
Werkprozess – Wahrnehmung – Interpretation
Studien zur mittelalterlichen Gestaltungspraxis und zur Methodik ihrer Erschließung am Beispiel baugebundener Skulptur- Autor:innen:
- Verlag:
- 2012
Zusammenfassung
Die Arbeit widmet sich methodischen Überlegungen zur sakralen Bauskulptur, die zwischen dem ausgehenden 11. und dem 13. Jahrhundert nördlich der Alpen in Kreuzgängen, an Portalen, an Fassaden und in Kircheninnenräumen entstand. Der gewählte Schwerpunkt lässt die Einzelobjekte in den Hintergrund treten. In drei Themenkomplexen wird dem Werkprozess, der Wahrnehmung der Objekte, der Funktion der Bildwerke und den Bildfindungsprozessen auf der Basis einer Vielzahl unterschiedlicher Zeugnisse nachgegangen. Da es im Mittelalter noch keinen Bruch zwischen Handwerk und Kunst gab, beschäftigt sich der erste Teil mit grundsätzlichen hermeneutischen Fragen des Verstehens der mittelalterlichen Begriffe von ars, artifex und opus artificiale in Differenz zu den neuzeitlichen Vorstellungen von Kunst, Künstler und Kunstwerk. Quellennah werden das Denken über ein ars, die Rolle der Bildhauer als artifices sowie der arbeitsteilige Werkprozess analysiert. Im zweiten Teil geht es um die zeitgenössische Wahrnehmung von Architektur und Bauskulptur. Dazu werden zunächst die mittelalterlichen Vorstellungen physiologischer Wahrnehmungsprozesse erläutert sowie grundlegende Aspekte der mittelalterlichen Raum- und Zeitwahrnehmung beschrieben, die sich von den modernen Vorstellungen qualitativ unterscheiden. Der Hauptteil ist der detaillierten und vergleichenden Analyse dreier Texte gewidmet: Sugers Beschreibungen über den Neubau des Chores und der Westfassade von St. Denis, die Beschreibung der Jakobuskirche von Santiago de Compostela aus dem Codex Calixtinus sowie Gervasius’ Schilderung des Neubaus des Chores von Christ Church in Canterbury. Der dritte Teil behandelt Fragen der Funktion bauplastischer Bildwerke, wahrscheinliche oder unwahrscheinliche Interpretationsstrategien sowie eine Möglichkeit, den Bildfindungsprozess zu denken, der den gelehrten Kleriker mit dem ungelehrten, aber handwerklich geschickten Steinmetz zusammenbrachte. Dabei kommt dem Wechsel der Bauskulptur von den Kreuzgängen und Sanktuarien der Klosterkirchen an die Fassaden der Kathedralen eine besondere Bedeutung zu.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2012
- Copyrightjahr
- 2012
- ISBN-Print
- 978-3-86732-175-4
- ISBN-Online
- 978-3-86732-783-1
- Verlag
- Lukas Verlag, Berlin
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 627
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt Kein Zugriff
- Vorwort Kein Zugriff
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 11 - 38
- Das Problem der ›Kunst‹: Ars – artifex – opus artificiale Kein Zugriff Seiten 39 - 43
- Eine Annäherung auf Umwegen Kein Zugriff
- Der Kunstbegriff zwischen universeller Weite und normativer Enge Kein Zugriff
- Das hermeneutische Problem Kein Zugriff
- Zum Begriff der ars bei Hugo von St. Viktor Kein Zugriff
- Hugos Wissenschaftslehre gemäß dem Didascalicon Kein Zugriff
- Die ars architectonica Kein Zugriff
- Die Klassifizierung der artes: Zeitgenossen und die Tradition der Viktoriner Kein Zugriff
- Die Differenz zwischen ars und Kunst Kein Zugriff
- Opus artificis imitantis naturam Kein Zugriff
- Zum Problem der Kreativität Kein Zugriff
- Die natürliche Begabung (ingenium) und handwerklich-technischer Sachverstand Kein Zugriff
- Die Einheit von Theorie und Praxis – Der ›Grenzfall‹ Musik Kein Zugriff
- Die Hierarchie von Wissensformen – Der ›Grenzfall‹ Architekt Kein Zugriff
- Die Unterscheidung zwischen architector und architectus – Architector und architectus: Die Quelle, der Kontext und ihre Rezeption Kein Zugriff
- Fünf Thesen zur Differenz von Kunst und mittelalterlicher Gestaltungspraxis Kein Zugriff
