
Deutsche Migrationsbürokratie
Akteur:innen, Praktiken, rechtliche Regelungen und die (un)intendierten Konsequenzen institutioneller Dynamiken- Autor:innen:
- Verlag:
- 2026
Zusammenfassung
Bürokratie ist weder neutral noch rein funktional. Sie erzeugt Wirklichkeiten, schafft Ausschlüsse und eröffnet Möglichkeitsräume. Mitunter hat ihr Handeln tiefgreifende Folgen – sowohl für die betroffenen Menschen als auch für die Institutionen selbst. Die deutsche Migrationsbürokratie, betraut mit der sensiblen Aufgabe, über Aufenthaltsrechte und Staatsbürgerschaft zu entscheiden, erscheint dabei als ein analytisch besonders ergiebiger Fall personenbezogener Verwaltung. Er erlaubt Rückschlüsse auf allgemeine Verwaltungspraktiken und deren gesellschaftliche Folgen. Anna Louban untersucht in ihrer ethnologischen Studie die bisweilen widersprüchliche, gar absurde Praxis der migrationsbezogenen Verwaltung in Deutschland. Auf Grundlage eines praxeologischen Ansatzes und im Anschluss an Goffman und Foucault entwickelt sie den Begriff der migrationsbürokratischen Prozessierung, um die diskursiven und nicht-diskursiven Praktiken der Migrationsverwaltung analytisch zu fassen. Das Buch liefert eine vielschichtige, multiperspektivische Analyse institutioneller Logiken, von Ermessensspielräumen, Aushandlungsprozessen sowie der oftmals unbeabsichtigten Konsequenzen bürokratischer Praxis.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2026
- Copyrightjahr
- 2026
- ISBN-Print
- 9783958324275
- ISBN-Online
- 978-3-7489-5790-4
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 273
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt
- Vorwort
- Lesehinweis
- 1.1 Forschungsfrage und thematische Einbettung
- 1.2 Wenn Migration und Bürokratie aufeinandertreffen
- 1.3 Konsekutiv-multilokale Ethnografie mit Schwerpunktsetzung
- 1.4 Konsequenzen von ›how things work‹ im Kontext der deutschen Migrationsbürokratie
- 1.5 Kapitelübersicht
- 2.1 Wirkung innenarchitektonischer Trennelemente auf interagierende Akteur:innen
- 2.2 Raumkonstruktion durch Akteur:innen der Migrationsbehörde
- 2.3 Zusammenfassung
- 3.1 Das moderne Individuum und seine Verwaltung
- 3.2 Die migrationsbürokratische Prüfung durch Befragung
- 3.3 Zusammenfassung
- 4.1 Veränderung des Terminierungssystems
- 4.2 Von der Veränderung der Organisationsform zur Veränderung der Praktiken
- 4.3 Zusammenfassung
- 5.1 Positionierung nach außen: Interaktion im Ensemble
- 5.2 Mitarbeiter:innen im »Kundenkontakt« unter sich: missing generation gap
- 5.3 Positionierung nach innen: das Solo
- 5.4 Zusammenfassung
- 6.1 Eine humorvolle migrationsbürokratische Begegnung
- 6.2 Humor und Lachen als Requisiten persönlicher Selbstdarstellung
- 6.3 Zusammenfassung
- 7.1 Deutsche Staatsbürger:innen an Orten deutscher Migrationsbürokratie
- 7.2 Vielfalt deutscher Staatsbürger:innen in der Ausländerbehörde
- 7.3 Zusammenfassung
- 8.1 Ausländer- und Einbürgerungsbehörden und ihre Modi Operandi
- 8.2 Strukturelles Überschneidungsmoment: Aufenthalt ohne zeitliche Begrenzung
- 8.3 Zusammenfassung
- 9.1 Tendenz zur migrationsbürokratischen Dauerprozessierung
- 9.2 Auflösung der Dauerprozessierung durch Übertragung einer diskursiven Praktik
- 9.3 Zusammenfassung
- 10.1 Das deutsche Schulzeugnis hält Einzug in die deutsche Migrationsbürokratie
- 10.2 Etablierte Praxis, neuer Fokus: Zeugnisse deutscher Kinder in der Ausländerbehörde
- 10.3 Etablierte Praxis, neuer Kontext: Zeugnisse deutscher Kinder in der Einbürgerungsbehörde
- 10.4 Zusammenfassung
- 11. Migrationsbürokratie im (Aus-)Blick
- GlossarSeiten 249 - 252 Download Kapitel (PDF)
- DanksagungSeiten 253 - 253 Download Kapitel (PDF)
- AbkürzungsverzeichnisSeiten 254 - 255 Download Kapitel (PDF)
- AbbildungsverzeichnisSeiten 256 - 256 Download Kapitel (PDF)
- LiteraturSeiten 257 - 272 Download Kapitel (PDF)




