
Auf der Bank
Die Inszenierung der Regierung im Staatstheater des Parlaments- Autor:innen:
- Verlag:
- 2022
Zusammenfassung
Die Regierungsbank? Oft hat man sie in den Nachrichten gesehen, sie gehört zum politischen Inventar. Dennoch sollten wir uns hüten, in ihr nichts weiter als belangloses Funktionsmobiliar zu sehen. An der deutschen Regierungsbank lässt sich vielmehr ablesen, wie sehr Prägungen aus der langen Epoche der Monarchie noch hundert Jahre nach deren Untergang in unserer Demokratie nachwirken. Obwohl dort heute gewählte Politiker sitzen, haben die Regierungsplätze auf ihre Weise den früheren Thronraum beerbt und partizipieren weiter an dessen Aura einer überparteilichen Neutralität. Ihre Ansiedlung in hervorgehobener Randlage behindert bis heute den Dialog zwischen Parlamentariern und Regierungsmitgliedern: Sie gibt einer kommunikativen Gehemmtheit Ausdruck, die den Alltag der deutschen Demokratie nach wie vor belastet.
In seiner Studie über die Regierungsbank präsentiert Christoph Schönberger eine ebenso ungewöhnliche wie erhellende Perspektive auf die zentrale Institution unserer Demokratie. Er untersucht, wie verschieden parlamentarische Plenarsäle ihre Regierung in Szene setzen und so jeweils ein besonderes Verständnis von Demokratie ausdrücken: Ob die Regierungsvertreter in die vorderen Abgeordnetenreihen integriert sind (wie in Großbritannien und Frankreich), ob man sie von den Parlamentariern absondert (wie in Deutschland) oder gleich ganz aus dem Plenarsaal verbannt (wie in den USA); ob die ganze Saalarchitektur autoritär auf eine erhöhte Regierungsbank ausgerichtet wird (wie in China) oder die Regierung sich mitten in der Kampfarena der parlamentarischen Debatte wiederfindet (wie in Italien): In ihrer räumlichen Vielfalt erzählen die Plenarsäle eigenwillige Geschichten, denen Schönbergers Buch gewidmet ist.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2022
- ISBN-Print
- 978-3-406-79159-8
- ISBN-Online
- 978-3-406-79163-5
- Verlag
- C.H.BECK Literatur - Sachbuch - Wissenschaft, München
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 284
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 10
- Prolog: Die Frau im weißen Blazer Kein Zugriff Seiten 11 - 12
- 1. Der Plenarsaal als symbolischer Ort Kein Zugriff Seiten 14 - 17
- Warum Regierungsplätze? Reden, Zuhören, Antworten, Dabeisein Kein Zugriff
- Dreierlei Regierungsbänke Kein Zugriff
- 3. Auf dem Weg zur Topographie der Regierungsplätze Kein Zugriff Seiten 24 - 28
- 1. Am Ende des alten Europas: Versailles, 5. Mai 1789 Kein Zugriff
- 2. Spuren des Throns in der parlamentarischen Sitzordnung Kein Zugriff
- 1. Das symbolische Zentrum von Westminster Kein Zugriff
- 2. Der Eigensinn des Unterhauses Kein Zugriff
- 3. Auf den Stufen des Throns Kein Zugriff
- 4. Die Treasury bench des Unterhauses Kein Zugriff
- 5. Beamte im Kabäuschen Kein Zugriff
- 6. Innere statt äußerer Hierarchie Kein Zugriff
- 7. Ein deutscher Sehnsuchtsort Kein Zugriff
- Nachwirkungen des Throns in der frühen Sitzordnung 1789–1793 Kein Zugriff
- Der Übergang zum Halbkreis im Mai 1793 Kein Zugriff
- Wohin mit König und Regierung? Kein Zugriff
- 2. Autoritäre Anfänge der Regierungsplätze: Napoleons Staatsrat in der ersten Reihe Kein Zugriff
