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Homer

oder Die Geburt der abendländischen Dichtung
Autor:innen:
Verlag:
 2012

Zusammenfassung

Um wieviel ärmer wäre die Weltliteratur, hätte uns Homer nicht Ilias und Odyssee geschenkt. Ohne seine Helden, die mit Todesverachtung vor Troia für Liebe und Ehre kämpfen oder sich allen Fährnissen zum Trotz standhaft um die Heimkehr mühen, wüßten wir nichts vom Zorn des Achill und von der Tapferkeit Hektors, nichts von der verführerischen Anmut Helenas und nichts vom Listenreichtum des Odysseus.

Auch hat kein anderes Werk auf die Literaturauffassung, Literaturgestaltung und Literaturtheorie anderer Epochen einen solchen Einfluß gehabt wie die Ilias auf die literarischen Traditionen Europas bis ins 19. Jahrhundert. In diesem Sinne kann man in der Ilias ‚die Geburt der abendländischen Dichtung’ sehen, in der Odyssee bereits den Beginn der von der Ilias bestimmten ‚Tradition’. Daß aber diese Wirkungsmacht überhaupt entfaltet werden konnte, liegt in dem Kunstreichtum des Dichters begründet – in der Meisterschaft seiner Komposition, der Eleganz seiner Sprache, der Wucht seines Versmaßes, der Glaubwürdigkeit seiner Charaktere. So schildert Homer eine Welt, die uns auch aus einer jahrtausendeweiten Distanz immer noch kohärent und überzeugend scheint. Dabei erzählt er großartige Geschichten von Göttern und Helden, von Himmel und Hades, von heroischer Tapferkeit und elender Feigheit oder von Edelmut und menschlichen Abgründen, die auch uns Heutige immer noch zu fesseln vermögen, so wie sie wohl einst die Zeitgenossen des Dichters in Bann schlugen. Doch so nah und verständlich uns manche Handlung und manches Gefühl in dem einen Gesang der Epen scheint, so fremd und verstörend muten sie uns in einem anderen an. All jenen, die die Werke Homers kennen- und verstehen lernen oder mehr noch als bisher mit ihnen vertraut werden wollen, öffnet Thomas A. Szlezák mit diesem Buch einen Zugang zur Welt des Dichters. Dabei erläutert er gleichermaßen anregend und verständlich Wesenszüge und Besonderheiten seiner Dichtkunst, skizziert den Gang der Ereignisse in seinen Werken, beschreibt die Gesellschaften, denen seine Protagonisten entstammen, und erhellt deren Weltbilder und Geisteshaltung sowie die Grundzüge ihrer Konflikte. Schließlich fragt er nach der Bedeutung der homerischen Epen und nach den Verbindungslinien, die sich zu altorientalischen Traditionen finden lassen.


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2012
ISBN-Print
978-3-406-63729-2
ISBN-Online
978-3-406-63730-8
Verlag
C.H.BECK Literatur - Sachbuch - Wissenschaft, München
Sprache
Deutsch
Seiten
256
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 9
    1. 1. Am Anfang stand das Vollkommene Kein Zugriff Seiten 10 - 18
    2. 2. Wie vollkommen war dieser ‹vollkommene› Anfang? Unterschiedliche Formen der Kritik an Homer Kein Zugriff Seiten 18 - 30
      1. Zur griechischen Sagengeschichte Kein Zugriff
      2. Gab es einen Troianischen Krieg? Kein Zugriff
      3. Die formelhafte Sprache Homers weist in die Vergangenheit Kein Zugriff
      4. Altorientalische Einflüsse Kein Zugriff
      5. In welchem Sinne Homer dennoch als Anfang gelten kann Kein Zugriff
      6. Zur Datierung ‹Homers› Kein Zugriff
    1. 1. Skizze des Geschehens Kein Zugriff Seiten 50 - 61
      1. Beschränkung der Handlung auf eine ‹Episode› Kein Zugriff
      2. Gliederung im Großen und im Kleinen Kein Zugriff
      3. ‹Klammertechnik› und Ringkomposition Kein Zugriff
      4. Fernbezüge Kein Zugriff
      5. Sukzessive Verdeutlichung. Retardation Kein Zugriff
      6. Aufsparungen Kein Zugriff
      7. Parallel geführte Handlungslinien Kein Zugriff
      8. Reden Kein Zugriff
      9. Charakterzeichnung Kein Zugriff
      10. Sprache, Versmaß, Formeln Kein Zugriff
      11. ‹Typische Szenen› Kein Zugriff
      12. Motivwiederholung Kein Zugriff
      13. Stilunterschiede Kein Zugriff
      14. Hypsos Kein Zugriff
      15. Gleichnisse Kein Zugriff
      16. Epische Breite Kein Zugriff
      1. Das Leben der Menschen Kein Zugriff
      2. Ursache und Ausgang des Krieges Kein Zugriff
      3. Zwei Arten, den Krieg zu erleben Kein Zugriff
      4. Achilleus als Sohn, Freund, Rächer und Mitmensch Kein Zugriff
      1. Die Welt Kein Zugriff
      2. Die Götter Kein Zugriff
      3. Die Menschen Kein Zugriff
      4. Homerische ‹Psychologie›: gibt es die eigene Entscheidung? Kein Zugriff
      5. Homerische Ethik Kein Zugriff
      6. Gesellschaft Kein Zugriff
    2. 5. Bedeutung und Anspruch der Ilias Kein Zugriff Seiten 139 - 146
    1. 1. Skizze des Geschehens Kein Zugriff Seiten 146 - 156
    2. 2. Einheit und Vielfalt in der Odyssee Kein Zugriff Seiten 156 - 168
      1. Odysseus’ Rettung aus dem Seesturm (5.282–493) Kein Zugriff
      2. Drei Frauen Kein Zugriff
      3. Die Utopie des Phaiakenlandes Kein Zugriff
      4. Odysseus erwacht auf Ithaka Kein Zugriff
      5. Das Lachen der Freier Kein Zugriff
      6. Der Tod der Freier Kein Zugriff
      7. Schwieriges Sich-Finden Kein Zugriff
      8. Athene stiftet Frieden Kein Zugriff
      1. Menschenbild Kein Zugriff
      2. Gesellschaft und Wirtschaft Kein Zugriff
      3. Ethik Kein Zugriff
      4. Religion Kein Zugriff
    3. 5. Bedeutung und Anspruch. Die Leistung des Odyssee-Dichters Kein Zugriff Seiten 214 - 218
  2. IV. Gilgamesch und Achilleus, Gilgamesch und Odysseus. Ähnlichkeiten und Unterschiede Kein Zugriff Seiten 218 - 242
  3. Glossar und Erklärung der wichtigsten Personen-und Götternamen Kein Zugriff Seiten 242 - 246
  4. Register: Namen und Sachen Kein Zugriff Seiten 246 - 250
    1. Übersetzungen, Textausgaben, Kommentare Kein Zugriff Seiten 250 - 251
    2. Sekundärliteratur Kein Zugriff Seiten 251 - 256
  5. Bildnachweis Kein Zugriff Seiten 256 - 256

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