- Das Dilemma begrifflicher Unschärfe: sculptura, sculptor, sculpere Kein Zugriff
- Zum Begriff des Bildhauers in englischen Quellen des 12. und 13. Jahrhunderts Kein Zugriff
- Selbstdarstellungen von Steinmetzen Kein Zugriff
- Künstlerlob und Künstlerstolz Kein Zugriff
- Das Gerichtsportal in Autun Kein Zugriff
- Evas verführerischer Blick Kein Zugriff
- Anonymisierung unter dem Druck der Autoritäten? Kein Zugriff
- Methodische Probleme bei der Erfassung künstlerischer Individualität Kein Zugriff
- Die Goldschmiede Godefroy und Reiner von Huy Kein Zugriff
- Der Naumburger Meister Kein Zugriff
- Meister Mateo als Baumeister und Schöpfer des Pórtico de la Gloria Kein Zugriff
- Arnolfo di Cambio Kein Zugriff
- Peter Parler als Bildhauer und Architekt? Kein Zugriff
- Arbeitsorganisation im Spiegel der Baurechnungen Kein Zugriff
- Die Löhne: Zeitlohn, Werklohn, Stücklohn Kein Zugriff
- Subunternehmer: Die Familie Canon de Corfe Kein Zugriff
- Die Florentiner Opera del Duomo im Trecento: Arbeitsorganisation im kommunalen Kontext der Zunft Kein Zugriff
- Capomaestri und scultori Kein Zugriff
- Vom entlohnten Zeit- und Materialaufwand zur honorierten künstlerischen Qualität Kein Zugriff
- Das Selbstverständnis der Werkmeister in De diversis artibus und im Werkvertrag zum Gertruden-Schrein von Nivelles Kein Zugriff
- Der Concepteur Kein Zugriff
- Die Konzeption Kein Zugriff
- Zwischenresümee Kein Zugriff
- Die fünf äußeren Sinne – Die inneren Sinne – Die Rolle der Phantasie Kein Zugriff
- Zeitvorstellungen und Zeiterfahrungen – Antiquus und modernus – Raumvorstellungen und Raumerfahrungen Kein Zugriff
- Die sozio-kulturelle Geformtheit sinnlicher Wahrnehmung Kein Zugriff
- Der Autor und seine Schriften – Datierung und Inhalt Kein Zugriff
- Der Autor und sein Wirken Kein Zugriff
- Sugers Schriften Kein Zugriff
- Sugers Beschreibungen des Baugeschehens Kein Zugriff
- Der Kirchenschmuck ornatus und ornamenta Kein Zugriff
- Die Anonymität der Werkleute Kein Zugriff
- Der Westbau Kein Zugriff
- Der Neubau des Chores Kein Zugriff
- Die conuenientia et choherentia antiqui et noui operis Kein Zugriff
- Die Handschrift: Inhalt – Datierung – Autor Kein Zugriff
- Die Beschreibung der Architektur Kein Zugriff
- Die Beschreibung der Portale Kein Zugriff
- Das Nordportal Kein Zugriff
- Das Südportal Kein Zugriff
- Das Westportal Kein Zugriff
- Der Text: Autoren – Datierung – Inhalt Kein Zugriff
- Eadmers Beschreibung der angelsächsischen Kirche Kein Zugriff
- Das opus Lanfranci Kein Zugriff
- Das opus Conradi Kein Zugriff
- Der Neubau aus vergleichender Sicht Kein Zugriff
- Die Wahrnehmung von Architektur und dreidimensionalen Bildwerken im Vergleich Kein Zugriff
- Zwischenresümee Kein Zugriff
- Sprache – Schrift – Bild Kein Zugriff
- Pictura litteratura laicorum – eine missverständliche Geschichte Kein Zugriff
- Illiterati und litterati – Oralität und Literalität Kein Zugriff
- Die Rezeption von Gregors Diktum – eine Geschichte von Missverständnissen Kein Zugriff
- Bildrhetorik – Die Lehre von den genera dicendi Kein Zugriff
- Die Welt als Zeichen: Augustinus De doctrina christiana Kein Zugriff
- Die Interpretation von Texten – Der vierfache Schriftsinn Kein Zugriff
- Gedächtnis – Erinnern – Vergessen Kein Zugriff
- Grundsätze antiker Mnemotechnik Kein Zugriff
- Das Entwerfen mentaler Bilder im Kontext der erweiterten Mnemotechnik des Mittelalters Kein Zugriff
- Resümee Kein Zugriff Seiten 519 - 532
- I Theophilus Presbyter: De diversis artibus Kein Zugriff
- IIDer Vertrag zwischen dem Kapitel von Sankt Gertrud zu Nivelles und den Goldschmieden Jakob von Nivelles und Nikolaus von Douai Kein Zugriff
- III Ademar von Chabannes: Auftrag für ein Kruzifixus Kein Zugriff
- IV Auszüge aus Gregors Briefen an den Bischof von Marseille Kein Zugriff
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 556 - 624
- Abbildungsnachweis Kein Zugriff Seiten 625 - 626





