Verkehrte Leidenschaft
Gleichgeschlechtliche Unzucht im Kontext von Strafrecht und Medizin- Autor:innen:
- Verlag:
- 2019
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit setzt sich aus diskursanalytischer Perspektive mit der rechtshistorischen Entwicklung des Straftatbestandes der »Unzucht wider die Natur mit Personen desselben Geschlechts« (§ 129 I b StG) auseinander. Das Untersuchungsmaterial bilden zeitgenössische rechts- und sexualwissenschaftliche Quellen sowie 280 Akten aus Strafverfahren wegen gleichgeschlechtlicher Unzucht vor dem Landesgericht Linz aus den Jahren 1918–1938. Anhand dieses Materials wird untersucht, wie sich unterschiedliche Wissensbestände über Sexualität auf den juristischen Umgang mit dem Straftatbestand auswirkten, wie und von wem »Unzüchtiges« im juristischen Diskurs zur Sprache gebracht wurde und wie dies auf Vorstellungen des »Unzüchtigen«, des Geschlechtlichen und der Geschlechter einwirkte. Den rechtlichen Rahmen für diese Aushandlungs- und Verhandlungsprozesse des »Unzüchtigen« bilden die Entwicklung des Straftatbestandes von der Constitutio Criminalis Theresiana bis zum Strafgesetz 1852, seine Auslegung durch Rechtsprechung und Rechtswissenschaft sowie die strafverfahrensrechtlichen Regelungen. […] Anhand der einzelnen Abschnitte eines Strafverfahrens wird dargestellt, welche Sprechsituationen die an Unzuchtsverfahren Beteiligten vorfanden, das heißt, wie die juristische Bewertung ihres Handelns von prozessualen Rahmenbedingungen, außerrechtlichen Diskursen und Narrativen geprägt war. Hierbei zeigen sich Unterschiede in der Strafverfolgung hinsichtlich Verfolgungsraum, Geschlecht, Alter und Schichtzugehörigkeit sowie im Hinblick auf die politischen Verhältnisse.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2019
- ISBN-Print
- 978-3-7097-0205-5
- ISBN-Online
- 978-3-7097-9830-0
- Verlag
- Jan Sramek Verlag, Wien
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 458
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten I - 2
- I. Einleitung Kein Zugriff Seiten 3 - 32
- II. Vom Trieb zur Lust – Zur historischen Verortung des § 129 I b StG 1852 Kein Zugriff Seiten 33 - 86
- III. Das Recht zu sündigen – Dimensionen strafrechtlicher Subjektivität Kein Zugriff Seiten 87 - 122
- IV. Wunsch nach einem neuen Strafrecht – Reformversuche des Strafgesetzes 1852 Kein Zugriff Seiten 123 - 194
- V. Das Verfahren Kein Zugriff Seiten 195 - 230
- VI. Veranlassungsgründe der Strafverfahren Kein Zugriff Seiten 231 - 272
- VII. Von der Anzeige zur Anklage – Vorerhebungen und Voruntersuchung Kein Zugriff Seiten 273 - 330
- VIII. Hauptverhandlung und Urteil Kein Zugriff Seiten 331 - 366
- IX. Rechtsmittel und Gnadengesuche Kein Zugriff Seiten 367 - 392
- X. Schlussbetrachtung Kein Zugriff Seiten 393 - 404
- Verzeichnisse Kein Zugriff Seiten 405 - 458





