Nach dem Unrecht
Plädoyer für einen neuen Rechtspositivismus- Autor:innen:
- Verlag:
- 2016
Zusammenfassung
Wie Deutschland nach 1945, so stehen auch andere Gesellschaften, die Diktaturen überwunden haben, vor der Frage, wie man mit Verbrechen staatlichen Terrors umgehen soll. In der modernen Rechtskultur findet sich die scheinbar klare Antwort: nulla poena sine lege. Doch es muss aus Gründen der Gerechtigkeit Grenzen des Rückwirkungsverbots geben, nicht zuletzt bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die nach 1945 für die Entlegitimierung der NS-Rechtsordnung wegweisende These, die Gerechtigkeit verlange angesichts »gesetzlichen Unrechts« nach »übergesetzlichen« Normen, geht auf G. Radbruch zurück. Er verband sie mit der Unterstellung, der Rechtspositivismus habe aufgrund der Trennung von Moral und Recht die Justiz im »Dritten Reich« wehrlos gemacht. Obwohl das »Recht« im NS-Regime in einem offen erklärten Antipositivismus gründete, wurde die Positivismuslegende zum Gründungsmythos der westdeutschen Republik. Es schien nur den Weg zurück zum Naturrecht zu geben - gegen den oft antisemitisch denunzierten Rechtspositivismus. In diesem Buch wird über historische, politische und juristische Ereignisse seit den Nürnberger Prozessen und über die Geschichte des Rechtspositivismus berichtet. Plädiert wird für einen Rechtspositivismus, der Elemente sowohl der Reinen Rechtslehre Hans Kelsens als auch von Gustav Radbruchs Positivismuskritik aufnimmt und zugleich zu beiden Theorien auf Distanz geht: Recht und Gesetz verlangen keinen vom Prinzip » Gesetz ist Gesetz« diktierten blinden Gehorsam. Normen gerechten Rechts bedürfen keines Rückgriffs auf das Naturrecht: Sie gründen im positiven Recht der die Menschenwürde-Norm konkretisierenden Menschenrechte.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2016
- ISBN-Print
- 978-3-495-48765-5
- ISBN-Online
- 978-3-495-80792-7
- Verlag
- Karl Alber, Baden-Baden
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 312
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Vorbemerkung Kein Zugriff Seiten 9 - 14
- Nulla poena sine lege – Das Rückwirkungsverbot Kein Zugriff
- Die Nürnberg-Klausel, die Aufhebung des Rückwirkungsverbots und die Revolutionierung des Völkerstrafrechts Kein Zugriff
- Deutsche Exil- und Widerstandsgruppen zum Rückwirkungsverbot Kein Zugriff
- Gesetze des Alliierten Kontrollrats Kein Zugriff
- Zur rechtstheoretischen Debatte über das Rückwirkungsverbot Kein Zugriff
- Der Internationale Strafgerichtshof Kein Zugriff
- Nationalsozialistische Rechtsideologie Kein Zugriff
- Rechtssicherheit und Gerechtigkeit Kein Zugriff
- Naturrecht vs. Rechtspositivismus Kein Zugriff
- Kelsens Verteidigung des demokratischen Rechtsstaats Kein Zugriff
- Die rechtspositivistische These der Trennung von Moral und Recht Kein Zugriff
- Recht und Moral Kein Zugriff
- Kelsens Konzeption der ›Grundnorm‹ Kein Zugriff
- Die Norm als ›Deutungsschema‹: Zur juristischen Methoden- und Auslegungslehre Kein Zugriff
- Die Bindung der Richter an Gesetz und Recht Kein Zugriff
- Positivismus in Anlehnung an die Naturwissenschaften als Vorgeschichte des Rechtspositivismus? Kein Zugriff
- ›Positive‹ Gesellschaftstheorie nach dem Muster der Naturwissenschaft Kein Zugriff
- Saint-Simon und Fourier Kein Zugriff
- Comtes ›Physique sociale‹ Kein Zugriff
- Die Krise des Positivismus und die Philosophie der induktiven Wissenschaften Kein Zugriff
- Vom älteren Rechtspositivismus zum Neukantianismus Kein Zugriff
- Der ältere Rechtspositivismus Kein Zugriff
- Jeremy Bentham und John Austin Kein Zugriff
- Karl Bergbohm Kein Zugriff
- Interessenjurisprudenz Kein Zugriff
- Freirechtslehre Kein Zugriff
- Hans Kelsens ›Reine Rechtslehre‹ Kein Zugriff
- Mit Kant über Kant hinaus Kein Zugriff
- Kelsen: Sein, Sollen und Zurechnung Kein Zugriff
- Kelsen in Nähe zum Wiener Kreis? Kein Zugriff
- Herbert Lionel Adolphus Harts Konzeption des Rechts Kein Zugriff
- Katholische Kritik am Rechtspositivismus Kein Zugriff
- Marxistische Kritik am Rechtspositivismus Kein Zugriff
- Naturrecht und positives Recht bei Entstehung des Grundgesetzes Kein Zugriff
- Der vorbereitende ›Verfassungskonvent‹ Kein Zugriff
- Der Parlamentarische Rat 1948–1949 Kein Zugriff
- Naturrecht in der Rechtsprechung nach 1945 Kein Zugriff
- Das Grundgesetz als ›objektive Wertordnung‹ Kein Zugriff
- Das Grundgesetz, die Würdenorm und das Naturrecht Kein Zugriff
- Religion und Naturrecht: Die katholische Kirche Kein Zugriff
- Bioethik, Naturrecht und Rechtspositivismus Kein Zugriff
- Naturrecht oder Rechtspositivismus im Völkerrecht Kein Zugriff
- Staatenrecht oder Völkerrecht? Kein Zugriff
- Die Revolutionierung des Völkerrechts nach 1945 Kein Zugriff
- Die UNO-Charta und das ›ius cogens‹ Kein Zugriff
- Siglen Kein Zugriff
- Literatur Kein Zugriff
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 299 - 302
- Sachregister Kein Zugriff Seiten 303 - 312





