
Die Entdeckung der Wirtschaft
Der mittelalterliche Bergbau und die Vermehrung der Welt- Autor:innen:
- Verlag:
- 2023
Zusammenfassung
Die Idee einer Wirtschaft, so selbstverständlich sie uns heute erscheint, ist noch jung. Die Suche nach ihren Ursprüngen führt zurück in die spätmittelalterliche Welt des Bergbaus und der Silbersuche, der Erschließung bislang unbekannter Welten und der Entstehung einer neuartigen Politischen Ökonomie, die von der Unerschöpflichkeit irdischer Ressourcen träumte. Gegen Ende des Mittelalters begann die Ökonomik nicht mehr nur einzelne Anwesen, sondern ganze Länder als zusammenhängende Haushalte zu verstehen: ein Perspektivwechsel mit weitreichenden Folgen bis in die Gegenwart. Die mittelalterliche Lehre von Haus- und Haushaltung, fokussiert auf Fragen von Glaube und Familiengestaltung, verließ nicht nur die ihr angestammten Grenzen des herrschaftlichen Anwesens, sie füllte sich auch zusehends mit profanen Wirtschaftsthemen. Eine zentrale Rolle spielte dabei der Bergbau, einer der ersten kapitalistischen Wirtschaftszweige im Reich. Wäre es nicht zum Nutzen aller, so fragte man, wenn sich die Könige und Fürsten an der Erschließung der unterirdischen Reichtümer beteiligten? Wäre es nicht im Sinne der guten Ordnung, wenn sie die Gruben, Hüttenwerke und Bergstädte, dieses Gewimmel von Menschen und Begierden, in ihren Haushalt integrierten? Die Studie von Andreas Friedolin Lingg führt auf eindrucksvolle Weise vor, wie eine neuartige, raumgreifende Politische Ökonomie auf den Plan trat. Nicht Endlichkeit, Statik und Zirkularität bestimmte ihr Denken, sondern die Vorstellung von prinzipiell unerschöpflichen, grenzenlos ausbeutbaren und erweiterbaren Natur- und Welthorizonten. Ihre Legitimationsformel bleibt bis heute prägend.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2023
- ISBN-Print
- 978-3-8353-9164-2
- ISBN-Online
- 978-3-8353-9760-6
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 357
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- Prolog: Im Bild der Ökonomik Kein Zugriff Seiten 7 - 18
- 1 Die Ökonomie der Tiefe – das Haus ohne Grund Kein Zugriff Seiten 19 - 38
- 2.1 Heinrich und die Welt der Häuser Kein Zugriff
- 2.2 Die verborgenen Niederungen Kein Zugriff
- 2.3 Generatio et Conservatio. Ein Haus für die Ewigkeit Kein Zugriff
- 3.1.1 Die geteilte Chronik Kein Zugriff
- 3.1.2 Der frühe sächsische Bergbau Kein Zugriff
- 3.1.3 Wertsphären: Adel und Weltgüterbestände Kein Zugriff
- 3.1.4 Exkurs: Des Kaisers Haushälter und das Silber Kein Zugriff
- 3.2.1 Großes Geschrey Kein Zugriff
- 3.2.2 Ein Wunder Kein Zugriff
- 3.2.3 Lebende Erze Kein Zugriff
- 3.2.4 Daniel und die Kunst Kein Zugriff
- 3.2.5 Typologie der Fündigen Kein Zugriff
- 3.3 Das unmögliche Medium und der doppelte Imperativ der Suche Kein Zugriff
- 4.1 Prolog: Die Märe vom Feldbauer Kein Zugriff
- 4.2 Adelige Ökonomie und Bergbau Kein Zugriff
- 4.3.1 Der freie Berg Kein Zugriff
- 4.3.2 Das Kapital Kein Zugriff
- 4.4 Zeichen einer neuen Ökonomik Kein Zugriff
- 5.1 Jenseits des Pfluges Kein Zugriff
- 5.2 Wilde Ecke Kein Zugriff
- 5.3 Ein mergliche anzcal volgks Kein Zugriff
- 5.4.1 Räder und krumme Zapfen Kein Zugriff
- 5.4.2 Die Namen der Berge Kein Zugriff
- 5.4.3 Die Differenzierungsmaschine Kein Zugriff
- 5.4.4 Exkurs: Ausdehnung des Bergbaus und wühlende Marktgesellschaft Kein Zugriff
- 5.5 Das Eiserne Zeitalter Kein Zugriff
- 6.1 Prolog: Das Gericht des Jupiters Kein Zugriff
- 6.2 Die Krise des häuslichen Regiments – die neuen Schauseiten der Ökonomie Kein Zugriff
- 6.3 Die ökonomischen Säulen der Ordnung Kein Zugriff
- 6.4.1 Der Fürst unter Tage Kein Zugriff
- 6.4.2 Die neuwe wält und der gemeine Nutz der Bergwerke Kein Zugriff
- 6.4.3 Spürhund und Ameise oder das Problem der Gleichheit am Berg Kein Zugriff
- 6.4.4 Die Grenzen der Formalisierbarkeit Kein Zugriff
- 6.5 Der Vater im Sog der Tiefe Kein Zugriff
- 7.1 Grenzen – die enthemmte Ökonomik Kein Zugriff
- 7.2 Linien – das Auge des Herrn Kein Zugriff
- 7.3 Vertiefungen – der erschließende Blick Kein Zugriff
- 7.4 Ausdehnungen – die Entdeckung der Wirtschaft Kein Zugriff
- 8 Die Wirtschaft der reinen Ökonomik Kein Zugriff Seiten 309 - 324
- Dank Kein Zugriff Seiten 325 - 326
- Abbildungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 327 - 328
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 329 - 357




