
Deutscher Nationalismus und Judenhass
Die Ursprünge des modernen Antisemitismus und die Anfänge der Wissenschaft des Judentums 1813–1819- Autor:innen:
- Verlag:
- 2026
Zusammenfassung
Wie der moderne Antisemitismus im Kontext der deutschen Nationalbewegung des frühen 19. Jahrhunderts entstand Moderner Antisemitismus und deutscher Nationalismus haben gemeinsame Wurzeln. Als die Erwartungen der deutschen Nationalbewegung auf einen Nationalstaat nach den antinapoleonischen Kriegen 1813/15 nicht erfüllt werden, schlägt Hoffnung um in Ressentiment. Der aus dem Geist von 1813 erwachsene »Volkshass«, wie ihn die Wortführer der deutschen Nationalbewegung Ernst Moritz Arndt und Friedrich Ludwig Jahn zunächst gegen Frankreich und den revolutionären Geist von 1789 richteten, wendet sich nun gegen die Juden. Der seit Jahrhunderten tradierte religiöse Antijudaismus wird zur modernen Judenfeindschaft umgeformt und avanciert zum Grundelement des deutschen Nationalismus. Nicht erst 1879 kommt es zu einem Antisemitismusstreit: Professoren wie Friedrich Rühs und Jakob Friedrich Fries schreiben schon 1815/16 aggressive Pamphlete gegen die deutschen Juden. Werner Treß zeichnet die Kontroverse der Jahre 1815 bis 1819 nach. Er weist nach, welchen Einfluss die judenfeindlichen Schriften von Arndt, Rühs und Fries auf Ereignisse wie den Tugendbundstreit 1815, das Wartburgfest 1817 und die Hep-Hep-Krawalle 1819 hatten und zeigt, wie jüdische Gelehrte mit wissenschaftlichen Publikationen auf die Anfeindungen reagierten und damit den Grundstein für die »Wissenschaft des Judentums« als moderne, kritische Disziplin zur Erforschung jüdischer Geschichte, Literatur und Religion legten.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2026
- Copyrightjahr
- 2026
- ISBN-Print
- 978-3-8353-6159-1
- ISBN-Online
- 978-3-8353-9349-3
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 549
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt Kein Zugriff
- 1. Spezifizierung von Thema und Fragestellung Kein Zugriff
- 2. Judenfeindschaft als Leitmotiv des deutschen Nationalismus vor 1871: ein Forschungsdesiderat in der Geschichtswissenschaft? Kein Zugriff
- 3. Probleme der Typologoisierung und Periodisierung von deutschem Nationalismus und Antisemitismus Kein Zugriff
- 4. Eingrenzung des Untersuchungszeitraums Kein Zugriff
- 5. Eingrenzung und Kontrastierung der zu untersuchenden Quellen Kein Zugriff
- 6. Theoretische Grundlegungen zum Widerstreit von Wissen und Weltanschauung im Kontext des ›Strukturwandels der Öffentlichkeit‹ Kein Zugriff
- 1. Grundprobleme im deutschen Nationsbildungsprozess an der Schwelle zur Moderne Kein Zugriff
- 2. Das Scheitern der deutschen Verfassungsfrage auf dem Wiener Kongress Kein Zugriff
- 3. Das Ringen um die Frage des Bürgerrechts für die Juden auf dem Wiener Kongress Kein Zugriff
- 4. Zwischen Bürgerrecht und Ausweisung. Die rechtliche Lage der Juden im Deutschen Bund nach dem Wiener Kongress Kein Zugriff
- 1. Von der religiösen zur politisch motivierten Judenfeindschaft. Die Beispiele Johann David Michaeli und Johann Gottlieb Fichte Kein Zugriff
- 2. Die Formierung des judenfeindlichen Motivs in der deutschen Nationalbewegung vor 1815 Kein Zugriff
- 3. Der Begriff des »deutschen Volkes« und seine theologische Überformung in der deutschen Nationalbewegung Kein Zugriff
- 4. Aneignungen aus dem Alten Testament. Die nationalreligiöse Wendung des christlichen Antijudaismus zur modernen Judenfeindschaft Kein Zugriff
- 5. Die Verquickung der Ressentiments gegen Frankreich und gegen den modernen Staat als Elemente ihrer politich-weltanschaulichen Bündelung in der deutschen Judenfeindschaft Kein Zugriff
- 6. Das Befreiungsmotiv in der deutschen Nationalbewegung und seine Abwendung von der modernen Freiheitsidee Kein Zugriff
- 7. Der »Deutsche Bund« und die »deutsche Frage« im Widerstreit der Geschichtsschreibung Kein Zugriff
- 8. Von der »glorreichen Befreiung Deutschlands«, seiner »gemeinsamen Verfassung« und der Gefahr für seinen »inneren Rechtszustand« Kein Zugriff
- 9. Die mehrstaatliche Ordnung Deutschlands als Faktor der politischen Radikalisierung in der deutschen Nationalbewegung – die Beispiele vom Stein, Görres und Jahn Kein Zugriff
- 10. Ernst Moritz Arndt und die Verquickung des romantisch-organologischen Volksnationalismus mit dem Judenhass Kein Zugriff
- 1. Friedrich Rühs und der Auftakt zur Kontroverse Kein Zugriff
- 2. Saul Aschers Nationalismuskritik und Entgegnung auf Rühs in »Die Germanomanie« (1815) Kein Zugriff
- 3. Der Tugendbundstreit und der Skandal um die Posse »Unser Verkehr« als direkte Vorläufer der Kontroverse um Rühs Kein Zugriff
- 4. Die zweite Ausgabe von Rühs’ Schrift und ihre Verbreitung als Flugschrift Kein Zugriff
- 5. Die Erweiterung zur deutschlandweiten Kontroverse durch Jakob Friedrich Fries Kein Zugriff
- 6. Die jüdischen Studenten Leopold Zunz und Sigmund Zimmern erwidern auf ihre Professoren Rühs und Fries Kein Zugriff
- 7. Die Repliken der Lehrer an jüdischen Reformschulen 1816 /17 – Die Beispiele Weil, Hess, Wolf und Salomon Kein Zugriff
- 8. Rühs’ Schrift »Die Rechte des Christenthums und des deutschen Volks« und seine Erwiderung auf Hess. Eine Radikalisierung der Judenfeindschaft Kein Zugriff
- 9. Zur Rezeption der Kontroverse um die Schriften von Rühs und Fries im Spiegel der Tagespresse. Ein Überblick unter besonderer Berücksichtigung der Freien und Hansestädte Kein Zugriff
- 1. »Wehe über die Juden« – Das Wartburgfest 1817 und die Haltung des Ministers Goethe Kein Zugriff
- 2. »Pereat!« Das Attentat auf Kotzebue 1819 und der Bruch zwischen Goethe und der Jenaer Burschenschaft Kein Zugriff
- 3. Die Hep-Hep-Krawalle 1819 Kein Zugriff
- 4. Die Gründung der Wissenschaft des Judentums Kein Zugriff
- Bilanz und Perspektiven Kein Zugriff Seiten 493 - 504
- Dank Kein Zugriff Seiten 505 - 508
- Quellen Kein Zugriff
- Literatur Kein Zugriff
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 543 - 548





