
Nähe auf Distanz
Eine Sozialtheorie menschlicher Begegnungen mit und nach Maurice Merleau-Ponty- Autor:innen:
- Verlag:
- 2024
Zusammenfassung
Das Telefongespräch, die Videokonferenz oder ein Treffen, bei dem durch Schutzkleidung oder Trennwände ein Abstand besteht: Begegnungen auf Distanz prägen zunehmend unseren Alltag. Klassische Theorien der Interaktion, die von Situationen unmittelbar physisch-körperlicher Nähe ausgehen, haben diese meist nicht face-to-face stattfindenden Begegnungen als defizitär beschrieben. Deren bestimmte Qualität mussten sie daher verfehlen. Antonia Schirgi schließt diese Forschungslücke unter Rückgriff auf die Philosophie Maurice Merleau-Pontys. Ihr phänomenologisch orientierter, sozialtheoretischer Zugang eröffnet eine nuancierte Perspektive auf nahe und distanzierte Begegnungen, indem er vor allem die multisensorische Wahrnehmung, den Begriff der Situation sowie die Relation von Menschen und Dingen in den Blick nimmt. Die Studie greift so die Stärken von Merleau-Pontys Denken produktiv auf, führt es weiter und beleuchtet zudem die Übersetzung von dessen Werken ins Deutsche kritisch.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2024
- ISBN-Print
- 978-3-95832-375-9
- ISBN-Online
- 978-3-7489-4747-9
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 377
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 8 Download Kapitel (PDF)
- 1.1 Über die Distanz und die Nähe der Ferne
- 1.2 Nähe auf Distanz – eine alltägliche Problematik
- 1.3.1 Mit Merleau-Ponty zu einer soziologischen Theorie der Begegnung auf Distanz
- 1.3.2 Merleau-Ponty und die Soziologie
- 1.3.3 Begrifflichkeiten
- 1.3.4 Theoriebegriff und theoretischer Anspruch
- 1.4 Anmerkungen zum Material
- 1.5 Ausblick: Aufbau des Buches
- 2.1 Le monde sensible
- 2.2.1 Le corps und la chair: Körper, Leib, Fleisch?
- 2.2.2.1 Ein anti-dualistisches Körperverständnis
- 2.2.2.2.1 Das Körperschema als situative Einheit
- 2.2.2.2.2 Das Körperschema als intersensorielle Einheit
- 2.2.2.2.3 Das Körperschema als sensomotorische Einheit
- 2.2.2.2.4 Das Körperschema als intrasensorielle Einheit
- 2.2.2.2.5 Vom Körperschema zum Körper zwischen Physischem und Digitalem
- 2.2.2.2.6 Le corps comme puissance: Der Körper als ›Vermögen zu‹
- 2.3.1.1 Gestaltpsychologischer Hintergrund
- 2.3.1.2 Die Wahrnehmung und die Welt: Kommunikation der beiden sensibles
- 2.3.1.3 Perspektivität der Wahrnehmung
- 2.3.1.4 Wahrnehmung und die Struktur der Welt: Le monde comme mode d’écart ou système d’équivalences
- 2.3.1.5 Wahrnehmung und Bewegung
- 2.3.1.6 Halluzinationen und die Frage nach der ›Wahrheit‹ der Wahrnehmung
- 2.3.1.7 Ambiguität in der Wahrnehmung
- 2.3.1.8 Selbstwahrnehmung und Doppelberührung
- 2.3.1.9 Wahrnehmung der Welt als Distanz und Nähe
- 2.3.2.1 Bewegung und Verhalten
- 2.3.2.2 Konkrete und ›virtuelle‹ Bewegung
- 2.3.2.3 Die Strukturen des Verhaltens und der Synkretismus
- 2.3.2.4.1 Die Gewohnheit im Frühwerk
- 2.3.2.4.2 Das Phantomglied und die Kollektivität der Gewohnheit
- 2.3.2.4.3 Praxis und Struktur: Merleau-Ponty, Bourdieu und das Fußballfeld
- 2.3.2.5 Der Ausdruck: Zusammenfassende Betrachtungen
- 2.3.3.1 Räumlichkeit der Welt: Höhe und Breite
- 2.3.3.2 Situation im monde sensible
- 2.3.3.3 Synkretistische Gestalten
- 2.3.3.4 Schlaf, Mythos und eine Reise
- 2.4.1 Die menschliche Koexistenz
- 2.4.2 Die ontogenetische Entwicklung und die Erfahrbarkeit des Selbst
- 2.4.3 Körperliche Reversibilität, körperliche Dialektik und intercorporéité
- 2.4.4 Exkurs: Die Rezeption der intercorporéité in der (deutschsprachigen) Soziologie
- 2.4.5 Koexistenz, intercorporéité und Distanz
- 2.5.1 La chair du corps et du monde
- 2.5.2 La promiscuité: Die (Ver-)Mischung
- 2.5.3 La profondeur: Die Tiefe von voyant und visible
- 2.5.4 La chair zwischen Nähe und Distanz
- 2.6.1 Der affizierbare Körper
- 2.6.2 Fragilität, Verletzbarkeit, Vulnerabilität
- 2.6.3 Affizierbarkeit, Verletzbarkeit und die Distanz
- 3.1 Natur und Kultur
- 3.2.1 Andere als Kulturgegenstände, Kulturgegenstände und andere
- 3.2.2 An der:dem Anderen vorbei: Wie Merleau-Ponty andere nicht versteht
- 3.2.3 Das ›Erscheinen‹ anderer in ›meiner‹ Welt
- 3.2.4 Gemeinsam die Welt wahrnehmen
- 3.2.5 Residuen des Singulären: Erlebter Solipsismus
- 3.3.1 Le monde culturel und die Sprachen
- 3.3.2 Das Sprechen oder der ›Lärm‹
- 3.3.3 Das vielfältige Schweigen
- 3.3.4 Les bruits et les silences à distance: Das Problem von Ausdruck und Ausdruckswahrnehmung auf Distanz
- 3.4 Gemeinsam sprechen: Der Dialog
- 3.5.1 Emotionen: Ein negativer Bestimmungsversuch
- 3.5.2 Institutionen
- 3.5.2.1 (Kindliche) Eifersucht
- 3.5.2.2 Scham und Zurückhaltung
- 3.5.2.3 Liebe, Institution und Konstellation
- 3.6 Die Situation im monde culturel und die Wahrnehmung des monde culturel auf Distanz
- 4 Zusammenfassende Betrachtung der Möglichkeit von Begegnungen auf DistanzSeiten 308 - 321 Download Kapitel (PDF)
- 5.1 Eine deskriptive Untersuchung des Problems menschlicher Begegnungen auf Distanz (mithilfe der Philosophie Merleau-Pontys)
- 5.2 Die Distanz in Merleau-Pontys Philosophie: Ergänzungen
- 5.3 Eine Sozialtheorie menschlicher Begegnungen auf Distanz und die (weitere) Öffnung von Merleau-Pontys Philosophie für die Soziologie
- 6 Von den Begriffen, die nicht ›da‹ waren, und dem Satz, der fehlte: Ein NachwortSeiten 337 - 338 Download Kapitel (PDF)
- 7 LiteraturSeiten 339 - 377 Download Kapitel (PDF)




