Ästhetisierung als Zweite Aufklärung
Eine literarästhetisch abgeleitete Kulturtheorie- Autor:innen:
- Verlag:
- 2022
Zusammenfassung
Eine Kulturtheorie literarästhetisch abzuleiten, drängt sich selbst Literaturwissenschaftlern nicht auf. Der Germanist Gert Kaiser gesteht dem Ästhetischen nicht einmal eine “seismographische Funktion” zu: “Es waren nicht die Künste, die uns die Zukunft voraussagten, sondern die technischen Erfindungen der Daguerreotypie, des Filmapparats und der Schreibmaschine, die die Kunst bewegten.” (Die Zeit, 18.3.1994, S. 45) Allzu viele Kollegen sind von solcher Nachrangigkeit der Ästhetik gegenüber Technik, Soziologie, politischer Geschichte usw. überzeugt. Sie ignorieren die erkenntniskritische Potenz des Ästhetischen.
Peper sieht Kultur nicht als irgendeinen Fortschritt der Zivilisation, sondern als gestaltete und gelebte Wahrheitsvorstellung. Das gilt in der Postmoderne nicht weniger als im Mittelalter. Peper zeigt Ästhetisierung als erkenntniskritische Hinterfragung der klassischen Wahrheitsvorstellung im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts und somit als Zweite Aufklärung. Er macht Ernst mit Odo Marquards Beobachtung, daß mit Kant die Ästhetik die Metaphysik als “diensthabende Fundamentalphilosophie”
abgelöst hat. Was dann im 20. Jahrhundert soziologisch als “Ästhetisierung der Lebenswelt” (Bubner) zutage tritt, als “Erlebnisgesellschaft” (Schulze), als “sensuelles Zeitalter” (Horx), als Individualisierung und demokratische Emanzipation, das kündigt sich bereits in der Lyrik des 18. Jahrhunderts im Wandel der Metapherstruktur, also ästhetischerkenntniskritisch, an. Untersucht werden Texte der amerikanischen, englischen, französischen und deutschsprachigen Literatur seit der Mitte des 18. Jahrhunderts. Seitenblicke in die homologen Entwicklungen im Theater, in Musik und Malerei runden ab. Ein abschließender 46seitiger “Theorie-Check” überprüft die vorgelegte Kulturtheorie.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2022
- ISBN-Print
- 978-3-8498-1827-2
- ISBN-Online
- 978-3-8498-1828-9
- Verlag
- Aisthesis, Bielefeld
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 442
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 10
- Siglen und Hinweise Kein Zugriff Seiten 11 - 12
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 13 - 18
- 1. “Im Anfang war das Wort [...] und Gott war das Wort” Kein Zugriff
- 2. “Im Anfang war der Unsinn [...] und Gott (göttlich) war der Unsinn” Kein Zugriff
- 3. “Im Anfang des menschlichen Denkens war der Zweck” – und Gott galt als der höchste Zweck alles Seienden Kein Zugriff
- 1. Platons homologe Hierarchien und die aristotelische Mimesis Kein Zugriff
- 2. ›Pride and Prejudice‹: Jane Austens klassische Mimesis Kein Zugriff
- 3. ‘Männliche’ Vernunft und ‘weibliche’ Phantasie Kein Zugriff
- 1. Rousseaus ästhetisierter ›homme naturel‹ Kein Zugriff
- 2. Kants epochistische Ästhetik als erfahrbare Erkenntniskritik Kein Zugriff
- 1. Schopenhauers “ästhetische Betrachtungsweise” Kein Zugriff
- 2. Mit Schopenhauers “ästhetischer Betrachtungsweise” zur atonalen Musik Kein Zugriff
- 3. Mit Schopenhauers “ästhetischer Betrachtungsweise” zur gegenstandsfreien Malerei Kein Zugriff
- 4. Wordsworths ästhetisierende “wise passiveness” Kein Zugriff
- 5. Coopers satirischer Blick auf die epochistische Revolution Kein Zugriff
- 6. Coopers “civilization” (Kultur) und Emersons “self-culture” Kein Zugriff
- 7. Emersons ästhetisiertes ›Self‹ in “Self-Reliance” Kein Zugriff
- 8. Thoreaus diesseitsgläubige Selbstkultur Kein Zugriff
- 9. Poe: Amerikas Ästhetizist Kein Zugriff
- 10. E. Dickinsons Ästhetisierung des Religiösen Kein Zugriff
- 11. Mallarmés ästhetisierte Transzendenz Kein Zugriff
- 12. Die ästhetizistische “Selbstkultur” Kein Zugriff
- 13. Die ästhetizistische Selbstkultur im Roman und ihr kurzer Weg in eine “Ästhetik des Bösen” Kein Zugriff
- 14. Positivistischer Realismus, zwei Ästhetizismen und zwei Naturalismen Kein Zugriff
- 15. Whitmans Selbstkultur oder “Personalism” Kein Zugriff
- 16. Nietzsches Selbstkultur aus dem Geist der Kunst Kein Zugriff
- 17. Der ästhetisierte Augenblick: Proust und G. Stein Kein Zugriff
- 18. Der ästhetisierte Augenblick: W.C. Williams Kein Zugriff
- 19. T.S. Eliot: Eine Gegenprobe Kein Zugriff
- 20. Hemingways filmische Epoché Kein Zugriff
- 21. Camus’ existentialistische Selbstkultur Kein Zugriff
- 22. Die Metapher als Kulturfigur: Vom metaphorischen Bild zum selbstbezüglichen ‘Bild’ in der Prosa Kein Zugriff
- 23. Die Metapher als Kulturfigur: Vom metaphorischen Bild zum selbstbezüglichen ‘Bild’ in der Lyrik Kein Zugriff
- 24. Die surrealistische ‘Revolution’ Kein Zugriff
- 25. Artauds Körpertheater: “Metaphysik via Haut” Kein Zugriff
- 26. Postmodernistische und poststrukturalistische Folgerungen Kein Zugriff
- 27. “Amerika, du hast es besser”? oder Entropie vs. Nihilismus Kein Zugriff
- 1. Ästhetisierende und wissenschaftliche Epoché Kein Zugriff
- 2. Emanzipation der medialen Parameter durch Epoché Kein Zugriff
- 1. Mailers ‘zukunftsweisender’ Hipster Kein Zugriff
- 2. Weibliche ‘Identität’ Kein Zugriff
- 3. Subjektivität ohne Subjekt: Das dekonstruierbare Subjekt Kein Zugriff
- 1. Freiheit vor Gleichheit Kein Zugriff
- 2. Momentanismus, Sensualismus, Narzißmus Kein Zugriff
- 3. Jugendlichkeitskult Kein Zugriff
- 1. Die Ästhe(ti)sierung der demokratischen Lebenswelt Kein Zugriff
- 2. Deutsche Kultur gegen westliche Zivilisation Kein Zugriff
- 3. Funktionsteilung zwischen Privatkultur und Zivilisation Kein Zugriff
- 4. Selbstkultur und Individualkultur heute Kein Zugriff
- 1. “Eine Theorie ist desto eindrucksvoller, je [...]” Kein Zugriff
- 2. Ästhetische Distanz, Existentielle Epoché, Partizipationspause, Präsenz, Epistemologische Epoché Kein Zugriff
- 3. ›Freiheit‹ der Handlung vs. ›gesetzmäßige‹ Entfaltung? Kein Zugriff
- 4. Teleologie, Teleonomie – oder schlicht Strategie? Kein Zugriff
- 5. Der hintergründige Zweckbegriff Kein Zugriff
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 421 - 436
- Namenregister Kein Zugriff Seiten 437 - 442





