
Eros und Thanatos als Triebkräfte des Denkens
Psychoanalytische und erkenntniskritische Perspektiven- Autor:innen:
- Verlag:
- 23.03.2018
Zusammenfassung
Eine starke abtötende Tendenz (G. Devereux), ein stummes Wirken des Todestriebes (S. Freud) zeitigt in den modernen Wissenschaften destruktive Folgen. Wissenschaftliches Denken erscheint so als ein systematisiertes Probehandeln der modernen Gesellschaften, das auf der Handlungsebene anhand der Konsequenzen des ihm entsprechenden Herrschaftsdenkens und von terroristischem Denken problematisiert werden kann. Dieser Themenkomplex wird in der vorliegenden Studie an Beispielen aus der Philosophie, Soziologie, Psychologie, Medizin, Ökonomie, Religionswissenschaft sowie an literaturwissenschaftlichen und literarischen Beispielen erkundet. Zugleich werden Modelle einer sehr lebendigen Gegenströmung betrachtet. Als wichtiges Merkmal dieser alternativen Denkstile wird pluralistisches Denken herausgearbeitet. Hannah Arendt hat diesen Zusammenhang mit ihrer Betonung der Natalität, des Geborenseins und des vielfältigen Bezugsgewebes menschlicher Angelegenheiten in klarem Kontrast zu allen abtötenden Denktechniken formuliert. Diese gewinnen ihre stumme und blinde Energie paradoxerweise gerade daraus, dass sie die menschliche Vergänglichkeit nicht einbeziehen und ihre Denker insbesondere die eigene Sterblichkeit zu verdrängen oder zu verleugnen scheinen. Von da führt ein direkter Weg in die Selbstabtötung der Denker und Gedanken, oder, in der Projektion auf andere, in das von Kant postulierte »radikal Böse« im Denken und Handeln. Die Kritik dieses abtötenden Denkens kann eine Belebung nicht nur des Gedachten, sondern auch eine der denkenden Menschen bewirken.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2017
- Erscheinungsdatum
- 23.03.2018
- ISBN-Print
- 978-3-8452-9241-0
- ISBN-Online
- 978-3-8452-9241-0
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 132
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 7 - 9
- Ein Stimmkonzert über Leben, Tod und Denken Kein Zugriff Seiten 9 - 13
- Denkende Lebensfreude Kein Zugriff Seiten 13 - 17
- Wie kommt das Nichtdenken in die Welt? Kein Zugriff Seiten 17 - 18
- Im symbolischen Universum leben Kein Zugriff Seiten 18 - 20
- Erfahrungen, Begegnungen, Verdichtungen Kein Zugriff Seiten 20 - 23
- »Scheintod im Denken« Kein Zugriff Seiten 23 - 27
- Pluralistisches Denken gegen abtötendes Denken Kein Zugriff Seiten 27 - 31
- Abtötendes Denken in den modernen Wissenschaften Kein Zugriff Seiten 31 - 40
- Psychologie als »seelenlose Wissenschaft« Kein Zugriff Seiten 40 - 44
- »Geburt und Grab ein ewiges Meer« Kein Zugriff Seiten 44 - 46
- Kosmische Universalwissenschaft und Todestrieb Kein Zugriff Seiten 46 - 52
- Die Liebe zur Welt als ganz andere Erkenntnishaltung Kein Zugriff Seiten 52 - 55
- Pathologische Faszination am wissenschaftlich-technischen Töten Kein Zugriff Seiten 55 - 59
- Das plurale Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten und seine Zerreißung im Denken und Handeln Kein Zugriff Seiten 59 - 61
- Verringerung der Kontraste bei Vergrößerung der Spielarten und umgekehrt Kein Zugriff Seiten 61 - 70
- »Du sollst dem Tod keine Herrschaft einräumen über Deine Gedanken« Kein Zugriff Seiten 70 - 72
- Primat des Lebens durch Einbeziehung des Todes Kein Zugriff Seiten 72 - 78
- Ein Modell der Pluralität innerer und äußerer Stimmen Kein Zugriff Seiten 78 - 80
- Tarnungen des Todes und »Terror-Management« Kein Zugriff Seiten 80 - 87
- Wir Lebenden und Toten Kein Zugriff Seiten 87 - 95
- Todes- und Lebenstrieb in der Entstehung menschlicher Sprache und bewussten Seins Kein Zugriff Seiten 95 - 96
- Zur Verhäuslichung von Leben und Tod Kein Zugriff Seiten 96 - 100
- Ist lebenssteigernder Nahtod denkbar? Kein Zugriff Seiten 100 - 102
- Denkräume gestalten: Überlegungen zur Soziogenese und Psychogenese des Denkens in praktischer Absicht Kein Zugriff Seiten 102 - 115
- Womit man leben kann Kein Zugriff Seiten 115 - 119
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 119 - 127
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 127 - 132



