
Das vermessene Volk
Nationalitätenstatistik und Bevölkerungspolitik in Deutschlands östlichen Grenzländern 1860–1945- Autor:innen:
- Verlag:
- 2023
Zusammenfassung
Die Statistik war nicht nur symbolische Ressource deutscher Nationalismen – in Daten übersetzt wurde Ethnizität zur verwaltbaren Tatsache.
Die Nationalitätenstatistik veränderte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur die Vorstellungen davon, was eine Nation sei, sondern auch Praktiken und Politiken, die sich auf diese Vorstellungen bezogen. Lag an ihrem Beginn die Idee, die offenen Fragen des deutschen Nationaldiskurses nach ethnopolitischen Zugehörigkeiten und Grenzziehungen zu beantworten, wurde sie um 1900 zur wichtigen symbolischen Ressource deutscher Nationalismen. Die Techniken des Erfassens und Kartierens übersetzten das Nationale zudem in eine schalt- und verwaltbare Tatsache staatlicher Ethnopolitik. Zusehends in den Fokus gerieten die östlichen Grenzländer des Deutschen Reichs.
Der Autor untersucht die Quantifizierung des Nationalen von den 1860er- bis in die 1940er-Jahre. Über einen Zeitraum von rund 80 Jahren suchten Statistiker nach Wegen, die ethnopolitischen Kategorien von Volk, Nation und »Rasse« in statistische Daten zu übersetzen. Zugleich wurde die Nationalitätenstatistik während des deutschen Zugriffs auf das östliche Europa in beiden Weltkriegen zu einer bevölkerungspolitischen Technologie, die ethnische »Säuberungen« nicht nur denk-, sondern auch umsetzbar machte.
Die Studie wurde mit dem Förderpreis der Gesellschaft für Geschichte der Wissenschaften, der Medizin und der Technik ausgezeichnet
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2023
- ISBN-Print
- 978-3-8353-5382-4
- ISBN-Online
- 978-3-8353-8431-6
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 336
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 10
- Was hinter den Zahlen liegt, oder: eine Wissensgeschichte der Nationalitätenstatistik Kein Zugriff
- Die Nationalitätenstatistik in der historischen Forschung Kein Zugriff
- Quellengrundlage, Argumentation und Aufbau der Studie Kein Zugriff
- Biologisierung der Sprache – Richard Boeckh und die europäische Debatte um die Erfassung des Nationalen Kein Zugriff
- Objektivität, Binarität, Universalität – Eigenschaften nationalitätenstatistischer Kategorien Kein Zugriff
- Nationalität erheben 1861 /1890 – neue Techniken und Methoden der Datenproduktion Kein Zugriff
- Menschen in Daten übersetzen – eine Praxeologie der Nationalitätenstatistik Kein Zugriff
- Das Volk auf einem Blatt Papier – das Nationale les-, sicht- und beherrschbar machen Kein Zugriff
- Kartographien des Volkes – Objektivierung des nationalen Territoriums Kein Zugriff
- Tabellen und Diagramme – Relationierung des Datenmaterials Kein Zugriff
- Zirkulation des Wissens – die Verbreitung nationalitätenstatistischer Bilder Kein Zugriff
- Doppelsprachige, Juden, Kaschuben / Masuren – die Entstehung von Ambivalenz Kein Zugriff
- Wiederherstellung des Binärcodes – neue Wege der Datenerhebung und -verarbeitung Kein Zugriff
- Die Entdeckung des Grenzraumes – wie sich die Ostgrenze im Raum auflöste Kein Zugriff
- Frontier im Osten – »Lebensraum« und »Volksboden« als dynamische Territorialkonzepte Kein Zugriff
- »Slawische Flut« – demographische Bedrohung und die Dynamisierung des Nationalen Kein Zugriff
- Fruchtbarkeit, Wanderungen, Nationalitätenwechsel – neue Forschungsfelder und bevölkerungspolitische Appelle Kein Zugriff
- Sichtbare Siedlungspolitik – die preußische Ansiedlungskommission Kein Zugriff
- Berechenbares Großdeutschland – Ernst Hasses biopolitisches Programm Kein Zugriff
- Völker ordnen – ethnographische Argumente im Ersten Weltkrieg Kein Zugriff
- Technologietransfer aus dem Reich – Volkszählungen in »Ober Ost« Kein Zugriff
- Pässe und Karteien – neue Technologien des bevölkerungspolitischen Zugriffs Kein Zugriff
- »Völkerwanderung zielbewußt in Bewegung setzen« – Siedlungspläne für »Ober Ost« Kein Zugriff
- Kartierung des Korridors – Funktionswandel der Nationalitätenstatistik Kein Zugriff
- »Volksbekenntnis« – die Subjektivierung des Nationalen nach dem Ersten Weltkrieg Kein Zugriff
- Auflösung des Binärcodes – von der Nationalitäten- zur Volkszugehörigkeitsstatistik Kein Zugriff
- Eine andere Logik der Zugehörigkeit – Versuche der »Rassenstatistik« Kein Zugriff
- Verlust des Datenmonopols – Deutsche zählen jenseits der Staatsgrenze Kein Zugriff
- »Der deutsche Volksboden in Mitteleuropa« – De- und Reterritorialisierung des nationalen Territoriums Kein Zugriff
- »Die Flut ergießt sich über das sterbende Volk« – Geburtenrückgang als Raumverlust Kein Zugriff
- »Statistik der Entdeutschung des Ostens« – ein Opfernarrativ in Zahlen Kein Zugriff
- »Notwendige Raumausweitung« – Ziele des bevölkerungspolitischen Programms Kein Zugriff
- Deutschtumsinseln, Volkstumsbrücken, Grenzwall – in den Laboren der Ethnopolitik Kein Zugriff
- Aus Daten Deutsche machen – Selektionsprozess und Ansiedlungsplanung Kein Zugriff
- Grenzkartei, Nationalkataster, Siedlungskartei – Zentralrechner der Neuordnung Kein Zugriff
- Datenerhebung und Deportationsplanung – von der Volkszählung zur Deutschen Volksliste Kein Zugriff
- Technologien, Datenpraktiken, Exklusionsmechanismen – Ausblicke Kein Zugriff
- Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff
- Quellen Kein Zugriff
- Literatur Kein Zugriff
- Abbildungsverzeichnis Kein Zugriff
- Dank Kein Zugriff Seiten 335 - 336




