
Erinnerungen an Unrecht
Arabisch-deutsche Perspektiven- Herausgeber:innen:
- Verlag:
- 2021
Zusammenfassung
Viele nordafrikanische Staaten blicken auf eine jüngste Vergangenheit zurück, in der systematisch Menschenrechte verletzt, Kritiker inhaftiert, offene Proteste verboten, Gefangene gefoltert und politische Gegner unschädlich gemacht wurden. Dass in einem Transformationsprozess von einer autoritären Staatsstruktur hin zu einer demokratischen Gesellschaftsform neben der juridischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch die Erinnerung an erlebtes Unrecht eine zentrale Rolle spielt, hat sich in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts zweimal deutlich gezeigt. Im Unterschied zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der deutschen Unrechtserfahrung unter zwei sehr unterschiedlichen autoritären Regimen ist die kritische Untersuchung der Erinnerung an Unrecht im arabischen Raum erst im Entstehen begriffen. Trotz dieses Unterschiedes ist eine Engführung deutscher und arabischer Perspektiven auf diese Thematik, wie sie der vorliegende Band unternimmt, gewinnbringend und spannend für beide Perspektiven und betritt zugleich wissenschaftliches Neuland.
Der Band präsentiert Ergebnisse einer dreijährigen interdisziplinären Zusammenarbeit deutscher und nordafrikanischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Beiträge widmen sich unterschiedlichen Formen des Erinnerns und reflektieren die Chancen und Herausforderungen einer Erinnerung an Unrecht aus philosophischer, theologischer, gesellschaftstheoretischer, sprach-, kultur- und literaturwissenschaftlicher Perspektive. Sie gliedern sich in vier Themenschwerpunkten:
Ein erstes Kapitel untersucht die philosophischen und gesellschaftstheoretischen Debatten um Gedächtnis und Erinnerung. Ein zweites Kapitel setzt sich mit den literarischen Strategien des Erinnerns und des Vergessens auseinander. Ein dritter Schwerpunkt widmet sich dem Schreiben über Folter und Gefängnis. Ein vierter Fokus liegt auf Begriff und Formen der Zeugenschaft.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2021
- ISBN-Print
- 978-3-95832-083-3
- ISBN-Online
- 978-3-7489-1262-0
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 440
- Produkttyp
- Sammelband
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Transformationen II. Vorwort Kein Zugriff Seiten 9 - 16 Sarhan Dhouib
- Erinnerung für die Zukunft. Zur Einführung Kein Zugriff Seiten 17 - 23 Steffi Hobuß, Ina Khiari-Loch, Mongi Serbaji
- Sprachvermögen und Gedächtnis. Überlegungen zu den politischen Herausforderungen einer Psychologie des Kolonialismus im Anschluss an Albert Memmis Portrait du colonisé Kein Zugriff Seiten 24 - 41 Mongi Serbaji
- Erinnerungsakte. Kollektives Gedächtnis und die Rolle der verhandelten Erinnerung Kein Zugriff Seiten 42 - 58 Steffi Hobuß
- Formelhafte Wendungen im offiziellen Sprachgebrauch in autoritären Systemen Kein Zugriff Seiten 59 - 77 Moez Maataoui
- Tunesien im politischen Wandel: Erinnerung zwischen Konsens und Konflikt Kein Zugriff Seiten 78 - 98 Holger Zapf
- Strukturen des Erinnerns und Vergessens. Zur Einführung Kein Zugriff Seiten 99 - 105 Brahim Moussa, Dirk Stederoth
- Es gibt keine Gegenwart, nur Erinnerung. Erinnerungskultur in Ein Gedächtnis für das Vergessen von Maḥmūd Darwīš Kein Zugriff Seiten 106 - 138 Kristina Stock
- Die Odyssee der Aufklärung oder: Warum die Vernunft entgleist Bernhard Schlinks Roman Die Heimkehr gelesen mit Adorno Kein Zugriff Seiten 139 - 161 Sarah Schmidt
- Warum die Elche sterben müssen. Zur diktatorischen Psyche in Hans Keilsons Der Tod des Widersachers Kein Zugriff Seiten 162 - 171 Dirk Stederoth
- Uwe Johnsons Jahrestage. Aufarbeitung in dissoziativer Geschichtserinnerung Kein Zugriff Seiten 172 - 194 Brahim Moussa
- Mareth revisited oder Erinnerungskultur in der germanistischen Lehre. Retrospektiven und Perspektiven einer Seminarreihe in Südtunesien Kein Zugriff Seiten 195 - 212 Felix Saure, Imen Taleb
- Schreiben über Folter und Gefängnis. Zur Einführung Kein Zugriff Seiten 213 - 219 Sarhan Dhouib, Sarah Schmidt
- Folter, Sprache und literarische Phantasie Kein Zugriff Seiten 220 - 236 Sven Kramer
- Die Bedeutung von Zeugnissen in der Post-Diktatur-Phase am Beispiel von Gilbert Naccache und Ahmed Ben Othman Kein Zugriff Seiten 237 - 253 Soumaya Mestiri
- Kommunikation und Sprache unter den Vorzeichen von Verfolgung, Gefangenschaft und Folter in ʿAbd ar-Raḥmān Munīfs Roman Östlich des Mittelmeers Kein Zugriff Seiten 254 - 282 Sarah Schmidt, Karim Khadraoui
- Ehepaare, konfrontiert mit der politischen Unterdrückung in Marokko: Abdellatif und Jocelyne Laâbi, Abraham Serfaty und Christine Daure-Serfaty Kein Zugriff Seiten 283 - 309 Kenza Sefrioui
- Leben und Überleben im »totalen Gefängnis«. Syrische Gefängnisliteratur der Gegenwart und der Kampf für Würde Kein Zugriff Seiten 310 - 348 Stephan Milich, Huda Zein
- Zeugnisse über staatlich verübtes Unrecht. Zur Einführung Kein Zugriff Seiten 349 - 355 Nadia El Ouerghemmi, Ina Khiari-Loch
- Politische Inhaftierung während der Zeit des Kalten Krieges. Biographische und mediale Perspektiven aus Ost- und Westdeutschland Kein Zugriff Seiten 356 - 378 Martina Schiebel
- Zeugenschaft politischer Gefangener in Tunesien. Zwischen Unrecht, Folter und Erinnerung Kein Zugriff Seiten 379 - 407 Ina Khiari-Loch, Ramzi Ben Amara
- Konturen staatlicher Willkürherrschaft. Berichte Betroffener von staatlich verübter Gewalt in Ägypten Kein Zugriff Seiten 408 - 424 Nadia El Ouerghemmi
- Subversives Schaffen und Selbstvertrauen Kein Zugriff Rachida Triki
- Die Autorinnen und Autoren Kein Zugriff Seiten 430 - 440




