
Publizistik in jüdischen Displaced-Persons-Camps im Nachkriegsdeutschland
Charakteristika, Medientypen und bibliothekarische Überlieferung- Herausgeber:innen:
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- Reihe:
- ZfBB Sonderband, Band 112
- Verlag:
- 2014
Zusammenfassung
Die Geschichte der jüdischen Displaced Persons stand lange im Schatten der Shoa-Forschung. In der allgemeinen Historiographie geschieht ihre Aufarbeitung erst seit wenigen Jahren, in der buch- und bibliotheksgeschichtlichen Forschung ist dies vollkommenes Neuland. Es waren die Überlebenden des nationalsozialistischen Massenmords an den europäischen Juden, die nun großenteils als Displaced Persons in den DP-Camps vor allem auf deutschem Boden lebten, die die ersten Impulse gaben für die Dokumentation der von ihnen selbst erlebten nationalsozialistischen Verfolgung. Mit ihren Selbstzeugnissen brachten sie von Beginn an die Perspektive der Opfer und ihre Erfahrungen in die Wahrnehmung und Darstellung der Shoa ein. Diese frühen Bemühungen einer Dokumentation der Shoa "von unten" sind ein zentrales Charakteristikum des Lebens in den jüdischen DP-Camps im Nachkriegsdeutschland. Die aus ihren traditionellen Zusammanhängen herausgerissene jüdische (Buch-)Kultur erhielt hier einen neuen Kontext, bevor sie mit der Schließung der Camps nach 1950 in weiten Teilen aus Europa verschwand. Diese Erkenntnis war der Anlass für die Gottfried Wilhelm Leibniz-Bibliothek, die im DP-Camp Bergen-Belsen zwischen 1945 und 1950 (re-)produzierte oder vom Zentralkomitee der befreiten Juden auf verschlungenen Wegen erworbene jüdische Buchkultur sukzessive durch eine gezielte Erwerbung zu rekonstruieren. Auch die Gedenkstätte Bergen-Belsen erhielt den Auftrag, eine entsprechende Sammlungs- und Forschungstätigkeit zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund entstand dieser Band. Das Spektrum der Beiträge reicht von der bibliothekarischen Überlieferung und ihren Bedingungsfaktoren, ihren formalen und inhaltlichen Charakteristika, den Akteuren und Kontexten der Publikationstätigkeit, den Funktionen dieser Publikationen in den jüdischen DP-Camps, ihrer historischen und historiographischen Bedeutung bis hin zu ihrer Stellung in der Kontinuität deutsch-jüdischer Geschichte.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2014
- ISBN-Print
- 978-3-465-04216-7
- ISBN-Online
- 978-3-465-14216-4
- Verlag
- Klostermann, Frankfurt am Main
- Reihe
- ZfBB Sonderband
- Band
- 112
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 194
- Produkttyp
- Sammelband
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- Geleitwort Kein Zugriff Seiten 7 - 8 G. Ruppelt
- Einführung in das Thema Kein Zugriff Seiten 9 - 20 A.-K. Henkel, Th. Rahe
- Jüdische Displaced Persons im Nachkriegsdeutschland 1945-1957 Kein Zugriff Seiten 21 - 36 J. Wetzel
- Jiddische Publizistik in Deutschland vor und nach 1945 Kein Zugriff Seiten 37 - 60 A.-Ch. Sass
- Die jüdische DP-Presse in der amerikanischen Zone Deutschlands Kein Zugriff Seiten 61 - 74 J. Giere
- Die jüdische DP-Zeitung "Unzer Sztyme" und die Shoa Kein Zugriff Seiten 75 - 96 Th. Rahe
- Zur Aufarbeitung der Shoa im DP-Camp Bergen-Belsen Kein Zugriff Seiten 97 - 118 A.-K. Henkel
- Über den Mangel an hebräisch- und jiddischsprachigem Unterrichtsmaterial in den DP-Camps Kein Zugriff Seiten 119 - 136 Jim G. Tobias
- Drucke der jüdischen Displaced Persons und ihre Identifizierung Kein Zugriff Seiten 137 - 156 J. Pierce
- Die Sammlung "Literatur aus DP-Lagern" in der Berliner Staatsbibliothek Kein Zugriff Seiten 157 - 168 E.-M. Thimme, S.C. Fock
- Publikationen aus jüdischen DP-Camps an der Bayerischen Staatsbibliothek Kein Zugriff Seiten 169 - 184 S.J. Wimmer
- Die Autorinnen und Autoren Kein Zugriff Seiten 185 - 188
- Personen- und Sachregister Kein Zugriff Seiten 189 - 192
- Titelregister Kein Zugriff Seiten 193 - 194




