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Entgrenzungen der Soziologie

Bruno Latour und der Konstruktivismus
Autor:innen:
Verlag:
 2015

Zusammenfassung

Obwohl sich der Konstruktivismus seit den 1960er-Jahren zu einem festen Bestandteil der Sozial- und Kulturwissenschaften entwickelt hat, häufen sich seit einigen Jahren die Einwände gegenüber diesem Forschungs- und Theorieprogramm. Trotz unterschiedlicher Motive und Stoßrichtungen gilt vielerorts Bruno Latour als ein zentraler Referenzpunkt dieser Kritik – und wird wahlweise zum Hoffnungsträger einer ›postkonstruktivistischen‹ Erneuerung des Konstruktivismus stilisiert oder als Symptom einer zunehmenden Entleerung dieses Forschungsprogramms begriffen.

Vor dem Hintergrund der immer noch schwierigen Rezeption Latours erkundet der Autor systematisch dessen Werk. Konträr zur bisherigen Diskussion konzentriert er sich dabei vor allem auf die Grundlegung seines Ansatzes in den frühen wissenschaftssoziologischen Arbeiten sowie die jüngst publizierten Texte rund um die Erforschung der verschiedenen Existenzweisen. Er begreift den Konstruktivismus nicht nur als einen zentralen Schlüssel zum Gesamtwerk Latours, sondern auch als geeigneten Einsatzpunkt für eine systematische Verortung der Akteur-Netzwerk-Theorie in der bestehenden Soziologie.

Um diese Ziele zu erreichen, verfolgt das Buch zwei Aufgaben: zum einen geht es um eine Beschäftigung mit der Geschichte und Kontur des Konstruktivismus in der Soziologie, in der schließlich drei Positionen – Berger/Luckmann, Luhmann und Foucault – als Varianten einer paradigmatischen Theoriesprache in einen systematischen Diskussionszusammenhang gebracht werden. Und zum anderen geht es um eine Auseinandersetzung mit der Begründung sowie den Problemen der Grenzen der sozialtheoretischen Annahmen Latours, die sich nicht zuletzt mit der Radikalisierung des konstruktivistischen Ansatzes stellen.

Das Buch ist daher sowohl ein Beitrag zur allgemeinen Konstruktivismusdiskussion in den Sozial- und Kulturwissenschaften wie auch zu den aktuellen Versuchen der Erweiterung der Akteur-Netzwerk-Theorie Latours.


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2015
ISBN-Print
978-3-958-32049-9
ISBN-Online
978-3-8452-7749-3
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
448
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 8 Download Kapitel (PDF)
  2. Einleitung Seiten 9 - 22 Download Kapitel (PDF)
  3. Download Kapitel (PDF)
    1. Vorbemerkung: Ein roter Faden im Labyrinth des Konstruktivismus
      1. Kant an der Eingangspforte zum Konstruktivismus
      2. Konstruktivistische Vorläufer im neunzehnten Jahrhundert
      3. Die Geburt der Soziologie und der Geist der Hermeneutik
      4. Die Wissenssoziologie und die Standortgebundenheit des Denkens
      5. Die Attraktivität des konstruktivistischen Programms für die Soziologie
      1. Konstrukt – Konstruktion – Konstruktivismus: Eine kurze Begriffsgeschichte
      2. Der Linguistic Turn und die Bedeutung der Sprache
      3. Erste Variante: Klassischer Sozialkonstruktivismus – Berger/Luckmann
      4. Zweite Variante: Operativer Konstruktivismus – Luhmann
      5. Dritte Variante: Diskurstheoretischer Konstruktivismus – Foucault
      6. Zwischenfazit: Einheit und Vielfalt des soziologischen Konstruktivismus
      1. Die Realismusdebatte und der Relativismus
      2. Materialität(en) und Dinge
      3. Konstruktivismus und Performativität
    2. Transit: Konstruktivismus und die soziologische Wiederentdeckung der Natur
  4. Download Kapitel (PDF)
    1. Vorbemerkung: Wissenschaftsforschung und Konstruktivismus
      1. Die klassische Wissenschaftssoziologie – Robert K. Merton
      2. Wissenschaftsphilosophie und Historische Epistemologie
      3. Die Sociology of Scientific Knowledge und das Symmetrieprinzip
      4. Theoriekonstellationen in den frühen Science Studies
      5. Interpretationen im naturwissenschaftlichen Labor – Karin Knorr Cetina
      6. Latours Position in den Science Studies
      7. Zwischenfazit: Der Konstruktivismus der Science Studies
      1. Laboratory Life – Eine Ethnographie der Laborwissenschaften
      2. The Pasteurization of France – Übersetzungen zwischen Labor und Gesellschaft
      3. Science in Action – Methodologie einer soziologischen Wissenschaftsforschung
      4. Zwischenfazit: Latour, der Konstruktivismus und die Akteur-Netzwerk-Theorie
      1. Die Soziologie des Sozialen und die Soziologie der Assoziationen
      2. Die Akteur-Netzwerk-Theorie als symmetrische materiale Semiotik
      3. Sozio-Logik und Kausalität, oder: Erklären vs. Beschreiben
      1. Die Kritik des Sozialkonstruktivismus: Der Begriff des Sozialen
      2. Die Kritik des erkenntnistheoretischen Konstruktivismus: Der Begriff der Natur
      3. Zwischenfazit: Die Position Latours im Spektrum des soziologischen Konstruktivismus
  5. Download Kapitel (PDF)
    1. Vorbemerkung: Von Problemen und Grenzen des Konstruktivismus
    2. Zur Logik der Theoriebildung bei Latour
      1. Thematisierungsformen des Konstruktivismus bei Latour
      2. Probleme, Unklarheiten und Lücken des Latourschen Konstruktivismus
      1. Das Plasma und die Lücken des Netzes
      2. Kompositionismus als politisches Manifest
      3. Die Modes of Existence und die Tonalität der Konstruktionen
  6. SCHLUSS – Vom epistemologischen zum ontologischen Konstruktivismus Seiten 399 - 410 Download Kapitel (PDF)
  7. Literaturverzeichnis Seiten 411 - 437 Download Kapitel (PDF)
  8. Sachregister Seiten 438 - 442 Download Kapitel (PDF)
  9. Namenregister Seiten 443 - 448 Download Kapitel (PDF)

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