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Die Entstehung des Europäischen Forschungsrates

Marktimperative – Geostrategie – Frontier Research
Autor:innen:
Verlag:
 07.10.2016

Zusammenfassung

Die Gründung des Europäischen Forschungsrates (ERC) im Jahre 2007 gilt als der politische Big Bang in der Forschungs- und Technologieförderung der Europäischen Union. Der ERC bewerkstelligt zum ersten Mal das, was der Europäischen Kommission mit ihrer Ausrichtung auf ökonomisch nützliche und politisch zweckgebundene Ziele bisher versagt geblieben war: wissenschaftlich selbstbestimmte »Grundlagenforschung« zu fördern. Forschungsthemen werden von Wissenschaftlern definiert, Fördergelder sind nicht politisch proportioniert, das Begutachtungsverfahren (»peer review«) richtet sich ausschließlich nach wissenschaftlichen Gütekriterien. Das vorliegende Buch liefert erstmals umfassende Hintergründe zur Entstehung des Europäischen Forschungsrates und verbindet historische, wissenssoziologische und politikwissenschaftliche Ansätze. Anhand der historischen Strukturen trans- und supranationaler Forschungsförderung erklärt der Autor, wie die EU-Forschungspolitik aufgrund der Legitimationsanforderungen an den gesellschaftlichen Nutzen der Wissenschaft und der Europäischen Union selbst bereits früh auf einen »Marktimperativ « zugerichtet wurde – die Existenzberechtigung einer europäischen Institution zur Förderung von Grundlagenforschung erschien somit unwahrscheinlich. In einer interpretativen Policy-Analyse wird die konkrete Entstehung des ERC im Zeitraum von 1994 bis 2007 rekonstruiert. Die wirtschaftliche und politische Zweckkonditionierung der EU-Forschungspolitik, gegen die die Idee des ERC gerichtet war, stellte paradoxerweise das Nadelöhr dar, durch das alle Forderungen nach einer EU-finanzierten Grundlagenforschung hindurch mussten. Das Brüsseler Tabu wissenschaftlich selbstbestimmter Grundlagenforschungsförderung wird vordergründig performativ durch den US-amerikanischen Begriff »Frontier Research« umgangen. Hinter der Indienstnahme der »aggressiven« Frontier-Semantik steckt jedoch mehr: Mit ihr wird eine Leitunterscheidung von Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung negiert, ein fragwürdig individuelles Wettbewerbsprinzip in der Wissenschaft heroisiert und eine ebenso fragwürdige geostrategische Abgrenzung Europas gegenüber globalen Konkurrenzregionen gefestigt. Die dahinterliegende soziale Problembewältigung europäischen Regierens zeigt der Autor anhand einer wissenssoziologisch-hermeneutischen Analyse der in diesen Prozessen zur Geltung kommenden sozialen Deutungsmuster auf.


