Verstrickungen im Glauben
Zur biografischen Bedeutung katholischer Religiosität vor dem Hintergrund sexuellen Missbrauchs durch Kleriker- Autor:innen:
- Reihe:
- Interdisziplinäre Beiträge zur Kriminologischen Forschung, Band 51
- Verlag:
- 19.07.2018
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit basiert auf einer qualitativen Interviewstudie mit erwachsenen Männern, die im Kindes- und Jugendalter von katholischen Geistlichen sexuell missbraucht wurden. Ausgehend von der Beobachtung, dass es bei den Betroffenen zu keiner nachhaltigen Distanzierung von der Kirche bzw. den von ihr vermittelten Glaubensvorstellungen kommt, beleuchtet sie aus einer religionssoziologischen Perspektive den tiefgreifenden Einfluss katholischer Prägungen auf die Bewältigung des erlebten Missbrauchs sowie biografischer Konflikterfahrungen im Allgemeinen. Dabei zeigt die Untersuchung, dass die religiösen Verstrickungen spezifische Funktionen im lebensgeschichtlichen Kontext erfüllen: Sie fungieren als Mittel zur Herstellung von Konformität, zur Selbstaufwertung oder zur Entlastung von Handlungsverantwortung. Sie werden somit als (defizitäre) Versuche zur biografischen Problembewältigung fassbar, die eine gelingende Verarbeitung der Missbrauchserfahrungen tendenziell erschweren.
Publikation durchsuchen
Bibliographische Angaben
- Erscheinungsjahr
- 2018
- Erscheinungsdatum
- 19.07.2018
- ISBN-Print
- 978-3-8487-4863-1
- ISBN-Online
- 978-3-8452-8981-6
- Verlag
- Nomos, Baden-Baden
- Reihe
- Interdisziplinäre Beiträge zur Kriminologischen Forschung
- Band
- 51
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 300
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 9 - 14
- Was ist Religiosität? Begrifflichkeiten und Formen Kein Zugriff
- Religiöse Sozialisation: Einfluss und Charakteristika Kein Zugriff
- Biografische Funktionen von Religiosität Kein Zugriff
- Erschütterungen des Glaubens: Sexueller Missbrauch und Religiosität Kein Zugriff
- Zugang zum Feld und Sampling Kein Zugriff
- Erhebung: Zur Konzeption und Durchführung des teilnarrativen Leitfadeninterviews Kein Zugriff
- Auswertung: Zur Wahl, Kombination und Anwendung von Grounded Theory und Tiefenhermeneutik Kein Zugriff
- Selbstethnografie: Reflexion der Rolle als Forscherin Kein Zugriff
- Selbstthematisierungen: Religiosität im alltäglichen Leben der Interviewten Kein Zugriff
- Selbstpositionierungen: Das Verhältnis der Interviewten zur katholischen Kirche Kein Zugriff
- Das Verschweigen der Missbrauchserfahrungen aufgrund einer schuldbehafteten Angst vor Stigmatisierung und dem Verlust der Zugehörigkeit zur kirchlichen Gemeinde Kein Zugriff
- Die Übernahme von Täterdeutungen aufgrund eines Einschätzungsdilemmas der Missbrauchserfahrungen Kein Zugriff
- Die sinnstiftende Umbewertung der Missbrauchserfahrungen in eine Bewährungsprobe Kein Zugriff
- „Ich stehe ja noch dazu und will ja auch eigentlich immer dabei bleiben“ – Die Inszenierung als unauffälliger Katholik Kein Zugriff
- Strukturmerkmale des Typus Kein Zugriff
- „Da hat die Kirche wirklich in meinem Leben schon die Weichen so gestellt“ – Die Inszenierung als Ausgelieferter Kein Zugriff
- Strukturmerkmale des Typus Kein Zugriff
- „Weil ich die Widmung habe, alles als von Gott zu betrachten“ – Die Inszenierung als Auserwählter Kein Zugriff
- Strukturmerkmale des Typus Kein Zugriff
- Zusammenfassung und Diskussion Kein Zugriff Seiten 265 - 280
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 281 - 294
- Interviewleitfaden Kein Zugriff
- Transkriptionsregeln Kein Zugriff





