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Homo Contractualis

Regime und Romantik des Vertrags um 1800
Autor:innen:
Verlag:
 2025

Zusammenfassung

Im 17. Jahrhundert beginnt der Aufstieg des modernen Vertrags als privatrechtliche Handlungsform. Vertragstypen des römischen Rechts werden nun in einen allgemeinen Vertragsbegriff überführt.Die Konjunktur des Vertrags zeigt sich interdiskursiv in Recht, Philosophie, Politik und Literatur und kulminiert um 1800 in einer umfassenden Präsenz auch in nichtjuridischen Bereichen: Kommunikation und Intersubjektivität werden kontraktual konzipiert, ästhetische, politische und historische Gesellschaften von Friedrich Schiller nach dem ›Muster des Bundes‹ entworfen und verliebte Romanfiguren träumen in Goethes Wahlverwandtschaften eher vom Kontrakt, als von einer Liebesnacht. Sigrid G. Köhler zeichnet diese Konjunktur aus literaturund kulturwissenschaftlicher Perspektive nach. Sie untersucht Texte der Klassik und Romantik von Friedrich Schillers Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen über Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas bis zu Ludwig Uhlands Vaterländischen Gedichten, ergänzt durch einschlägige frühneuzeitliche und aufklärerische naturrechtliche Positionen, darunter Thomas Hobbes, Samuel von Pufendorf und Jean-Jacques Rousseau sowie frühe moderne soziologische Schriften von Herbert Spencer, Émile Durkheim und Max Weber. Im Zentrum steht die Formierung des modernen bürgerlichen Subjekts. Dessen Vorstellung, frei und selbstbestimmt zu sein, drückt sich nicht zuletzt in der durch den Vertrag gewährten Handlungsautonomie aus. Der Vertrag – als privatrechtliche Ermöglichungsfigur, als staatliche Regulierungsfigur und als Figur der Transzendenz – erlaubt es dem modernen Menschen, seinen eigenen (Rechts-)Raum im Staat zu bestellen.

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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2025
ISBN-Print
978-3-8353-9171-0
ISBN-Online
978-3-8353-9763-7
Verlag
Wallstein, Göttingen
Sprache
Deutsch
Seiten
410
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
    1. Eine literarische Annäherung: Gustav Freytags ›Soll und Haben‹ Kein Zugriff
    2. Konzeption und Aufbau Kein Zugriff
    1. Homo contractualis – kontraktuales Handeln Kein Zugriff
    2. Der Mangel des Vertrags in Recht und Literatur Kein Zugriff
    3. Im Zeitraffer: eine kurze Geschichte des Vertrags Kein Zugriff
    4. Vom Status zum Kontrakt: soziologische Reflexionen um 1900 Kein Zugriff
    5. Gibt es romantische Verträge? Kein Zugriff
    1. Interessensicherung durch Vertrag: Hobbes’ ›Leviathan‹ Kein Zugriff
    2. Verpflichtung zur Sozialität: Pufendorfs naturrechtliche Vertragskonzeption Kein Zugriff
    3. Vom Vertrag zur Form: das kontraktuale Argument (Rousseau und Kant) Kein Zugriff
    1. Organisches Recht und Herrschaft des Willens Kein Zugriff
    2. Herrschaft des Rechts – Privilegierung des Privatrechts – Kunst der Auslegung Kein Zugriff
    3. Privatwillkür: die Rechtsform des Vertrags Kein Zugriff
      1. Das Recht der Ästhetik: Schillers Briefe ›Über die ästhetische Erziehung des Menschen‹ Kein Zugriff
      2. Was ist ein Bund? – kursorisch Kein Zugriff
      3. Die poetische Form des Bundes (›Wilhelm Tell‹ I) Kein Zugriff
      4. Das Recht des Bundes (›Wilhelm Tell‹ II) Kein Zugriff
      5. Tells ›Recht-Tun‹ (›Wilhelm Tell‹ III) Kein Zugriff
      6. Souveränität als Meisterschaft (›Wilhelm Tell‹ IV) Kein Zugriff
      1. Recht handeln – kontraktual handeln Kein Zugriff
      2. Recht fühlen: ausschweifend genießen Kein Zugriff
      1. Verträge (unter-)schreiben: träumen und scheiden Kein Zugriff
      2. Die Ehe auf Zeit und die Ehepolizei Kein Zugriff
      3. Die polizierte Kolonie (J. F. Pfeiffers ›Lehrbegrif‹) Kein Zugriff
      4. Die Ehe auf Zeit und die Ehepolizei (Fortsetzung) Kein Zugriff
      5. Den Kontrakt unterschreiben: die Performanz der (Rechts-)Form Kein Zugriff
      1. In Abgrenzung zu Fichte Kein Zugriff
      2. Quasi ›freyer Vertrag‹ Kein Zugriff
      1. Totalität als Projekt: der ›Sinn für Bund‹ (›Das allgemeine Brouillon‹) Kein Zugriff
      2. Der ästhetische Staat in der Form des Bundes (›Glauben und Liebe‹) Kein Zugriff
      1. Unausgesetzte Verhandlungsbereitschaft Kein Zugriff
      2. Organismus – Antagonismus – Vermittlung Kein Zugriff
      3. Die Idee des Rechts Kein Zugriff
      4. Von der Kunst zu den Techniken der Vermittlung und zum Vertrag Kein Zugriff
      5. Geschichtlichkeit des Vertrags – Vertragsgeschichten Kein Zugriff
    1. Die ›Vaterländischen Gedichte‹ als romantisches Projekt Kein Zugriff
    2. Im Kontext des Verfassungsstreits: der Vertrag Kein Zugriff
    3. Die ›Vaterländischen Gedichte‹ als literarische Intervention Kein Zugriff
    4. Treue und Vertrag: Uhlands historisches Drama ›Ernst Herzog von Schwaben‹ Kein Zugriff
    5. Exkurs in die zeitgenössische württembergische Literatur: Hauffs ›Lichtenstein‹-Roman Kein Zugriff
  2. Zum Schluss: die Lust am Vertrag – das Territorium des Vertrags Kein Zugriff Seiten 363 - 374
  3. Dank Kein Zugriff Seiten 375 - 376
  4. Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 377 - 410

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