
Die Vermessung der Kunstwelt
Quantifizierende Beobachtungen und plurale Ordnungen der Kunst- Autor:innen:
- Verlag:
- 2019
Zusammenfassung
Wie sind quantifizierende Ordnungen zeitgenössischer Kunst möglich, wenn Grundsemantiken autonomer Kunst in einem Widerspruch zu quantifizierenden Messungen und Vergleichen stehen?
Obwohl sich Kunst, abgesehen von Marktanalysen, der vermeintlich umfassenden Quantifizierung der Gesellschaft zu entziehen scheint, sind zahlenbasierte Verfahren entstanden, die gerade kunstspezifische Kriterien ernst nehmen wollen.
Die vorliegende Studie fragt nach der inneren Logik von solchen Rankings und institutionellen Evaluationen und ihrer Rolle für Stabilität und Wandel der Kunst. Damit werden Fälle behandelt, die aus der Kunstwelt heraus als symbolischer Grenzübertritt kritisiert werden. Hinter diese Auseinandersetzungen um adäquate oder absurde Beobachtungsweisen tritt der Autor aber zurück, um für eine systematische Annäherung an plurale Vorstellungen über Kunst in der Kunst zu argumentieren. Einerseits rekonstruiert er so empirisch an einer Künstler/innenrangliste und an Erfolgsmessungen in Kunstmuseen das paradigmatische Wissen und die konkreten Beobachtungsarchitekturen als konsistente Ordnungsweisen. Andererseits entwickelt er kunstsoziologische Theorien (Becker, Bourdieu, Luhmann) weiter durch die bewertungs- und vergleichssoziologische Einsicht, nach der jede kommunizierte Ordnung eine Welt nicht einfach darstellt, sondern eine eigene Realität selektiv herstellt und potenziell in Gesellschaft zurückwirkt. Auch wenn somit jeder Ordnungsversuch unabhängig von Zahlengebrauch analytisch gleich absurd ist, kommt den Innensichten der Kunst eine zentrale Rolle in der sozialen Selbstorganisation der Künste zu. Ausgehend von umstrittenen Ordnungsversuchen zeigt die Studie, wie Kunst sich heute vermehrt selbst als soziales Phänomen beobachtet, um Navigation durch das vermeintliche Chaos zeitgenössischer Kunst zu ermöglichen
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2019
- ISBN-Print
- 978-3-95832-204-2
- ISBN-Online
- 978-3-7489-0711-4
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 336
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 6 Download Kapitel (PDF)
- Die Vermessung der Kunstwelt. Einleitung Seiten 7 - 23 Download Kapitel (PDF)
- Äquivalente Absurdität von Ordnungsweisen
- Kunstwelten (Howard Becker)
- Kunstfeld (Pierre Bourdieu)
- Kunstsystem (Niklas Luhmann)
- Ordnungsweisen der Kunst und Beobachtungsregime
- Kunst und Kapital?
- Back to business. Publikationsorte und Eigenbeschreibung
- Das Bezugsproblem des Kunstkompasses
- Too many artists, too many styles. Künstlerische Produktion
- Geschmäcker. Passionierte Kunstliebhaber*innen und das Laienpublikum
- Unübersichtlichkeit. Der Kunstmarkt
- Subjektiver Geschmack und Schwarmintelligenz. Der Kunstbetrieb
- Connaisseurial Blackboxing Device. Der Kunstkompass als Lösung seines eigenen Problems
- Unmenschlich. Reaktionen auf den Kunstkompass aus der Kunst
- Kunstwelten
- Kunstfeld
- Kunstsystem
- Skandale oder permanenter Ausnahmezustand?
- Konzeptioneller Rahmen. Museumsforschung und Forschungsdesign
- Die kognitive Karte des Kunstmuseums
- Das doppelte Ziel des öffentlichen Kunstmuseums
- Umweltkonstruktionen und Zielerreichungsstrategien
- Die inneren Kreise. Professioneller und passionierter Umgang mit Kunst
- Die äußeren Kreise. Besucher*innen und Nicht-Besucher*innen
- Das Wissen über (Nicht-)Besucher*innen und Adressierungsstrategien
- Die Prüfung der Publikumsadressierung
- Sekundäre Ziele. Medien, Politik, Sponsoren
- Kunstwelten
- Kunstfeld
- Kunstsystem
- Quantifizierung und Ordnungsweisen der Kunst. Fazit Seiten 293 - 311 Download Kapitel (PDF)
- Danksagung Seiten 312 - 312 Download Kapitel (PDF)
- Literatur Seiten 313 - 336 Download Kapitel (PDF)



