
Die Zeit der Prävention
Eine Genealogie- Autor:innen:
- Verlag:
- 23.03.2018
Zusammenfassung
Modern zu sein heißt, Prävention zu betreiben. Beginnend im Zeitalter der Aufklärung bis in die jüngste Vergangenheit lässt sich die gemeinsame Entstehungs- und Verflechtungsgeschichte von Prävention und Moderne nachweisen. Die vorliegende genealogisch angelegte Studie zeigt am Beispiel der Krankheitsvorbeugung in Deutschland (und darüber hinaus) auf, auf welchen Wegen unsere Kultur gelernt hat, potenzielle Gesundheitsschäden in der Zukunft als aktuelle Probleme zu behandeln. Dazu werden zunächst die zwei dominanten Kulturen der Vorbeugung im Zeitalter der Aufklärung untersucht. Während die Diätetik zur Ausbildung eines präventiven Selbstverhältnisses beizutragen versuchte, legte die Medicinalpolicey den Grundstein für die staatliche Gesundheitspolitik. Individuums- und bevölkerungsbezogene Präventionsformen standen sich zu dieser Zeit noch vergleichsweise unverbunden gegenüber. Die Analyse verdeutlicht anhand der Kategorien der Infektionskrankheit, der sozialen Pathologie und der Erbkrankheit, dass erst in den Jahren zwischen 1848 und 1945 langsam ein systematischer Zusammenhang zwischen Individual- und Kollektivgesundheit hergestellt wurde. Abschließend wird die rechtsstaatliche Neuausrichtung des biopolitischen Regierens nach dem Zweiten Weltkrieg diskutiert, in deren Folge die Einschränkung individueller Freiheitsrechte im Namen des kollektiven Gesundheitsschutzes zunehmend als problematisch empfunden wurde, allerdings ohne gänzlich darauf zu verzichten. In einer Verbindung von Quellen- mit Begriffsarbeit wird in der vorliegenden Arbeit ein charakteristisches Verlaufsmuster in der Geschichte moderner Krankheitsprävention rekonstruiert. Auf diese Weise ist die Arbeit zugleich ein Plädoyer dafür, die soziologische Theoriebildung wieder stärker an die historische Forschung anzubinden. Zudem werden die Probleme und Grenzen biopolitischen Regierens unter den Bedingungen funktionaler Differenzierung einsichtig. Die Arbeit wurde mit dem Erasmus Prize for the Liberal Arts and Sciences 2017 ausgezeichnet.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2017
- Erscheinungsdatum
- 23.03.2018
- ISBN-Print
- 978-3-8452-9249-6
- ISBN-Online
- 978-3-8452-9249-6
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 372
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- Vorwort von Heidrun M. Thaiss Kein Zugriff Seiten 7 - 9
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 10 - 26
- Gesundheit als Gleichgewicht Kein Zugriff
- Bürgerliche Selbstsorge Kein Zugriff
- Aufklärung im Zwielicht Kein Zugriff
- »Gute Policey« und Staatsgenese Kein Zugriff
- Verordnete Gesundheit Kein Zugriff
- Liberale Regierungskunst Kein Zugriff
- Bakteriologische Forschung Kein Zugriff
- Zweierlei Hygiene Kein Zugriff
- Immunologische Dialektik Kein Zugriff
- Die Krankheit der Armut Kein Zugriff
- Wohlfahrt als Heilmittel Kein Zugriff
- Exkurs: Zur Vermessung des Sozialen Kein Zugriff
- Sozialhygienische Disziplinierung Kein Zugriff
- Das Werden der Arten Kein Zugriff
- Darwins Erben Kein Zugriff
- Hygiene der Fortpflanzung Kein Zugriff
- Der biologische Staat Kein Zugriff
- Risikofaktoren Kein Zugriff
- Stress im Regelkreis Kein Zugriff
- Die salutogenetische Wende Kein Zugriff
- Flexibles Gesundheitsmanagement Kein Zugriff
- Ausbau des Seuchenschutzes Kein Zugriff
- Kybernetische Immunologie Kein Zugriff
- Der AIDS-Schock Kein Zugriff
- Pandemieplanung Kein Zugriff
- Zum Legitimationsverlust der Eugenik Kein Zugriff
- Humangenetische Forschung und Beratung Kein Zugriff
- Schlussthesen Kein Zugriff Seiten 287 - 293
- Dank Kein Zugriff Seiten 294 - 294
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 295 - 363
- Sachregister Kein Zugriff Seiten 364 - 372



