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Das Soziale ohne Grenzen?

Eine historisch-wissenssoziologische Analyse zu den Grenzen der Sozialwelt in der Frühen Neuzeit
Autor:innen:
Verlag:
 2015

Zusammenfassung

In den letzten Jahren hat sich das Spektrum soziologischer Themen und Grundlagenfragen erweitert. Die vormals übliche Gleichsetzung von Menschlichem und Sozialem wird nicht nur infrage gestellt, sondern selbst zum Gegenstand gemacht. Aus der Wissenschafts- und Technikforschung stammt die Forderung, dass die Beobachtung interpersoneller Beziehungen auf Dinge und Technik auszuweiten ist. Daneben hat sich ein Forschungsfeld etabliert, in dessen Rahmen eigens die Bedingungen und Verläufe gesellschaftlicher Grenzziehungsprozesse analysiert werden. Der Frage nach den Grenzen der Sozialwelt liegt die zentrale These zugrunde, dass es historisch kontingent ist, wie in Gesellschaften der Kreis allgemein anerkannter Sozialwesen begrenzt wird. Die Pointe ist, dass die Frage, wer eine soziale Person ist und was nicht, sich nicht theoretisch, sondern nur empirisch beantworten lässt, indem die praktische Realisierung gesellschaftlicher Wirklichkeitsbildung in den Blick genommen wird.

Die reflexive Wendung auf den soziologischen Gegenstand ist nicht nur eine theoretische, sondern vor allem auch eine methodologische Herausforderung. Auf den Punkt gebracht: Wie lässt sich die anthropologische Differenz der Moderne in den Blick nehmen, ohne diese Differenz bei der Beobachtung bereits vorauszusetzen? Dieses Buch schlägt eine reflexive Verzahnung von Sozialtheorie und empirischer Analyse vor. Im ersten Teil werden die Anforderungen in Auseinandersetzung mit Konzepten Helmuth Plessners und Gesa Lindemanns erörtert sowie die ‚Theorie historischer Wissensordnungen‘ in Weiterentwicklung der ‚Neuen Wissenssoziologie‘ von Peter L. Berger und Thomas Luckmann vorgestellt. Der zweite Teil bringt den methodologischen und theoretischen Ansatz zur Anwendung. Im Zentrum steht hier die Analyse der spanischen Kolonialismusdebatte zwischen Bartolomé de Las Casas und Juan Ginés de Sepúlveda während der Junta von Valladolid Mitte des 16. Jahrhunderts. Der Vergleich von moderner und frühneuzeitlicher Wissensordnung zeigt die Variabilität der Bedingungen und Formen praktischer Wissensproduktion: Eine allgemein geltende Grenze zwischen dem Sozialen und Nicht-Sozialen, wie dies für die westliche Moderne gilt, ist am Beginn der Frühen Neuzeit weder denkbar noch möglich.


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2015
ISBN-Print
978-3-958-32044-4
ISBN-Online
978-3-8452-7751-6
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
302
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
  2. Siglenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 7 - 8
  3. Vorwort Kein Zugriff Seiten 9 - 10
  4. Einleitung Kein Zugriff Seiten 11 - 30
      1. Helmuth Plessner als Wissenssoziologe (?) Kein Zugriff
      2. Theoriebildung, Beobachtung und Deutung Kein Zugriff
      3. Die Positionalität der exzentrischen Form Kein Zugriff
      4. Außenwelt, Innenwelt, Mitwelt Kein Zugriff
        1. Eine projektionstheoretische Lösung? Kein Zugriff
        2. Die Projektionstheorie von Thomas Luckmann Kein Zugriff
        3. Plessners Konzept vor dem Hintergrund von Analogieschluss- und Einfühlungstheorien Kein Zugriff
        4. Mitwelt und historische Wissensordnungen Kein Zugriff
      1. Wissenschaftlichkeit und Historizität Kein Zugriff
      2. ›Sozialtheorie‹ Kein Zugriff
      1. Die Prozessualität des Sozialen Kein Zugriff
      2. ›Wissen‹ und ›Ordnung‹ Kein Zugriff
      1. Die frühneuzeitliche Transformation des Wissens Kein Zugriff
      2. Die anthropologische Differenz der Moderne Kein Zugriff
      3. Aufbau der Analyse Kein Zugriff
    1. Scholastische Methode und die Buchbezogenheit gelehrten Wissens – Charakteristika der frühneuzeitlichen Wissensordnung Kein Zugriff Seiten 143 - 154
    2. Die Kolonialismus-Debatte zwischen Bartolomé de Las Casas und Juan Ginés de Sepúlveda Kein Zugriff Seiten 155 - 174
      1. Koloniale Kriege Kein Zugriff
      2. Unglaube und widernatürliche Sünden Kein Zugriff
      3. Unterwerfung als Mittel der Missionierung, gewaltsame Intervention bei Missionsbehinderung und Schutz der Missionsarbeit Kein Zugriff
      4. Krieg zur Verteidigung und Rettung Unschuldiger Kein Zugriff
      1. »Sklave von Natur« Kein Zugriff
      2. Natürliche Herrschaft und Paternalismus Kein Zugriff
      3. Topologie des Barbarischen Kein Zugriff
  5. Ergebnisse Kein Zugriff Seiten 259 - 270
  6. Literatur- und Quellenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 271 - 289
  7. Personenregister Kein Zugriff Seiten 290 - 294
  8. Sachregister Kein Zugriff Seiten 295 - 302

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