Selbstbestimmung und Individualität bei Platon
Eine Interpretation zu frühen und mittleren Dialogen- Autor:innen:
- Reihe:
- Alber Thesen Philosophie, Band 37
- Verlag:
- 2014
Zusammenfassung
Gegen Hegels philosophiegeschichtliche Auffassung, erst die Bedingungen christlicher Innerlichkeit hätten ein Selbstbewusstsein der Individualität ermöglicht, vertritt die Autorin die These, dass bereits in den Dialogen Platons Selbstbestimmung und Individualität Gegenstand der philosophischen Erörterung sind. Die Interpretationen von „Alkibiades I“, „Apologie“, „Gorgias“, „Symposion“ und „Politeia“ zeigen, dass wesentliche Bestimmungsaspekte beider Begriffe nachzuweisen sind. Zu diesen gehören das Selbst und seine funktionale Einheit im Handlungsvollzug sowie dessen individuelle Identität, das Primat eigener Einsicht und Selbständigkeit als Ergebnis philosophischer Selbsterkenntnis, menschliches Handeln als selbstbestimmter Vollzug der eigenen Lebensweise und nicht zuletzt ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein eigenständiger Individualität, das von den praktischen Bedingungen des Handelns nicht gelöst werden kann. Allerdings bleibt die Autonomie in moderner Bedeutung außen vor, weil Selbstbestimmung bei Platon durch die unhintergehbare Intentionalität des Handelns auf das Gute eingeschränkt ist. Nach Ansicht der Autorin ist damit für ein angemessenes Verständnis menschlicher Praxis kein Nachteil verbunden, weil der Platonische Begriff durch den Bezug auf das Gute auch die existentielle Dimension des Individuums umfasst. Die abschließende Analyse der „Politeia“, in deren Zentrum der Begriff der Individualität steht, macht hinreichend deutlich, dass Platon nicht nur dem Philosophen als dem Gerechten, sondern auch den Ungerechten Individualität zuspricht.
Schlagworte
Publikation durchsuchen
Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2014
- ISBN-Print
- 978-3-495-48405-0
- ISBN-Online
- 978-3-495-86004-5
- Verlag
- Karl Alber, Baden-Baden
- Reihe
- Alber Thesen Philosophie
- Band
- 37
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 372
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 7 - 8
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 9 - 10
- a. Hegels philosophiegeschichtliche These Kein Zugriff
- b. Antikes und modernes Verständnis von Selbstbestimmung Kein Zugriff
- c. Historische Vorgeschichte der platonischen Selbstbestimmung und Individualität Kein Zugriff
- d. Hermeneutische und methodische Vorklärungen Kein Zugriff
- 1.1 Der Mensch – ein Mängelwesen Kein Zugriff
- 1.2 Der Mensch – ein Wesen in praktischen Selbstverhältnissen Kein Zugriff
- 1.3 Die Bedeutung des Umgangs mit anderen und anderem Kein Zugriff
- 2.1 Was ist das Selbst (tò autó)? – Alkibiades I Kein Zugriff
- 2.2 Zum Problem der Identität im Symposion (207a5–208b7) Kein Zugriff
- 3.1 Die Apologie: Leben als Selbsterforschung Kein Zugriff
- 3.2 Selbsterkenntnis im Auge des anderen – das Spiegelgleichnis im Alkibiades I Kein Zugriff
- 4.1 Handeln als selbstbestimmter Vollzug (466b--468e) Kein Zugriff
- 4.2.1 Die Antwort des Kallikles – Leben für die Begierden Kein Zugriff
- 4.2.2 Sokratische Selbstbeherrschung als Lebensweise Kein Zugriff
- 4.2.3 Das Motiv der Übereinstimmung mit sich selbst Kein Zugriff
- 4.2.4 Selbstbestimmung und Individualität der Lebensweisen Kein Zugriff
- 5.1 Platons individualitätstheoretischer Ansatz in der Politeia Kein Zugriff
- 5.2.1 Die Gerechtigkeit der Einzelseele und ihre Individualität Kein Zugriff
- 5.2.2 Einer sein – Voraussetzung für selbstbestimmtes Handeln Kein Zugriff
- 5.2.3 Der Charakterdiskurs im VIII. und IX. Buch – die Individualität der Ungerechten Kein Zugriff
- 5.2.4 Der Philosoph als Persönlichkeit Kein Zugriff
- 5.3 Die Wahl der Lebensweise – »Die Schuld ist des Wählenden; Gott ist schuldlos.« (617e4 f.) Kein Zugriff
- Bibliographie Kein Zugriff Seiten 353 - 368
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 369 - 372





