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Wissen in Fällen

Richard von Krafft-Ebings kasuistische Schreibpraktiken
Autor:innen:
Verlag:
 2021

Zusammenfassung

Wie immer ging es um Drama, Sex and Crime: Der Psychiater Richard von Krafft-Ebing nutzte die persönlichen Lebensgeschichten seiner Patienten als Anschauungsmaterial in seinen Fachbüchern, um das Interesse einer breiteren Leserschaft zu gewinnen. So hatten gewalttätige Ehemänner, deviante Sexualpraktiken und tötende Psychopathen ihren Auftritt in Krafft-Ebings ungemein erfolgreichen wissenschaftlichen Texten.

Die Geschichten kamen aus dem echten Leben des späten 19. Jahrhunderts – und sie haben Spuren in den handschriftlichen Aufzeichnungen Krafft-Ebings hinterlassen, denen Sabine Ohlenbusch in ihrem Buch nachgeht.

Besonders Krafft-Ebings »Psychopathia sexualis« wurde auch einem Laienpublikum durch die oft anzüglichen Fälle bekannt, die er hier ausbreitet. Wie es dazu kam, wird erst vor dem Hintergrund der weniger bekannten, aber für die Psychiatrie der Zeit eminent wichtigen Schriften deutlich. Besonders das klinische Lehrbuch der Psychiatrie entfaltete seine Bedeutung durch eine seinerzeit innovative kleinteilige Gliederung in psychiatrische Krankheitsbilder. Diese ordneten die Krankengeschichten aus Krafft-Ebings ärztlicher Praxis. Er schrieb die Fälle auf kleine Zettel, machte farbige Anmerkungen, sortierte die Notizen und klebte sie zu Manuskripten zusammen, um so das Anschauungsmaterial für seine Werke zu gewinnen. Hinter den weit verbreiteten und beliebten Büchern standen die Schreibstrategien eines Lehrbuchverfassers, der Texte für seine wissenschaftliche Karriere, für die Etablierung der Psychiatrie als medizinisches Fach und nicht zuletzt im Sinne der finanziellen Interessen seines Verlegers schrieb. Wissen in Fällen zeigt eindrücklich, wie Krafft-Ebings Schreibpraxis seine Bücher und die Psychiatrie popularisierte.

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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2021
ISBN-Print
978-3-8353-9142-0
ISBN-Online
978-3-8353-9740-8
Verlag
Wallstein, Göttingen
Sprache
Deutsch
Seiten
339
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
    1. 1.1 Krafft-Ebing: Vergessenes Feindbild Kein Zugriff
    2. 1.2 Interdisziplinäre Anlage des Projekts Kein Zugriff
    3. 1.3 Blick auf Schreibprozesse Kein Zugriff
    4. 1.4 Krafft-Ebings Werke Kein Zugriff
    5. 1.5 Ein eigensinniger Wissenschaftler Kein Zugriff
    1. 2.1 Ludwik Flecks Begriff der Popularisierung Kein Zugriff
    2. 2.2 Lehrbuch und Handbuch Kein Zugriff
      1. 2.3.1 Lehrbuch der gerichtlichen Psychopathologie Kein Zugriff
      2. 2.3.2 Lehrbuch der Psychiatrie auf klinischer Grundlage Kein Zugriff
      3. 2.3.3 Psychopathia sexualis Kein Zugriff
    3. 2.4 Ein Fall für sich: Fräulein X Kein Zugriff
  2. 3 Von Unglücklichen und Stiefkindern Kein Zugriff Seiten 63 - 70
      1. 4.1.1 Schulenbildung: Historische Entwicklungen und Kämpfe zwischen den Denkstilen in der Psychiatrie Kein Zugriff
      2. 4.1.2 Eine marginalisierte Lernform? Die Funktion des Lehrbuches in der medizinischen Aus- und Weiterbildung Kein Zugriff
      3. 4.1.3 Demonstration und Beobachtung: Vermittlungs strategien Kein Zugriff
      1. 4.2.1 Bündel, Verzeichnisse und Tabellen: Krafft-Ebings Wissensordnungen Kein Zugriff
      2. 4.2.2 Kasuistische Karriere zweier Krankengeschichten Kein Zugriff
      1. 4.3.1 Hysterie oder Verfolgungswahn? Mobilität der Beobachtungen und Wandel des Krankheitsbildes Primäre Verrücktheit Kein Zugriff
      2. 4.3.2 Märchenhafte Liebesgeschichten – Die Erotomanie Kein Zugriff
      3. 4.3.3 Wahrhafte Verleumdung – Die Paranoia sexualis Kein Zugriff
      1. 4.4.1 Gefährlicher Geliebter – Der Wahn ehelicher Untreue im forensischen Lehrbuch Kein Zugriff
      2. 4.4.2 Die große Ausnahme: Nicht-alkoholische Fälle Kein Zugriff
    1. 4.5 Ergebnisse zum klinischen Lehrbuch Kein Zugriff
    1. 5.1 Kategorisierung der Abweichung Kein Zugriff
    2. 5.2 Genrefragen: Die zeitgenössische Einordnung der Psychopathia sexualis zwischen Wissenschaft und Popularisierung Kein Zugriff
      1. 5.3.1 Die Psychopathia als forensische Fallsammlung Kein Zugriff
      2. 5.3.2 Die pornografische Psychopathia sexualis aus Perspektive der Fachpresse Kein Zugriff
      3. 5.3.3 Medium des Selbst – Einschreibeprozesse in die Identität der sexuellen Abweichung Kein Zugriff
    3. 5.4 Die Psychopathia sexualis im Vergleich zu einem populären Werk der Sexualaufklärung Kein Zugriff
  3. 6 Zusammenfassung und Rückschlüsse Kein Zugriff Seiten 279 - 284
  4. Anhang: Transkripte der Aufzeichnungen und Briefe Kein Zugriff Seiten 285 - 314
  5. Abbildungen Kein Zugriff Seiten 315 - 318
  6. Dank Kein Zugriff Seiten 319 - 320
  7. Literatur Kein Zugriff Seiten 321 - 339

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