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Monographie Kein Zugriff

Populismus an der Macht

Symbolische Inszenierungen im argentinischen Kirchnerismus am Beispiel der Fußball-WM 2010
Autor:innen:
Verlag:
 2018

Zusammenfassung

Populistische Politik mobilisiert ihre Subjekte mit geteilten Feindbildern. Diese dienen als konstitutives Außen, mit dem einem in sich geschlossen und homogen vorgestellten »Volk« Kohäsion verliehen wird. Wie aber schaffen es populistische Akteure, die so konstruierte Identität über den Bruch mit dem Status quo hinaus in einem positiven Fundament zu verankern? Was muss geschehen, damit dieses dem diskursiv konstruierten Antagonismus vorgängig scheint und das politische Projekt langfristig konsolidiert? Am Beispiel Argentiniens und der kirchneristischen Diskursproduktion zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 veranschaulicht die Autorin, wie populare Identitäten lebensweltlich erfahrbar gemacht werden, indem antagonistische Konfliktlinien mit etablierten Topoi aus dem Repertoire der kulturellen Praxis narrativ verknüpft werden. In populistischen Verstetigungsprozessen werden diese in soziokulturelle Klischeebilder übersetzt, welche die politische Polarisierung unhintergehbar scheinen lassen. Anhand einer narrativen Diskursanalyse der politisierten WM-Debatten und Interviews mit meinungsprägenden Akteuren des diskursiven Spektrums zeigt die Studie auf, wie das Populare im Fußball symbolisch inszeniert wird; wie darin die Identitätserzählung des Kirchnerismus – der kulturelle Kampf um die Erneuerung der »popularen Würde« – reinszeniert wird; und wie diese in der symbolischen Konstruktion Maradonas als stolze Affirmation eines widersprüchlich konnotierten »national-popularen Charakters« veranschaulicht wird, der sich mutig gegen das neoliberale Diktum der Systemanpassung stellt. Die Rückbindung der empirischen Ergebnisse an eine kritische Auseinandersetzung mit der Populismustheorie von Ernesto Laclau ergänzt diese um einen kultursoziologischen Zugang und korrigiert dessen statisches Modell des leeren Signifikanten durch ein dynamischeres Verständnis für die Funktion politisch-kultureller Artikulationen in populistischen Schließungsprozessen.


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2018
ISBN-Print
978-3-95832-146-5
ISBN-Online
978-3-8452-9882-5
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
324
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 7
    1. Fußball, das Populare und populistische Inszenierung Kein Zugriff
    2. Sedimentierung und artikulatorische Praxis Kein Zugriff
      1. Theorie und Methodologie Kein Zugriff
    1. Populismus – eine erste Annäherung Kein Zugriff
    2. Die zwei Dimensionen populistischer Politik: Bruch und Neueinschreibung Kein Zugriff
    3. Populismus als Begehren nach »Fülle«? Kein Zugriff
    4. Der duale Charakter des Populismus und seine Folgen Kein Zugriff
    5. Kulturelle Topoi und populistische Neueinschreibung Kein Zugriff
    6. Soziale Produktivität als »metaphorische Reichweite« Kein Zugriff
    1. Narrative Diskursanalyse Kein Zugriff
    2. Die Integration struktur- und akteurstheoretischer Analyseperspektiven Kein Zugriff
      1. Die Erhebung der medialen Berichterstattung Kein Zugriff
      2. Die Interviewerhebung Kein Zugriff
      3. Interviewkonzeption und Interviewführung Kein Zugriff
      1. Kontextualisierung Kein Zugriff
    1. Die populistische Tradition Kein Zugriff
    2. Die historischen Versatzstücke des Kirchnerismus im Entstehungskontext Kein Zugriff
    3. Die Emergenz des Kirchnerismus als politische Kraft (2003–2007) Kein Zugriff
    4. Krise, Kohäsion und Konsolidierung des Kirchnerismus (2008–2010) Kein Zugriff
    1. Die Erfindung des argentinischen Fußballs Kein Zugriff
    2. Fußball zwischen Peronismus und Militärdiktatur Kein Zugriff
    3. Die Ära Maradonas Kein Zugriff
    4. Kommerzialisierung, Tribalisierung und Fangewalt im argentinischen Fußball Kein Zugriff
      1. Empirie Kein Zugriff
      1. buena onda vs. mala onda – der Konflikt der zwei »Erzählungen« Kein Zugriff
      2. Kampf der Kulturen Kein Zugriff
      3. Die Artikulation von Populismuskritik und anti-popularem Ressentiment Kein Zugriff
      4. Von der Verteidigung gegen das Establishment zur popularen Äquivalenz Kein Zugriff
      1. Der passionale Habitus der national-popularen Argentinität Kein Zugriff
      2. Die Metaphorisierung der populistischen Logik Kein Zugriff
      3. Die Wiederherstellung politischer Identifikation Kein Zugriff
      4. »Man spielt, wie man lebt«: Die WM des postneoliberalen Lateinamerikas Kein Zugriff
      5. Maradona und Messi – zwei politische Modelle Kein Zugriff
      1. Identifikation im Scheitern als Verwirklichung popularer Würde Kein Zugriff
      2. Die Affirmation der argentinischen »Mentalität der Extreme« Kein Zugriff
      1. Maradona als Symbol des populistischen Bruchs Kein Zugriff
      2. Das »Tor mit der Hand Gottes«: die Widersprüchlichkeit der »Argentinität« Kein Zugriff
      3. »Villa Fiorito« als anti-neoliberales Sinnbild der Treue zur Herkunft Kein Zugriff
      4. Der Mythos der argentinischen Größe: Maradona als Metapher der recuperación Kein Zugriff
      1. Der Kampf um den argentinischen Selbstwert Kein Zugriff
      2. Der »Krieg gegen die Medien«: Fútbol para Todos als Topos der Demokratisierung Kein Zugriff
      3. Fútbol para Todos als Kommunikationskanal im Kampf der Erzählungen Kein Zugriff
      4. Die Narrativisierung der Fußballweltmeisterschaft 2010 Kein Zugriff
      1. Äquivalenz als kulturelle Erfahrung Kein Zugriff
      2. Laclau’sche Reflexionen Kein Zugriff
      3. Symbolische Inszenierung als politisches Epiphänomen? Kein Zugriff
      4. Die Rückkehr politischer Identifikation in der kirchneristischen Erzählung Kein Zugriff
      1. Die Totalisierung des populistischen demos Kein Zugriff
      2. Die Persistenz der Spannung zwischen äquivalentieller und differentieller Logik Kein Zugriff
      3. Die Konsolidierung der antagonistischen Spaltung Kein Zugriff
      1. Maradona, Signifikant der argentinischen Dekadenz Kein Zugriff
      2. Maradona, Signifikant der argentinischen Größe Kein Zugriff
      3. Das Wechselspiel von Hegemonialisierung und Antagonisierung Kein Zugriff
    1. Die symbolische Inszenierung der popularen Identität Kein Zugriff
    2. Das hegemoniale Potential politisch-kultureller Artikulationen Kein Zugriff
    3. Die zirkuläre Dynamik populistischer Symbolpolitik Kein Zugriff
  2. Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 302 - 317
  3. Kurzbeschreibung der interviewten Personen Kein Zugriff Seiten 318 - 324

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