
Das Maß aller Dinge
Eine Abhandlung zur Metaphysik des Menschen- Autor:innen:
- Verlag:
- 2022
Zusammenfassung
In den letzten anderthalb Jahrhunderten beobachten wir ein grandioses Auflösungsspiel: Mit dem Tode Gottes ging der Tod des Menschen einher. Was der Mensch sei, worin er seine Identität finde, was er zu bedeuten habe, diese uralte Frage, kann nur noch im Modus der Ironie gestellt werden, mit einem Augenzwinkern, das auf die Unbeantwortbarkeit, das Anachronistische der Frage verweist.
Was in Theorien an Auflösungsvermögen verkraftet werden kann und muß, findet in der Welt, die durch Theorie rekonstruiert werden soll, eine Parallele: Was der Mensch sei (zu sein hat), ist nicht einmal menschen- und lebensweltlich eine ›klare Kante‹. In den Humankatastrophen der letzten hundert Jahre wird er zu einer verfeuerungsfähigen Biomasse. Man kann kaum den Eindruck gewinnen, daß sich daran etwas wirklich geändert hat. Es wird Tag für Tag hekatombenweise gestorben, gemordet, gefoltert. Der Mensch wird (gleichsam operativ) definiert als das Wesen, das man (und das sich selbst) töten kann – durch Hunger, Krankheit, Folter, Mord und Krieg, namenlos, zahllos, heute hier, morgen dort. Man könnte sich denken, daß die Lehre vom Menschen, die Anthropologie, ihren Grund verliert und eigentlich zur ›Thanatologie‹ konvertieren müßte.
Und dank Gentechnologie erscheint am Horizont die Vision, der Mensch sei nicht mehr jemand, der nach dem Bilde eines Gottes geformt sei, sondern nunmehr jemand, der in den Stand versetzt wurde, sich ein ›machbares‹ Bild von sich selber zu schaffen, die Exemplare der humanen Population so zu formatieren, daß sie (wie von ungefähr) dem alten Ideal der ›Kalokagathia‹ entsprechen: tugendhaft, schön, alters- und behinderungslos, krankheits-, rausch- und drogenfrei, angemessenen Verstandes – eine Idee der Devianzausmerzung, könnte man sagen, die Idee einer leid- und schicksalsfreien ›Ruhewelt‹, einer Re-Animation des Paradiesgedankens ohne Adam und ohne Eva.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2022
- ISBN-Print
- 978-3-93880-833-7
- ISBN-Online
- 978-3-7489-3787-6
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 320
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Motiv-Liste Kein Zugriff Seiten 9 - 16
- Prolog Kein Zugriff Seiten 17 - 22
- Die minimale Unterscheidung: Der Mensch/die Menschen Kein Zugriff
- Das Medium des Menschen: Sinn? Kein Zugriff
- Eine schwierige (T)Autologie Kein Zugriff
- Die Menschheit als Deklarationsmedium Kein Zugriff
- Ausarbeitungen des Mediums ›Menschheit‹ Kein Zugriff
- Die Temporalisierung des Mediums ›Menschheit‹ Kein Zugriff
- Futteralsysteme Kein Zugriff
- Die Metapher der Projektion und die Äußerung Kein Zugriff
- Verlautbarende Systeme Kein Zugriff
- Das Differenzenspiel der Verlautbarung Kein Zugriff
- Die Sinn-Losigkeit sozialer Systeme Kein Zugriff
- Die Projektion des Sinn-Wesens Kein Zugriff
- Die Freiheit des Menschen Kein Zugriff
- Undinglichkeit zum ersten: Die Metaphysik der Autopoiesis Kein Zugriff
- Undinglichkeit zum zweiten: Die Metaphysik des Beobachters Kein Zugriff
- Undinglichkeit zum dritten: Die Metaphysik der singulären Allgemeinheit Kein Zugriff
- Undinglichkeit zum vierten: Die Metaphysik der Nicht-Berechenbarkeit Kein Zugriff
- Undinglichkeit zum fünften: Die Metaphysik des Systems – konditionierte Koproduktion Kein Zugriff
- Die Frage nach einer anderen Erzählung des Menschen Kein Zugriff
- Das Kontingenzproblem Kein Zugriff
- Die Eventualität autopoietischer Operationen und die Faktizität von Kontingenz Kein Zugriff
- Die Poly-Eventualität der modernen Gesellschaft: Das ›eine‹ Ereignis als pluraler Report Kein Zugriff
- Der Hiatus von Form zu Form Kein Zugriff
- Exkurs – Ein seltsamer Blick des Auges Kein Zugriff
- Die Katastrophe der In(kom)mensurabilität Kein Zugriff
- Das Adressenformular Kein Zugriff
- Die sinn-kappende Form der Liste Kein Zugriff
- Die Zeitformen der Liste Kein Zugriff
- Die Dekontextualisierung der Liste Kein Zugriff
- Das abschließbare Adressenformular Kein Zugriff
- Das monokontexturale Adressenformular Kein Zugriff
- Das polykontexturale Adressenformular Kein Zugriff
- Die Sprengung des Formulars Kein Zugriff
- Das Medium des Menschen – Adressabilität Kein Zugriff
- Wer steckt dahinter? Kein Zugriff
- Die Zeit der Schrift-Kommunikation und die versagende Intransparenzmetapher Kein Zugriff
- Das doppelte Verstehen und die soziale Adresse Kein Zugriff
- Das System des WorldWideWeb Kein Zugriff
- Die spezifische Autopoiesis des WorldWideWeb Kein Zugriff
- Privatheit versus Öffentlichkeit Kein Zugriff
- Das WorldWideWeb als ›Wegpumpwerk‹ für dezidiert zu berücksichtigendes Bewußtsein Kein Zugriff
- Eine nicht-repräsentable Selbstbeschreibung der Gesellschaft Kein Zugriff
- ›User‹ als stroboskopische Adressen Kein Zugriff
- Das Medium ›Leben‹ Kein Zugriff
- Penetration und ein weiterer Tunnelbau: Zur Funktion des Lebens für Sinnsysteme Kein Zugriff
- Losigkeitssysteme‹? Eine Ontologie-Falle Kein Zugriff
- Das menschliche Leben: Der Mensch als betriebener Sinnbetreiber Kein Zugriff
- Das menschliche Leben: Eine seltsame Verstörung Kein Zugriff
- Das menschliche Leben: Die Nahtförmigkeit der Wahrnehmung Kein Zugriff
- Das menschliche Leben: Eine Zustandsverschränkung Kein Zugriff
- Noch einmal: Die Maßlosigkeit der sozialen Adresse Kein Zugriff
- Das menschliche Leben: Die Intervention der ›Stofflichkeit‹ Kein Zugriff
- Die Eins-ist-keins-Paradoxie: Das Bewußtsein als lückendurchschossene Vigilanz Kein Zugriff
- Die Sprache – als Lückengenerator Kein Zugriff
- Unverfügbare Präsenz Kein Zugriff
- Die Indifferenz der Gesellschaft Kein Zugriff
- Die Listenförmigkeit des menschlichen Lebens Kein Zugriff
- Die Umwelt der Gesellschaft Kein Zugriff
- Die Grenze der Gesellschaft: Die Produktion von Einerleiheit Kein Zugriff
- Die Absurdität der Gesellschaft Kein Zugriff
- Sozialität – menschendurchpunktet Kein Zugriff
- Menschliches Leben als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium? Kein Zugriff
- Epilog Kein Zugriff Seiten 309 - 320