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2016
Erscheinungsdatum
07.10.2016
ISBN-Print
978-3-95832-096-3
ISBN-Online
978-3-7489-2662-7
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
376
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
  2. Vorwort Kein Zugriff Seiten 9 - 12
  3. Einleitung Kein Zugriff Seiten 13 - 22
    1. Der ERC als ›Spezifisches Programm‹ der Kommission Kein Zugriff
    2. Die Autonomie des ERC Kein Zugriff
    3. Der »Scientific Council« des ERC Kein Zugriff
    4. Die Exekutivagentur des ERC Kein Zugriff
    5. Kapitelzusammenfassung Kein Zugriff
    1. Soziale und politische Institutionen Kein Zugriff
    2. Institutionelle Strukturen, Policy-Analyse und Deutungsmuster Kein Zugriff
    1. Erste Integration und transnationale Kooperationen Kein Zugriff
    2. Lineare Innovation und fragmentierte Planung europäischer Forschung Kein Zugriff
    3. Transnationale Forschung Kein Zugriff
    4. Die Krise supranationaler Integration Kein Zugriff
    5. Revival des Europaprojektes und Hightechförderung Kein Zugriff
    6. Die Etablierung der Forschungsrahmenprogramme Kein Zugriff
    7. Von der Projektförderung zum Europäischen Forschungsraum Kein Zugriff
    8. Fazit: Integrationsgrenzen und -chancen Kein Zugriff
    1. Emergenz oder wann die Idee eines ERC entstand Kein Zugriff
    2. Forderungen nach Grundlagenforschungsförderung Kein Zugriff
    3. Die Organisation politischer Relevanz: Warum die Lebenswissenschaften? Kein Zugriff
    4. Die Formierung einer ERC-Interessengemeinschaft Kein Zugriff
    5. Nationale Research Councils und die ESF als Nachzügler Kein Zugriff
    6. Von der Positionsformierung zum Agenda-Setting Kein Zugriff
    7. Die Kommission bewegt sich Kein Zugriff
      1. Individualförderung als Subsidiaritätsproblem Kein Zugriff
      2. Gesetzgebung: Von Grundlagenforschung zu Frontier Research Kein Zugriff
      3. Streit um die Governance-Struktur des ERC Kein Zugriff
      4. Wirtschaftliche Relevanz Kein Zugriff
    8. Kapitelzusammenfassung Kein Zugriff
    1. Geregelte Texte, soziale Regeln: Zur Objektiven Hermeneutik Kein Zugriff
    2. Interpretationsregeln der Objektiven Hermeneutik Kein Zugriff
      1. Zeremonielle und legitimatorische Bedeutung des Klappentextes Kein Zugriff
      2. Zum »Preface«: Was geschah, ist unumkehrbar Kein Zugriff
      3. Die »Hauptpunkte« als Entscheidungszumutung Kein Zugriff
      4. Fazit zu Unterkapitel 6.3 Kein Zugriff
      1. Eine »endgültige« Mitteilung als Handlungslegitimation Kein Zugriff
      2. Europas Grundlagenforschung, ein Problem der Kommission Kein Zugriff
      3. Immer wieder die »Technologische Lücke« Kein Zugriff
      4. Einleitung: Der Zwang der »wissensgestützten Wirtschaft« Kein Zugriff
      5. Zwischenfazit Kein Zugriff
      6. Die USA: Feind- und Leitbild europäischer Forschungsförderung Kein Zugriff
      7. Taktvoll unternehmerisch: die Kommission inszeniert sich Kein Zugriff
      8. Eine gescheiterte Definition von Grundlagenforschung Kein Zugriff
      9. Fazit zu Unterkapitel 6.4 Kein Zugriff
      1. Die Frontier – raubeinige Einzelkämpfer des Wilden Westens Kein Zugriff
      2. Die gekünstelte Übertragung der »Frontier« auf den EU-Kontext Kein Zugriff
      3. Frontier Research im politischen Auftrag der Kommission Kein Zugriff
      4. Seltsame Autoren- und Begriffsvermischungen Kein Zugriff
      5. Inhaltsverzeichnis: Legitimationsherausforderungen der Kommission Kein Zugriff
      6. Die Kommission, auch im Dienste der Wissenschaft: Grußworte eines Forschungskommissars Kein Zugriff
      7. Frontier Research als supranationaler Steuerungsanspruch Kein Zugriff
      8. Der ERC als »historische Herausforderung« Kein Zugriff
      9. Frontier Research – ein weiteres Definitionsscheitern Kein Zugriff
      10. Fazit zu Unterkapitel 6.5 Kein Zugriff
      1. Universitäten für das Überleben von Unternehmen Kein Zugriff
      2. Pionierforschung als funktional-politischer Expansionismus Kein Zugriff
      3. Wirtschaftlicher Fortschritt und Abgrenzung als gemeinschaftliche Überlebensstrategie Kein Zugriff
      4. Rechtliche und politische Begründung des ERC Kein Zugriff
      5. Pionierforschung als nützlichere Grundlagenforschung Kein Zugriff
      6. Zum Kapitel »Maßnahmen« Kein Zugriff
      7. Deutungsmuster zur Governance des ERC Kein Zugriff
      8. Fazit zu Unterkapitel 6.6 Kein Zugriff
      1. »About us« – Geburts- und Schöpfungsmetaphern Kein Zugriff
      2. Der ERC auf Mission Kein Zugriff
      3. Geniale Geister, bahnbrechende Erfindungen Kein Zugriff
      4. Fazit zu Unterkapitel 6.7 Kein Zugriff
    3. Kapitelzusammenfassung Kein Zugriff
  4. Fazit und Ausblick Kein Zugriff Seiten 325 - 334
  5. Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 335 - 374
  6. Abbildungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 375 - 376

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