Die Karihona
Eine Caribgruppe Nordwest-Amazoniens- Autor:innen:
- Verlag:
- 2019
Zusammenfassung
Diese Ethnographie behandelt die Kultur und Geschichte der Karihona (Carijona), eines Indianervolks Nordwest-Amazoniens, im heutigen Südost-Kolumbien. Die Heimat der Karihona war früher die Umgebung des noch wenig bekannten Höhenzugs Chiribiquete im Tropenwald Kolumbiens, Tafelbergen von 200 km Länge im Osten der heutigen Provinz Caquetá. Die Karihona zählen linguistisch zu den Caribgruppen Südamerikas; die meisten Vertreter dieser Sprachgruppe finden sich weiter östlich auf dem Kontinent im Großraum Guayana.
Der historische Teil dieses Bandes basiert vorwiegend auf spanischen Quellen aus der Zeit nach 1600, zumeist von Franziskaner-Missionaren verfasst, sowie auf Reiseberichten von Forschern nach 1800. Zudem geht die Schrift auf die Kämpfe der Karihona mit indianischen Nachbargruppen und die schrecklichen Folgen des Kautschukbooms ein.
Der ethnographische Teil beruht auf Studien der frühen 70er Jahre bei den wenigen damals überlebenden Karihona in Puerto Nare am Rio Vaupés und in Puerto Manacaro am Rio Caquetá nahe der Grenze zu Brasilien. Der Band beschreibt gemäß den Zeugnissen der Karihona selbst ihr Leben früher und gegen 1970, festliche Rituale und Maskentänze, die Kosmologie und den Schamanismus, er enthält Hinweise zur Sozialorganisation, sowie die streckenweise Reminiszenzen der Indianer an die Anthropophagie ihrer Vorfahren.
Die wenigen Nachkommen der Karihona leben im 21. Jahrhundert in engem Kontakt mit der Spanisch sprechenden Bevölkerung.
Biographische Informationen
Helmut Schindler, * 1940, studierte Ethnologie und Soziologie in Wien und München. 1980–2005 leitete er die Abteilung Lateinamerika im völkerkundlichen Museum Münchens. Nach ethnohistorischen Arbeiten über die Indianer Argentiniens folgten längere Aufenthalte bei Indianern in Kolumbien und Chile. In Kolumbien bei den Guayabero / Jiw (1970), den Karihona (1970 / 71, 1974) sowie den curanderos / Heilern (1984) im Südwesten des Landes, um sich gemeinsam mit dem Ethnologen Franz Faust über deren interethnische Netzwerke zu informieren. In Chile ab 1979 wiederholte Aufenthalte bei den Mapuche. Zudem verfasste er unter anderem Studien zur Ikonographie der präkolumbischen Kulturen Perus sowie dem Federhandel der Indianer Brasiliens mit den Kolonisatoren.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2019
- ISBN-Print
- 978-3-8316-4715-6
- ISBN-Online
- 978-3-8316-7434-3
- Verlag
- utzverlag, München
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 488
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 14
- Einführung Kein Zugriff Seiten 15 - 23
- Die Kolonialzeit Kein Zugriff Seiten 24 - 51
- 1810–1900 Kein Zugriff Seiten 52 - 87
- Kämpfe der Karihona und Witoto Kein Zugriff Seiten 88 - 99
- 1900 bis 2017 Kein Zugriff Seiten 100 - 127
- Zum Lebenslauf der Karihona Kein Zugriff Seiten 128 - 171
- Karihona-Berichte über Feste Kein Zugriff Seiten 172 - 198
- Zur Kosmologie der Karihona Kein Zugriff Seiten 199 - 231
- Morphos und andere Schmetterlinge Kein Zugriff Seiten 232 - 237
- Zum Schamanismus der Karihona Kein Zugriff Seiten 238 - 307
- Puerto Manacaro, Mitte 1974 Kein Zugriff Seiten 308 - 360
- Tratsch und anderes Geplauder Kein Zugriff Seiten 361 - 366
- Nach 1974 Kein Zugriff Seiten 367 - 370
- Zur Sachkultur der Karihona Kein Zugriff Seiten 371 - 434
- Die Glitzer-Augen wilder Numina bei Masken aus Nordwest-Amazonien Kein Zugriff Seiten 435 - 449
- Die Jaguarmaske Kein Zugriff Seiten 450 - 462
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 463 - 488





