Das Subjekt des Schreibens
Über Große Sprachmodelle- Herausgeber:innen:
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- Reihe:
- Text + Kritik Neufassung, Band SB
- Verlag:
- 24.10.2024
Zusammenfassung
KI: ChatGPT, LLaMA oder Gemini: Angesichts der Textproduktionen durch Große Sprachmodelle stellt sich auf einer sehr elementaren Ebene die Frage, wer – oder was – hier eigentlich schreibt. Die doppelte Standardannahme, die unser Nachdenken über Schreibpraktiken bislang bestimmt hat – dass nämlich alles Geschriebene zuerst als menschengemacht gelesen werde und dass unser sogenanntes Schreibzeug immer nur passive Gerätschaft sei –, steht angesichts der gegenwärtigen Large Language Models (LLMs) zur Disposition. Der Sonderband untersucht den Status des Subjekts darum auf zweierlei Art: Zum einen geht es darum, den Ort des oder der Menschen in hybriden Konstellationen verteilter Urheber- oder gar Autorschaft nüchtern zu reflektieren. Und zum anderen darum, Maschinen, die bislang lediglich den Status des Instrumentariums genossen, selbst unaufgeregt als Subjekte des Schreibens in Betracht zu ziehen. Das ›Subjekt des Schreibens‹ soll als begriffliche Alternative dienen, die einerseits den bloß kausalen, instrumentellen Charakter von Urheberschaft übersteigt und andererseits den ideellen, romantischen Charakter von Autorschaft unterschreitet: Es ist nicht mehr und nicht weniger als ein variabel besetzbarer Ort in historisch situierten Gefügen des Schreibens. Es geht, mit einem Wort, um ›Schreibszenen Großer Sprachmodelle‹. Wenn Schreiben nicht mehr exklusiv mit einer menschlichen Subjektivität in Verbindung steht, sondern auch Maschinen Urheber- oder gar Autorschaft an Texten zukommt, berührt das offenkundig elementare Kategorien der Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaft. Besteht Anlass, so wäre zu fragen, einige ihrer etablierten Annahmen, Begriffe und Modelle grundständig zu überarbeiten? Geben sich andere – man denke an die Postulate und Programme des sogenannten Poststrukturalismus – erst in dieser historischen Lage als vollumfänglich zutreffend zu erkennen? Für den Band stellen die Herausgeber daher Positionen zusammen, die sich der Frage nach dem (kommenden) Subjekt des Schreibens aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Das schließt grundsätzliche Überlegungen theoretischer und begrifflicher Natur – über Schreibprozesse, Textbegriffe und Autorschaftskonzepte – ebenso ein wie Medienarchäologien historischer und gegenwärtiger Sprachmodelle, die Analyse ihrer Produkte, Politiken, Techniken und Ästhetiken sowie Anthropologien ihrer Praktiken oder des rechtlichen Status ihrer Agenten.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2024
- Erscheinungsdatum
- 24.10.2024
- ISBN-Print
- 9783967079814
- ISBN-Online
- 978-3-96707-982-1
- Verlag
- edition t+k, München
- Reihe
- Text + Kritik Neufassung
- Band
- SB
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 216
- Produkttyp
- Sammelband
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 4
- Das Subjekt des Schreibens. Einleitung Kein Zugriff Seiten 5 - 16 Hannes Bajohr, Moritz Hiller
- Multiautomatismen. Schreiben, Subjektivität und Körperlichkeit im Zeitalter generativer Künstlicher Intelligenz Kein Zugriff Seiten 19 - 32 Sandro Zanetti
- Die doppelte Autonomie der symbolischen Ordnung Kein Zugriff Seiten 33 - 46 Leif Weatherby
- Das Einmassieren der Daten. Zur Frage der Akteurialität der Algorithmen Kein Zugriff Seiten 47 - 57 Gabriele Gramelsberger
- Was heißt: Gespräche führen mit Künstlicher Intelligenz? Kein Zugriff Seiten 58 - 70 Bernhard J. Dotzler
- Nachdenken über generatives Schreiben Kein Zugriff Seiten 71 - 80 Mercedes Bunz
- Intellektuelles Mobiliar. (Mit-)Schreibende Subjekte im analogen Zeitalter Kein Zugriff Seiten 83 - 99 Markus Krajewski
- Katastrophales Vergessen. Warum der Geist nicht im Kopf sitzt Kein Zugriff Seiten 100 - 112 Christina Vagt
- Konkurrenz als Subjekt. Über maschinelle Übersetzung und die Vorgeschichte der Großen Sprachmodelle im Kalten Krieg Kein Zugriff Seiten 113 - 130 Anna Tuschling
- Was ist ein künstlicher Autor? Kein Zugriff Seiten 133 - 141 Kurt Beals
- Gespräche mit niemandem Kein Zugriff Seiten 142 - 150 Leah Henrickson
- Faksimilemaschinen Kein Zugriff Seiten 151 - 156 Matthew G. Kirschenbaum
- Halluzinierte Autorschaft. »Deepfake Autofictions« mit Großen Sprachmodellen Kein Zugriff Seiten 157 - 170 Stephanie Catani
- Die Frau, das Meer, der Himmel. Elemente des Digitalen zwischen Turing und OpenAI Kein Zugriff Seiten 173 - 189 Sarah Pourciau, Tobias Wilke
- Ein Begehren namens Synthese Kein Zugriff Seiten 190 - 193 Alexander R. Galloway
- Commonsensing? Maschinelles Lernen, enchatment und Hegemonie Kein Zugriff Seiten 194 - 206 Hito Steyerl
- Notizen Kein Zugriff Seiten 207 - 211
- Anzeige Kein Zugriff Seiten 212 - 216