- Die Anbiederung: Der Thron unter Restauration und Julimonarchie Kein Zugriff
- Die Etablierung der Ministerbank im Palais Bourbon Kein Zugriff
- 4. Ein letztes bonapartisches Intermezzo Kein Zugriff
- 5. Wirkungen in Deutschland Kein Zugriff
- 1. Das Gegenmodell der Vereinigten Staaten: Plenarsäle ohne Regierung Kein Zugriff
- 2. Präsenz ohne Plätze: «State of the Union Address» und Kongressanhörungen Kein Zugriff
- 3. Eine Regierungsbank auf dem Kapitol? Kein Zugriff
- 4. Parlamentarisierung der USA? Kein Zugriff
- Interaktive Plenarsäle: Gegenüber von Parlament und Regierung Kein Zugriff
- Interaktionsarme Plenarsäle: Die Regierungsbank zur Rechten des Throns Kein Zugriff
- 2. Nur das Provisorische ist von Dauer Kein Zugriff
- 3. Der Reichstag im Reich ohne Krone Kein Zugriff
- 4. Französischer Halbkreis mit Regierungsbank für preußische Herren Kein Zugriff
- 5. Die Macht der diffusen Masse Kein Zugriff
- 6. «In etagenförmigen Schützengräben hinter wallartigen Bänken» Kein Zugriff
- 7. Erfolg Kein Zugriff
- 8. Der Thron der Bürokraten Kein Zugriff
- 1. Verglaste Tradition am Rhein Kein Zugriff
- 2. Oben und unten Kein Zugriff
- Die Bonner Sehnsucht nach Westminster Kein Zugriff
- Sommer 1969: Die Absenkung Kein Zugriff
- 4. In den Kreis? Kein Zugriff
- 1. Rechts und Links Kein Zugriff
- 2. Zur Rechten des «Höchsten» als räumlicher Bezugspunkt Kein Zugriff
- 3. Zweigeteilte Regierungsbank? Kein Zugriff
- 4. Politische Unwucht zur rechten Seite hin Kein Zugriff
- 5. In der Loge abseits des Zanks Kein Zugriff
- 1. Ein Sonderweg Kein Zugriff
- 2. Bürokratische Anonymität Kein Zugriff
- 3. Politische Führung oder Verwaltungsapparat? Kein Zugriff
- 4. Der siamesische Schatten der Regierungsbank Kein Zugriff
- 1. In der Ellipse Kein Zugriff
- 2. Eine Stufe Kein Zugriff
- 3. «Reichstags-Blue» auf allen Seiten Kein Zugriff
- 4. Wer sitzt wo auf der Regierungsbank? Kein Zugriff
- 5. Die Enklave im Plenarsaal Kein Zugriff
- Die Präsidiumsseite als Raum überparteilicher Neutralität Kein Zugriff
- Die zwei Körper des Ministers Kein Zugriff
- Disziplin Kein Zugriff
- Prekäre Inszenierung Kein Zugriff
- Wien und Berlin: Zweierlei Erbschaft der Monarchie Kein Zugriff
- «Kasperletheater» im ersten Bundestag Kein Zugriff
- Interaktionsarmes Design, interaktionsarmes Parlament Kein Zugriff
- Franz Josef Strauß in der «Spiegel-Affäre» Kein Zugriff
- Joschka Fischers Steinwürfe Kein Zugriff
- Karl-Theodor zu Guttenbergs Überblick über die Quellen Kein Zugriff
- Zwei aufmerksame Insider der Bonner Anfänge Kein Zugriff
- Repräsentation statt Interaktion Kein Zugriff
- Zweierlei Verlassenheit Kein Zugriff
- 1. Paradoxe Stabilisierung durch das parlamentarische Regierungssystem Kein Zugriff
- Getrennt von den Parlamentariern Kein Zugriff
- Im Abseits Kein Zugriff
- An der Seite des Präsidiums Kein Zugriff
- 3. Hinterlassenschaft der Monarchie in der Demokratie Kein Zugriff
- 4. Plenararchitektur des «Als Ob» Kein Zugriff
- Epilog: Aufrecht Kein Zugriff Seiten 198 - 202
- Dank Kein Zugriff Seiten 203 - 206
- Anmerkungen Kein Zugriff Seiten 207 - 250
- Bibliographie Kein Zugriff Seiten 251 - 278
- Abbildungsnachweise Kein Zugriff Seiten 279 - 280
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 281 - 283
- Zum Buch Kein Zugriff Seiten 284 - 284




