
Die Stuhlbrüder des Speyerer Domstifts
Betbrüder, Kirchendiener und Almosener des Reichs- Autor:innen:
- Reihe:
- Bensheimer Forschungen zur Personengeschichte, Band 2
- Verlag:
- 2014
Zusammenfassung
Seit seiner Stiftung am Anbruch des zweiten Jahrtausends ist der Speyerer Dom ein christlicher Sakral- und Memorialbau einzigartigen Rangs. Nach der Bestattung Kaiser Konrads II. zunächst zur dynastischen Grabkirche der Salier gewachsen, entwickelte sich der Dom bis in das 14. Jahrhundert mit weiteren Königsbegräbnissen zur Herrschergrablege des Heiligen Römischen Reichs schlechthin. Diese ist zweifellos bis in die Neuzeit hinein ein Ausnahmefall für das Reich geblieben. Nachweislich seit Anfang des 13. Jahrhunderts hat an diesem herausragenden europäischen Erinnerungsort eine Gemeinschaft von armen Laien, die sogenannten Stuhlbrüder, täglich für das Seelenheil der in der Herrschergruft ruhenden Kaiser und Könige gebetet, und damit wohl eine der prominentesten Memorialleistungen im ganzen Abendland erbracht – und das über nahezu sechs Jahrhunderte. Die Verrichtung des (täglichen!) Gebetsgedenkens für Kaiser und Könige lässt die Stuhlbrüder in einem außergewöhnlichen Licht erscheinen, weil nach dem bisherigen Kenntnisstand zur Memoria an königlichen Grabstätten des Abendlands – außer in Bamberg und erst seit Anfang des 16. Jahrhunderts auch in Westminster Abbey – kein Fall bekannt ist, wo solche Memorialhandlungen Korporationen von armen Laien oblagen. Über das herrscherliche Gebetsgedenken hinaus waren die in Form einer Almosener- und Pfründnergemeinschaft zusammengeschlossenen Stuhlbrüder zu niederen Kirchendiensten verpflichtet. Die Studie erschließt über weite Strecken bislang unveröffentlichtes Quellenmaterial und stellt einen bedeutsamen Beitrag zur Personen- wie Memorialforschung dar. Sie thematisiert Entstehung, Charakter und Funktion sowie die wirtschaftlichen Grundlagen und die Verfasstheit der Stuhlbrüder. Zur Steigerung des dokumentarischen Werts ist ein prosopographischer Anhang zu allen bezeugten Stuhlbrüdern und ein umfangreicheres Kapitel mit Transkriptionen ausgewählter Archivalien angelegt.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2014
- ISBN-Print
- 978-3-465-03866-5
- ISBN-Online
- 978-3-465-13866-2
- Verlag
- Klostermann, Frankfurt am Main
- Reihe
- Bensheimer Forschungen zur Personengeschichte
- Band
- 2
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 358
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten I - X
- 1. Einleitung Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- 2. Quellen und Literatur Kein Zugriff Seiten 7 - 22
- 3. Die Entstehung der Stuhlbrüdergemeinschaft Kein Zugriff Seiten 23 - 74
- 4. Die "sorores inter sedium fratres" Kein Zugriff Seiten 75 - 80
- 5. Charakter und Funktion Kein Zugriff Seiten 81 - 146
- 6. Die Vorsteher und die gemeinschaftsinternen Positionen der Stuhlbrüder Kein Zugriff Seiten 147 - 152
- 7. Aufnahmemodalitäten und Rekrutierungsbedingungen Kein Zugriff Seiten 153 - 160
- 8. Wirtschaftliche Grundlagen Kein Zugriff Seiten 161 - 198
- 9. Die Auflösung der Stuhlbrüder Kein Zugriff Seiten 199 - 202
- 10. Zusammenfassung Kein Zugriff Seiten 203 - 204
- 11. Chronologisches Verzeichnis der nachweisbaren Stuhlbrüder und Stuhlbrüderpröpste Kein Zugriff Seiten 205 - 252
- 12. Transkriptionen ausgewählter Archivalien Kein Zugriff Seiten 253 - 323
- 13. Siglen und Abkürzungen Kein Zugriff Seiten 324 - 325
- 14. Quellen- und Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 326 - 344
- Register Kein Zugriff Seiten 345 - 358




