
Das konspirologische Denken
Zur gesellschaftlichen Dekonstruktion der Wirklichkeit- Autor:innen:
- Verlag:
- 23.03.2018
Zusammenfassung
Konspirologisches Denken handelt von Verschwörungstheorien. Es geht um Erzählungen, die die Diskrepanz zwischen Schein und Realität, zwischen Oberfläche und Wahrheit thematisieren. Bislang existieren zu diesem Thema mehrheitlich nur populärwissenschaftliche Veröffentlichungen, die es weder vorurteilsfrei angehen noch in ihrer ganzen kulturellen Komplexität erfassen. Eine wissenschaftlichen Kriterien genügende Auseinandersetzung vorzulegen, ist daher Ziel der vorliegenden Studie. Verschwörungstheorien misstrauen dem Schein der Oberfläche. Sie vermuten dahinter ein konspiratives Treiben. Historisch müssen zwei kulturelle Strömungen unterschieden werden: das dämonologische und das konspirologische Denken. Dämonologische Verschwörungstheorien argumentieren – mit Blick auf die eigene Sozialstruktur – zentrifugal, das heißt nach außen: Es sind die Dämonen und sozial Schwachen, die Außenseiter und Ausländer, die Obdachlosen und Flüchtlinge, die Andersgläubigen und Andersaussehenden, die in Verdacht stehen. Dagegen ist das konspirologische Denken Kritik am Establishment. Der Verdacht richtet sich zentripetal gegen die eigenen Institutionen: Handeln die institutionellen Repräsentanten tatsächlich zum Wohle aller? Die Digitalisierung der Medienlandschaft hat diese konspirologische Stimmung gefördert. Selbst viele politische Wahlkampfreden – und das nicht erst seit Donald Trump – argumentieren mit einer Mischung aus konspirologischen Schuldzuweisungen und dämonologischen Ängsten. Das konspirologische Denken sollte jedoch weder politisch noch sozialstrukturell voreilig eingegrenzt werden. Denn es muss nicht zwangsläufig Ausdruck extremistischer Weltanschauungen sein. Eine derartige Pathologisierung ist kulturwissenschaftlich weder halt- noch fruchtbar. In der Tradition von Georg Simmels impressionistischer Soziologie versucht das vorliegende Buch, Verschwörungstheorien wertneutral zu analysieren und zu dekonstruieren, um damit weiteren Forschungen ein brauchbares heuristisches Instrument zur Verfügung zu stellen.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2017
- Erscheinungsdatum
- 23.03.2018
- ISBN-Print
- 978-3-8452-9243-4
- ISBN-Online
- 978-3-8452-9243-4
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 252
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Dank Kein Zugriff Seiten 9 - 10
- Vorbemerkung Kein Zugriff Seiten 11 - 13
- Die Stimmung: Der Schein der Oberfläche Kein Zugriff
- Die Institution: Der hermeneutische Widerspruch Kein Zugriff
- Die Kritik: Dekonstruktion und Konspirologie Kein Zugriff
- Exkurs: Über das Gerücht Kein Zugriff
- Das Stigma der Verschwörungstheorien Kein Zugriff
- Das Stigma der Kultursoziologie. Methodologische Bemerkungen Kein Zugriff
- »Hass« und »Dummheit«, »stimmt das«? Fünfzehn Thesen Kein Zugriff
- Wahrheit und Alltag: Ungefähres Kein Zugriff
- Exkurs: Über die Lüge Kein Zugriff
- Wahrheit und Macht: Transparenz Kein Zugriff
- Wirklichkeit und Imaginäres: Ansichten Kein Zugriff
- Exkurs: Die drei Tage des Condor Kein Zugriff
- Einsam – Zweisam Kein Zugriff
- Der Dritte Kein Zugriff
- Koalition – Intrige – Verschwörung Kein Zugriff
- Geheimnis und Nichtwissen Kein Zugriff
- Exkurs: Über die Spionage Kein Zugriff
- Das dämonlogische Denken Kein Zugriff
- Das vergiftete Wasser: Verunreinigungsängte um 1321 Kein Zugriff
- Das konspirologische Denken Kein Zugriff
- Exkurs: Über Mind-Control und Mentizid Kein Zugriff
- Die bürokratische Herrschaft und das konspirologische Denken Kein Zugriff
- Die Verstrickung Kein Zugriff
- Die Erzählkultur Kein Zugriff
- Die Enthüllungsmärkte Kein Zugriff
- Das Narrativ: Argumentation und trigger Kein Zugriff
- Die Fotografie und das Reale: Eine Scheinbeziehung Kein Zugriff
- Blow-up-Beweise und konspirologisches Sfumato: Kennedy und der 11. September 2001 Kein Zugriff
- Exkurs: Über das Bild in den sozialen Medien Kein Zugriff
- Dissonanz: Über die Angst, (nicht) beobachtet zu werden Kein Zugriff
- Konstanz: Postfaktisch und preängstlich Kein Zugriff
- Literatur Kein Zugriff Seiten 232 - 252



