
Die Schlange war klug
Antike Schöpfungsmythen und die Grundlagen des westlichen Denkens- Autor:innen:
- Verlag:
- 15.09.2022
Zusammenfassung
In antiken Erzählungen vom Ursprung verdichten sich Welt- und Menschenbilder, die das westliche Denken bis heute prägen. Der renommierte Judaist Peter Schäfer vergleicht biblische und altorientalische, platonische und epikureische, jüdische und christliche Vorstellungen von der Entstehung der Welt und des Menschen. Dabei zeigt sich, dass Sündenfall und Erbsünde christliche Erfindungen sind, während die jüdische Tradition im Sinne der Bibel zu der Erkenntnis kommt: Die Schlange war klug, der Mensch ist frei. - Eine fulminante Zusammenschau der wichtigsten antiken Schöpfungstheorien und ihrer Weltwirkung.
Ein Kernanliegen antiker Gelehrsamkeit war die Spekulation über den Ursprung der Welt und die Stellung des Menschen in ihr. Peter Schäfer setzt auf faszinierende Weise unterschiedliche Entwürfe in Beziehung zueinander: biblische Erzählungen und altorientalische Mythen, Platons Weltentstehungsmythos und Philons platonische Bibeldeutung, Aristoteles' Lehre vom Unbewegten Beweger und Lukrez' materialistische Weltsicht, die erst in der Renaissance wiederentdeckt wurde. Christentum und Judentum haben diese Lehren aufgegriffen und umgeformt, doch dabei entstand, wie die meisterhafte Darstellung zeigt, keine «jüdisch-christliche» Tradition. Denn während für die Bibel und das rabbinische Judentum der Mensch durch die Klugheit der Schlange im Paradies überhaupt erst zum Menschen geworden ist, ist er nach christlicher Vorstellung durch die Verführung der teuflischen Schlange vom eigentlichen Menschsein abgefallen und muss mit der Erbsünde leben. Ein Ausblick zeigt, wie diese unterschiedlichen Menschenbilder in der Moderne weiterwirken, in der Aufklärung einerseits, in der antidemokratischen politischen Theologie Carl Schmitts andererseits.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2022
- Erscheinungsdatum
- 15.09.2022
- ISBN-Print
- 978-3-406-79042-3
- ISBN-Online
- 978-3-406-79044-7
- Verlag
- C.H.BECK Literatur - Sachbuch - Wissenschaft, München
- Reihe
- Edition der Carl Friedrich von Siemens Stiftung
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 448
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 26
- Das Buch Genesis und seine beiden Schöpfungserzählungen Kein Zugriff
- Der erste Schöpfungsbericht Kein Zugriff
- Der zweite Schöpfungsbericht Kein Zugriff
- Die Erzählung von der Sintflut Kein Zugriff
- Die Rückkehr der altorientalischen Mythen Kein Zugriff
- Der Babel-Bibel-Streit Kein Zugriff
- Das Atrachasis-Epos Kein Zugriff
- Der Sumerische Schöpfungsmythos Kein Zugriff
- Das Gilgamesch-Epos Kein Zugriff
- Das Enuma Elisch Kein Zugriff
- Altorientalische Epen und Bibel: Ein Vergleich Kein Zugriff
- Kosmogonische Philosophie: Der Timaios Kein Zugriff
- Platons Kosmotheologie Kein Zugriff
- Biblische Schöpfungstheologie und platonische Kosmologie Kein Zugriff
- Wirkungen in der islamischen, christlichen und jüdischen Philosophie Kein Zugriff
- Der Unbewegte Beweger in Aristoteles’ Kosmophilosophie Kein Zugriff
- Ein hellenistisch-römischer Theologe Kein Zugriff
- Philons Traktat über die Weltschöpfung Kein Zugriff
- Philon und Platon: Die Bibel gegen den Strich gebürstet Kein Zugriff
- Demokrit: Ewige Atome und unzählige Welten Kein Zugriff
- Epikur: Seelenfriede durch Naturphilosophie Kein Zugriff
- Lukrez: Materialistische Welterklärung Kein Zugriff
- Die Rabbinen und ihre Werke Kein Zugriff
- Polemik und Vereinnahmung: Die christliche Rezeption Kein Zugriff
- Die Schöpfungsgeschichte im rabbinischen Judentum Kein Zugriff
- Rabbinische Schöpfungstheologie Kein Zugriff
- Die «Ursünde» im nachbiblischen Judentum Kein Zugriff
- Von der Sünde zur Erbsünde Kein Zugriff
- Felix Culpa im rabbinischen Judentum Kein Zugriff
- Die Dogmatisierung der Erbsünde Kein Zugriff
- Kant, Schiller, Fichte und die «Philosophierung» der Paradiesgeschichte Kein Zugriff
- Politische Theologie und Erbsündenlehre bei Carl Schmitt Kein Zugriff
- Dank Kein Zugriff
- Anmerkungen Kein Zugriff
- Literatur Kein Zugriff
- Bildnachweis Kein Zugriff
- Namenregister Kein Zugriff
- Tafelteil Kein Zugriff Seiten I - XVI
- Zum Buch Kein Zugriff Seiten 448 - 448




