
Nehmt Scheren
Ansichten eines Werkzeugs im Zeitalter der Collage- Autor:innen:
- Verlag:
- 2026
Zusammenfassung
Im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit avanciert die Schere zu einem Medium, das den Umgang mit Texten und Bildern revolutioniert. Das Buch verfolgt ihre Karriere von einem als unschöpferisch geltenden Gebrauchsgegenstand der frühen Neuzeit zu einem zentralen Werkzeug moderner künstlerischer und literarischer Verfahren. »Nehmt Scheren« erzählt die unwahrscheinliche Aufstiegsgeschichte eines unauffälligen Werkzeugs. Juliane Vogel zeigt, wie die Schere zum unverzichtbaren Produktionsmittel im Umgang mit den modernen Massenmedien wurde und wie sie sich in die Ateliers und auf die Schreibtische vorarbeitete. Nach 1900 und während des Ersten Weltkriegs begründet sie ein neues Modell von Kreativität, das mit den Konzepten der Originalität und der Autorschaft brach, die noch die bürgerliche Kunst bestimmt hatten. Gezeigt wird jedoch auch, dass Scherenpraktiken schon lange populär waren, bevor sie von den Dadaisten und Surrealisten aufgegriffen, weiterentwickelt und reflektiert wurden. Im Zentrum des Buches stehen weniger diese Scherenpraktiken selbst als die Vorstellungen, die die Schere und ihre Praxis bei ihrem Aufstieg begleiteten: Vorstellungen von sekundärer Originalität, Inklusivität, sexueller und geschlechterpolitischer Mehrdeutigkeit, Flüchtigkeit, Selbsttätigkeit und nicht zuletzt von Gewalt, die von ihren Schneiden ausging und die sie als Werkzeug der Moderne kennzeichnete. Juliane Vogel interessiert sich für die Papierkontakte der Schere ebenso wie für die Bedeutungen, die dem Schneiden mit der Schere zugeschrieben wurden und die bis heute unser Verständnis der Collage und Montage mitbestimmen.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2026
- Copyrightjahr
- 2026
- ISBN-Print
- 978-3-8353-9193-2
- ISBN-Online
- 978-3-8353-9787-3
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 306
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt Kein Zugriff
- Zum Buch Kein Zugriff
- Die editorische Schere Kein Zugriff
- Negative Disposition Kein Zugriff
- Stoffverfallenheit Kein Zugriff
- ›Papiers collés‹ Kein Zugriff
- Tristan Tzara: »Pour faire un poème dadaïste« Kein Zugriff
- Deplatzierung und »bouleversement« Kein Zugriff
- Silhouette Kein Zugriff
- Scherenmoden Kein Zugriff
- »Mit sehr geringen Kosten« Kein Zugriff
- »Auf eine leichte Art« Kein Zugriff
- Unselbständigkeit und Liniengehorsam Kein Zugriff
- Künste für Arme Kein Zugriff
- Kritisches Deskilling Kein Zugriff
- Entautomatisierung Kein Zugriff
- Kollektivität Kein Zugriff
- Das Werkzeug des »Frauen-Volcks« Kein Zugriff
- Domestizierte Scheren in bürgerlichen Verhältnissen Kein Zugriff
- Unruhe in der Geschlechterordnung Kein Zugriff
- Große Scheren Kein Zugriff
- Scherenangst und Lustmord Kein Zugriff
- ›Blurring‹ und ›Transitioning‹ 1930 Kein Zugriff
- A Pair of Scissors and a Ball of String: Laura Gilpin Kein Zugriff
- Claude Cahun / Marcel Moore: Aveux non avenus Kein Zugriff
- »Treffliches Surrogat« Kein Zugriff
- Flugobjekte Kein Zugriff
- Gesellschaftlicher Stoff Kein Zugriff
- Fliegende Blätter Kein Zugriff
- Aeolus in Dublin: Odyssee eines ›Cut out‹ Kein Zugriff
- ›Le Jour‹ Kein Zugriff
- Allianzen Kein Zugriff
- Die aleatorische Schere Kein Zugriff
- Zufallsrezepte Kein Zugriff
- Die beiläufige Schere Kein Zugriff
- Geisterwesen Kein Zugriff
- Die surrealistische Schere Kein Zugriff
- Aufbruch und Abenteuer Kein Zugriff
- Max Ernst und Paul Éluard: »Les ciseaux et leur père« Kein Zugriff
- Die maschinelle Schere Kein Zugriff
- Provozierter Kontrollverlust Kein Zugriff
- Gegenschnitt und Gegenzensur Kein Zugriff
- Kriegsschnitte Kein Zugriff
- Luziferische Schnitte Kein Zugriff
- Befreiungsschläge Kein Zugriff
- John Heartfield: »Schöne Be-Scherung« Kein Zugriff
- Remediales Kleben Kein Zugriff
- Arretierendes Kleben Kein Zugriff
- Colle / Collage Kein Zugriff
- Syndetikon Kein Zugriff
- Georges Méliès: ›La Colle universelle‹ Kein Zugriff
- Yvan Goll: »La Chaplinade« Kein Zugriff
- Coll(e)isionen Kein Zugriff
- Dickflüssiger Leim und Paralyse Kein Zugriff
- Robert Musil: »Das Fliegenpapier« Kein Zugriff
- Schluss Kein Zugriff Seiten 267 - 272
- Danksagung Kein Zugriff Seiten 273 - 274
- Abbildungen Kein Zugriff Seiten 275 - 280
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 281 - 306




