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Wahrheit im Recht

Zu Problematiken und Legitimität einer fragwürdigen Denkform
Autor:innen:
Verlag:
 2004

Zusammenfassung

Sollte Wahrheit, wie formuliert worden ist, wirklich die „Erfindung eines Lügners“ sein, so läge auf der Rede von Wahrheit im Recht eine doppelte moralische Hypothek. Wahrheitsansprüche im Recht sind mit Legitimationsansprüchen untrennbar verknüpft. Eine Entscheidung, die sich auf die Wahrheit der ihr zugrundeliegenden Rechtsbehauptung berufen kann, ist nicht mehr in Zweifel zu ziehen.

Die Arbeit versucht, die Frage nach der Berechtigung von Wahrheitsansprüchen im Recht sowohl erkenntnistheoretisch als auch in Hinblick auf ihre praktische Bedeutung zu beantworten. Während die theoretische Analyse die Unhaltbarkeit der Theorie der „einzig richtigen Entscheidung“ (Dworkin) bestätigt, ergibt sich auf der Ebene der Funktionsanalyse ein differenziertes Bild. In bestimmten institutionellen Kontexten des Rechts ist die Vorstellung einer einzig richtigen Entscheidung als regulative Idee unverzichtbar. So beruht die Kontrolle von Verwaltungsentscheidungen durch Gerichte, aber auch die Überprüfung von Gerichtsurteilen im Instanzenzug auf dem Gedanken, dass es in jedem Fall eine und nur eine richtige Entscheidung gibt. Auf der anderen Seite gerät das Modell der einzig richtigen Entscheidung dort zur schlechten Fiktion, wo es, wie etwa im Bereich der Rückwirkung von Rechtsprechungsänderungen der Strafgerichte, zur Verkürzung von Grundrechtspositionen des Bürgers eingesetzt wird.


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2004
ISBN-Print
978-3-8329-0910-9
ISBN-Online
978-3-7489-0244-7
Verlag
Nomos, Baden-Baden
Reihe
Würzburger Vorträge zur Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und Rechtssoziologie
Band
32
Sprache
Deutsch
Seiten
64
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 5 Download Kapitel (PDF)
  2. Download Kapitel (PDF)
    1. Einleitung
      1. „Wahrheitsoptimismus“ und Wahrheitsskeptizismus im Recht
        1. Entsprechung von Aussage und Sachverhalt (Korrespondenztheorie)
          1. Reale und ideale Sachverhalte
          2. Relativität rechtlicher „Sachverhalte“
          3. Bestimmtheit rechtlicher „Sachverhalte“
          4. Rechtliche „Sachverhalte“ als institutionelle Tatsachen
        2. Semantische Wahrheitstheorien
        3. Zwischenbilanz
        4. Konsenstheorie
        5. Kohärenztheorie
          1. Wahrheit als Funktion von Argumentation
          2. Die Heterogenität j uristischer Argumentationsstandards
          3. Die Struktur juristischer Abwägungsprozesse
        1. Ontologische Deutung
        2. Interpretation als regulative Idee
        1. Entscheidungslegitimation durch die Richterpersönlichkeit
        2. Entscheidungslegitimation durch institutionelle Autorität
        1. Rechtswissenschaft und Rechtspraxis
        2. Verwaltung und Verwaltungsgerichtsbarkeit
        3. Justizinteme Richtigkeitskontrolle: „Richtigkeit“ vs. „Vertretbarkeit“
        1. „Interne“ und „externe“ Perspektive
        2. Beispiel: Bewegliche Zuständigkeit und Gesetzlicher Richter
        3. Beispiel: Rückwirkung von Rechtsprechungsänderungen
    2. Fazit

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