
Gottes Wort und Menschenherrschaft
Politisch-Theologische Sprachen im Europa der Frühen Neuzeit- Autor:innen:
- Verlag:
- 2015
Zusammenfassung
Als Folge der Reformation verzahnten sich in Europa neuerlich Religion und Politik besonders intensiv. Die Forschung ist bislang davon ausgegangen, dass dies zu strikten Abgrenzungen der Konfessionen untereinander geführt habe; sichtbar geworden sei dies nicht zuletzt im Streit über das Widerstandsrecht gegen einen tyrannischen Herrscher, das Calvinisten betonten, während Lutheraner es ablehnten. Luise Schorn-Schütte, eine international renommierte Historikerin auf dem Gebiet der Frühen Neuzeit, ist nach langjährigen Forschungen zu differenzierteren Erkenntnissen gelangt und entwickelt sie in ihrem ebenso informativen wie spannenden jüngsten Werk.
Sie zeigt, dass seit 1529 unter den Protestanten im Alten Reich in der Tat eine intensive Widerstandsdebatte geführt wurde. Ihre Träger waren Juristen ebenso wie Theologen, Politiker und Politikberater. Sie verwandten ein europaweit bekanntes Vokabular, das sich zu politisch-theologischen Sprachen entwickelte, die in ganz Europa eingesetzt und verstanden wurden, zumal sie an europäische Rechtstraditionen anknüpften. In der Analyse der Diskussionen erweist sich indes die Zuordnung von calvinistisch/widerstandslegitimierend und lutherisch/untertanengehorsam als Konstruktion der Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2015
- ISBN-Print
- 978-3-406-68235-3
- ISBN-Online
- 978-3-406-68236-0
- Verlag
- C.H.BECK Literatur - Sachbuch - Wissenschaft, München
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 304
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 10
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 11 - 13
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 13 - 17
- 1. Political language, Begriffsgeschichte und Institutionentheorie Kein Zugriff Seiten 17 - 20
- 2. New History of Ideas – Historische Semantik – «Denkrahmen», «Streitkulturen» Kein Zugriff Seiten 20 - 23
- 3. Das Politische in der Frühen Neuzeit: Traditionen und Stand der Forschung Kein Zugriff Seiten 23 - 31
- 1.1 Protestation und Verteidigungsbündnis Kein Zugriff
- 1.2. Juristische und theologische Argumente: Gegenwehr und Notwehr Kein Zugriff
- 1.3. Der Charakter der Obrigkeiten im Reich Kein Zugriff
- 1.4. Theologisch-juristische Differenzierungen bis 1546 Kein Zugriff
- 2.1. Die Argumentation hochadliger Herrschaftsträger: Legitimation von Gewalt als gerechter Krieg Kein Zugriff
- 2.2.1. Die Entwicklung bei den Theologen Kein Zugriff
- 2.2.2. Die Entwicklung bei den Juristen Kein Zugriff
- 2.2.3. Das Magdeburger Bekenntnis vom April 1550 Kein Zugriff
- 2.3. Die Argumente der katholischen Seite Kein Zugriff
- 3.1. Konsequenzen aus der Ablehnung des Interim: Reichsstädte, Hansestädte Kein Zugriff
- 3.2. Wider das Schelten von den Kanzeln: Zensur und Kanzelpolemik Kein Zugriff
- 3.3. Predigten im politischen Konflikt Kein Zugriff
- 3.4. Zwischenergebnis Kein Zugriff
- 3.5.1. Gesamtentwürfe Kein Zugriff
- 3.5.2. Ein Recht auf Notwehr? Kein Zugriff
- 3.5.3. Eine katholische Variante der politica christiana zu Beginn des 17. Jahrhunderts? Kein Zugriff
- 4.1. Die Trägergruppen. Soziale Herkunft und Verflechtung Kein Zugriff
- 4.2.1. Traditionen der Reformdebatte Kein Zugriff
- 4.2.2. Neue theologische Aspekte Kein Zugriff
- 4.2.3. Juristische Kategorien Kein Zugriff
- 1.1. Die Exiltheologen und die Magdeburger Confessio Kein Zugriff
- 1.2. Geistliches Wächteramt und Herrscherkritik Kein Zugriff
- 2.1. Frühe Kommunikation im Exil bis zum Magdeburger Bekenntnis Kein Zugriff
- 2.2. Beza, die Monarchomachen und eine «prophetische Politik» der protestantischen Geistlichkeit Kein Zugriff
- 3.1. Konfessionelle Vielfalt in den Niederlanden: Die Kirchen unter dem Kreuz Kein Zugriff
- 3.2. «Die Obrigkeit führt das Schwert, um die Frommen zu schützen und die Bösen zu strafen» Kein Zugriff
- 4.1. Verfassung und Recht als Instrumente zur Verteidigung der Glaubensfreiheit Kein Zugriff
- 4.2. Die Vokabeln der politisch-theologischen Sprache Kein Zugriff
- 5.1. Von der «pluralistischen Reformation» zu den «dissidentes de religione» Kein Zugriff
- 5.2. Reformation und städtische Autonomie im königlichen Preußen Kein Zugriff
- IV. Politisch-theologische Sprachen im 16./17. Jahrhundert: Europa (fast) ohne Sonderwege Kein Zugriff Seiten 185 - 197
- Anmerkungen Kein Zugriff Seiten 197 - 261
- Quellen- und Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 261 - 283
- Abkürzungen und Siglen Kein Zugriff Seiten 283 - 285
- Bildnachweis Kein Zugriff Seiten 285 - 287
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 287 - 291
- Ortsregister Kein Zugriff Seiten 291 - 295
- Sachregister Kein Zugriff Seiten 295 - 304
- Zum Buch Kein Zugriff Seiten 304 - 304
- Über die Autorin Kein Zugriff Seiten 304 - 304




