306
- Personen- und Sachregister Kein Zugriff Seiten 307 - 312




