
Die verkannte Tragödie
Theoriebildung und Wissenswandel zwischen Antike und Neuzeit- Autor:innen:
- Verlag:
- 2024
Zusammenfassung
In der außerordentlich ereignisreichen Interpretationsgeschichte von Sophokles’ König Ödipus scheint noch nie bemerkt worden zu sein, dass dieses Drama, das von einer Seuchenkrise und deren Bewältigung durch eine Maßnahme der ›Reinigung‹ handelt, mit ein wenig hermeneutischer Kühnheit als eine opferkritische Rettungstragödie gelesen werden kann, die nicht zwangsläufig auf ein vernichtendes Ende zusteuert. Diesem allgemein für die Gattung der Tragödie verloren gegangenen Wissen – dass am Ende der Mensch nicht notwendig untergehen muss, sondern gerettet werden darf – widmet sich das vorliegende Buch von Arata Takeda. Arata Takeda zeigt in seiner Studie »Die verkannte Tragödie« detailliert die fortgesetzte Unterdrückung der einst erkannten Tatsache auf, dass die Tragödie eine ausgangsoffene Kunstform und das Tragische ein in Bezug auf dessen Finalität zwiespältiges Phänomen gewesen ist. Im Zentrum der Studie stehen zwei problemgeschichtliche Konstellationen, die ein rettungsfeindliches Tragödiendenken begünstigt haben, in ihrer spezifischen Verflechtung miteinander: die Geltungsgeschichte eines weit verbreiteten Irrglaubens, der als das Stereotyp des unglücklichen Ausganges bezeichnet werden kann, und die Unterdrückungsgeschichte eines Arguments in Aristoteles’ Poetik, das eine zur Rettung führende Ereignisfolge zum Optimum erklärte. Mit der historisch erstmaligen Ausleuchtung der beiden Problemgeschichten will die Studie nicht weniger als eine grundlegende Neuausrichtung des Tragödienverständnisses in allen von diesen Geschichten betroffenen Disziplinen anstoßen: Altphilologie, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie, Theaterwissenschaft und Theologie.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2024
- ISBN-Print
- 978-3-95832-386-5
- ISBN-Online
- 978-3-7489-5327-2
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 592
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Vorbemerkung Kein Zugriff Seiten 9 - 12
- I Der gerettete Adam Kein Zugriff Seiten 13 - 50
- II Sündenfall und Tragödie Kein Zugriff Seiten 51 - 78
- III Fortunas Beispiele Kein Zugriff Seiten 79 - 112
- IV Stereotype der Dramenpoetik Kein Zugriff Seiten 113 - 160
- V Das Hamletparadigma Kein Zugriff Seiten 161 - 188
- VI Der antistereotype Tragödienkatalog Kein Zugriff Seiten 189 - 212
- VII Karriere des Ausgangskriteriums Kein Zugriff Seiten 213 - 248
- VIII Wider die Vereindeutigung des Mehrdeutigen Kein Zugriff Seiten 249 - 268
- IX Tragödienwissen um 1750 Kein Zugriff Seiten 269 - 296
- X Das Glückswechselparadox Kein Zugriff Seiten 297 - 330
- XI Verhandlungen über Leidensarten Kein Zugriff Seiten 331 - 376
- XII Was von der Debatte bleibt Kein Zugriff Seiten 377 - 436
- Der gerettete Ödipus Kein Zugriff Seiten 437 - 442
- Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 443 - 462
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 463 - 556
- Namenregister Kein Zugriff Seiten 557 - 592




