
Der Westerborkfilm
Bilderwanderung und Holocausterinnerung- Autor:innen/Herausgeber:innen:
- |
- Reihe:
- Film-Erbe
- Verlag:
- 2025
Zusammenfassung
Die Aufnahmen aus dem sogenannten "Westerborkfilm" zählen heute zu den am häufigsten verwendeten Archivaufnahmen im Rahmen der Holocausterinnerung – darunter das Gesicht der Sintizza Settela Steinbach im Deportationszug nach Auschwitz. Im Frühjahr 1944 wird im Auftrag der SS im Judendurchgangslager Westerbork in den besetzten Niederlanden, wo auch Anne Frank inhaftiert war, ein Film gedreht. Auch die Abfertigung eines Zuges, der fast 1000 Personen nach Bergen-Belsen und Auschwitz deportiert, wird aufgezeichnet. 1956 verwendet Alain Resnais Einstellungen dieser Szenen in seinem Film "Nuit et Brouillard". Damit beginnt die Bilderreise des Westerborkfilms, der bald zum festen Bestandteil einer neu entstehenden, empathischen Holocaust-Erinnerung wird und heute zu ihren Bildikonen gehört. Fabian Schmidts Buch erzählt seine Rezeptionsgeschichte auf der Basis empirisch gewonnener Filmdaten, beginnend mit den Kriegsverbrecherprozessen über die Verwendung in den Kompilationsfilmen der 1960er Jahre und die Wiederentdeckung des Materials als Dokument in den 1990er Jahren bis zu seiner Aufnahme ins UNESCO Weltdokumentenerbe 2017. Im Dialog mit dieser Migration und Transformation wird, anhand von Zeitungsrezensionen sowie Bezugnahmen in Geschichtsbüchern und Dokumentarfilmen, die Bedeutung des Westerborkfilms für die Formierung der Erinnerungskultur rekonstruiert.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2025
- ISBN-Print
- 978-3-689-30008-1
- ISBN-Online
- 978-3-68930-009-8
- Verlag
- edition t+k, München
- Reihe
- Film-Erbe
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 496
- Produkttyp
- Sammelband
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 2 - 10 Download Kapitel (PDF)
- 1 EinleitungSeiten 11 - 17 Download Kapitel (PDF)
- 2.1 Erinnerungsspeicher und rekonstruktive Montagen
- 2.2 Film und Gedächtnis als Zugänge zu Geschichte
- 2.3 Widersprüchliche Gedächtnisse
- 2.4 Der Sonderfall der Holocausterinnerung
- 2.5 Erinnerung, historisches Wissen und soziale Gedächtnisse
- 2.6 Gedächtnis als systemrelative Funktion
- 2.7.1 Filmgedächtnis oder cinematic memory
- 2.7.2 Das selektive Bildergedächtnis
- 2.8 Geschichtsbilder
- 3.1.1 1939 – Kriegsende
- 3.1.2 1945–1960 – Sekundäre Historisierung des Holocaust
- 3.2.1 Fotografierverbote
- 3.2.2 »Gräuelpropaganda«
- 3.2.3 Exkurs »Juden lernen arbeiten«
- 3.2.4 Perpetrator gaze
- 3.3 Visuelle Erinnerungspolitiken im Rahmen der »Endlösung«
- 3.4.1 Kurator:innen und kollektive Gedächtnisse
- 3.4.2 Latente Bildgehalte
- 3.4.3 Ikonizität und Erinnerungskultur
- 4.1 Die Quellen
- 4.2 Vorgeschichte der Gründung des Lagers
- 4.3 Das Lager in den Archivdokumenten
- 4.4.1 Befreiung
- 4.4.2 Lagerleitung und Strafregime
- 4.4.3 Alltagsleben
- 4.4.4 Besondere Einrichtungen
- 4.4.5 Werkstätten und Produktivität
- 4.4.6 Die Schwierigkeit der nachträglichen Einschätzung
- 4.5.1 Exkurs Isidor van der Hal – »Kollaboration« & Selbstanklage
- 4.5.2 Wissen und Ahnen
- 4.6 Dienstagstransporte
- 5.1 Zeug:innenaussagen
- 5.2 Das Frühjahr 1944
- 5.3 Produktionsunterlagen
- 5.4 Authentifizierung des Materials
- 5.5 Transportlisten vom 19. Mai 1944
- 5.6 Breslauer – der Unsichtbare
- 5.7 Inhalt und Qualität der Aufnahmen
- 5.8.1 Materiallage
- 5.8.2 Dramaturgie
- 5.8.3 Montage
- 5.8.4 Planung und Vorbereitung
- 5.9 Auseinandersetzung mit dem Film in den Niederlanden
- 5.10 Erzählungen und Erinnerungen nach 1965
- 6.1 Korpus der untersuchten Filme
- 6.2 Dokumentation der Verwendungen
- 6.3. Darstellung der Verwendungsgeschichte des Westerborkmaterials
- 7.1 Archivmaterial in Dokumentarfilmen der Nachkriegszeit
- 7.2.1 Die Kriegsverbrecherprozesse
- 7.2.2 Beginn der Bilderwanderung in der Nachkriegszeit (1948–1959)
- 7.2.3 Das Westerborkmaterial in den Kompilationsfilmen (1960–1965)
- 7.2.4 Deutsche Fernsehdokumentarfilme der 1960er Jahre
- 7.2.5 Bilderwanderung des Westerborkmaterials in Europa bis 1965 – eine Zusammenfassung
- 7.3 Das Westerborkmaterial in den USA (1965–1973)
- 7.4 Das Westerborkmaterial in Europa (1970–1971)
- 7.5.1 Revisionistische Holocausterinnerung?
- 7.5.2 Fortführung der empathischen Holocausterinnerung (1975–1989)
- 7.5.3 Das Westerborkmaterial in Israel (1974–1981)
- 7.5.4 Das Westerborkmaterial in den Niederlanden (1988–1990)
- 7.5.5 Entwicklung der Jahre 1966–1989 – Eine Zusammenfassung
- 7.6 Der Westerborkfilm als Filmdokument (1990–2007)
- 7.7 Der Westerborkfilm wird UNESCO Weltdokumentenerbe (2007–2023)
- 8.1 Provenienzforschung
- 8.2 Verwendungsgeschichte
- 8.3 Selektives Bildergedächtnis, Filmgedächtnis und Erinnerungsgemeinschaften
- 8.4 Archivrecherchen und Materialbeschaffung als organisationales Gedächtnis
- 8.5 Erinnerungsgemeinschaften
- 9 Ausblick: Das FilmgedächtnisSeiten 458 - 459 Download Kapitel (PDF)
- 10 LiteraturlisteSeiten 460 - 474 Download Kapitel (PDF)
- 11 DanksagungenSeiten 475 - 475 Download Kapitel (PDF)
- 12.1 Filmografie
- 12.2 Sequenzprotokoll und Sequenzanalyse des Materials vom dritten Zug
- 12.3 Screenshots aus dem Westerborkfilm
- 12.4 Screenshots WFD-Material
- 12.5 Archive
- 12.6 Abbildungsverzeichnis




