
'Der Dienstbetrieb ist nicht gestört'
Die Deutschen und ihre Justiz 1943-1948- Autor:innen:
- Verlag:
- 2022
Zusammenfassung
Kaum beirrt von Bombenkrieg, Kapitulation und alliierter Besatzung liefen Gerichtsverfahren vor und nach 1945 einfach weiter, mit denselben Akteuren, nach den gleichen Regeln. Der Rechtshistoriker Benjamin Lahusen deckt in seiner fulminanten Studie unheimliche Kontinuitäten der deutschen Justiz auf und zeichnet so das eindringliche Bild einer Gesellschaft, die den großen Einschnitt so klein wie möglich hielt.
Stuttgart, im September 1944: Das Justizgebäude wird durch neun Sprengbomben und zahlreiche Brandbomben weitgehend zerstört, doch stolz meldet der Generalstaatsanwalt, dass bereits am nächsten Morgen «noch in den Rauchschwaden... eine Reihe von Strafverhandlungen durchgeführt» wurden. Auch andernorts wird der Dienstbetrieb in teils noch brennenden Gebäuden aufrechterhalten, später selbst unter Artilleriebeschuss. Benjamin Lahusen hat sich die Akten zahlreicher Gerichte – darunter des Amtsgerichts Auschwitz – aus den Jahren vor und nach 1945 angesehen und beschreibt höchst anschaulich, wie weder «Endkampf» noch staatlicher Zusammenbruch den juristischen Dienstbetrieb unterbrechen konnten. Er erklärt, warum ein Stillstand der Rechtspflege unter allen Umständen vermieden werden sollte, und zeigt, wie nach dem Krieg altgediente Juristen pflichtbewusst das alltägliche Recht des Dritten Reichs so weiterführten, als wäre nichts passiert. Wenn es noch eines Beweises dafür bedarf, dass es 1945 keine «Stunde Null» gab, dann liegt er mit diesem glänzend geschriebenen Buch vor.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2022
- ISBN-Print
- 978-3-406-79026-3
- ISBN-Online
- 978-3-406-79028-7
- Verlag
- C.H.BECK Literatur - Sachbuch - Wissenschaft, München
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 385
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 8
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 9 - 12
- Papierwelt Kein Zugriff
- Justiz im totalen Krieg Kein Zugriff
- Ius stat: Wenn die Rechtspflege stillsteht Kein Zugriff
- Schnitt-Stelle 1945 Kein Zugriff
- Eine Stunde Null gab es nicht Kein Zugriff
- Geteilte Normalität Kein Zugriff
- Von der rohen Gewalt zu den Akten Kein Zugriff
- Zwischen Chaos und Kosmos Kein Zugriff
- Die Dogmatik des Justitiums Kein Zugriff
- Ius non stat: Die Vermeidung des Stillstands Kein Zugriff
- Luftkrieg und Luftschutz Kein Zugriff
- Schriftgut Kein Zugriff
- Beamtenpflichten: Justizdienst als Kriegsdienst Kein Zugriff
- Der Geschäftsbetrieb und seine Helden Kein Zugriff
- Allerletzte Erledigungen Kein Zugriff
- Fiat iustitia et pereat mundus Kein Zugriff
- Neustadt, eine Montage Kein Zugriff
- Im Schatten des deutschen Waldes Kein Zugriff
- Germanische Sonne Kein Zugriff
- Fernab des Krieges Kein Zugriff
- Die Rechtswahrer der Provinz Kein Zugriff
- Jahreschronik des Neustädter Strafrechts Kein Zugriff
- Eine Frage der Ehre Kein Zugriff
- Endkampf um die Kehrwoche Kein Zugriff
- Widerstand durch Unterlassen Kein Zugriff
- Rechtsbewährungsprinzip und Wiederverwendung Kein Zugriff
- Das richtige Leben im richtigen Kein Zugriff
- Grund und Buch Kein Zugriff
- Eine Kleinstadt im neuen deutschen Lebensraum Kein Zugriff
- Aufbau Ost Kein Zugriff
- «Ethnische Flurbereinigung» Kein Zugriff
- Juristisches Bodenpersonal Kein Zugriff
- Die Auflassung des Betriebsgeländes Kein Zugriff
- Ein Amtsgericht wird überflüssig Kein Zugriff
- Räumen und Reinwaschen Kein Zugriff
- Grundbuch der Erinnerung Kein Zugriff
- Hans Keutgen: Ein normaler Lebensweg Kein Zugriff
- Der Bilderbuchjurist Kein Zugriff
- Volksschädlinge, Schwarzschlachter, Lebensmittelkartenfälscher Kein Zugriff
- Sonderrichter und Scharfmacher Kein Zugriff
- Die Evakuierung der Stadt Kein Zugriff
- Die Front rückt näher: Ausweichquartiere Kein Zugriff
- Rundreise im Reich Kein Zugriff
- Aachener Normalrichter, bekannte Gesichter Kein Zugriff
- Selbstjustiz: «Weg legen» Kein Zugriff
- Provinzfürst mit kassierter Vergangenheit Kein Zugriff
- Trennungsentschädigung Kein Zugriff
- Rechtsmensch «bis zur eigenen Auflösung» Kein Zugriff
- Wohin mit dem OLG Stettin? Kein Zugriff
- Übung für den Ernstfall: Parole «Frühlingsfest» Kein Zugriff
- Hoffnung auf Rückkehr: «z. Zt.» Kein Zugriff
- Die Macht des Papiers Kein Zugriff
- Erwartung des Untergangs: «noch» Kein Zugriff
- Wiederaufnahme des Dienstes Kein Zugriff
- Sonder-Sondergerichte Kein Zugriff
- Akten und Stempel: verbrennen, vergraben, vernichten Kein Zugriff
- Gerichte unter Zugzwang Kein Zugriff
- Anschlussverwendung Kein Zugriff
- Weitherzigkeit ist keine juristische Kategorie Kein Zugriff
- Das Ende Kein Zugriff
- Nichts aus dem Nichts Kein Zugriff
- Die Entreichlichung der Justiz Kein Zugriff
- Geschäftsbetrieb in der Stunde Null Kein Zugriff
- Alliierte Störungen Kein Zugriff
- Neue Volksjuristen im Osten Kein Zugriff
- Altgediente Volljuristen im Westen Kein Zugriff
- Recycling Kein Zugriff
- Rechtshängigkeit: Die Last der Altfälle Kein Zugriff
- Rechtsfriede, endlich Kein Zugriff
- Selbstbetrug: Das Justitium von 1945 Kein Zugriff
- Die Verbannung des Krieges aus der Rechtsordnung Kein Zugriff
- Alte neue Normalitäten Kein Zugriff
- Abwicklungsstellen Kein Zugriff
- Altpapier Kein Zugriff
- Rechtstransfer aus den verlorenen Gebieten Kein Zugriff
- Rechtsvergleichung oder Ein Gesetz, das niemand mehr braucht Kein Zugriff
- Schlussstriche und geflüchtetes Schriftgut Kein Zugriff
- Allmachtsfantasien Kein Zugriff
- Normalität als Strategie Kein Zugriff
- Zivilisation oder Perversion Kein Zugriff
- Dank Kein Zugriff Seiten 307 - 310
- Anmerkungen Kein Zugriff Seiten 311 - 372
- Quellen Kein Zugriff Seiten 373 - 381
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 382 - 382
- Ortsregister Kein Zugriff Seiten 383 - 384
- Zum Buch Kein Zugriff Seiten 385 - 385




