Die seit 2004 vom Institut für Sozialforschung herausgegebene „WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung“ richtet sich an ein breiteres intellektuelles Lesepublikum. An ihre berühmte Vorgängerin, die Zeitschrift für Sozialforschung (1932–1941), schließt sie insofern an, als sie sowohl den Gedanken der Interdisziplinarität als auch den Anspruch einer kritischen Gesellschaftstheorie fortführt. Zur Veröffentlichung kommen Aufsätze und Essays aus unterschiedlichen Disziplinen (u.a. Soziologie, Philosophie, politische Theorie, Ästhetik, Geschichte, Entwicklungspsychologie, Rechtswissenschaft und politische Ökonomie), die in ihrer Gesamtheit zu einer umfassenden Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Lage beitragen und Perspektiven emanzipatorischer Umgestaltung aufweisen. Neben den Rubriken „Studien“ und „Eingriffe“ behandelt jedes Heft ein Schwerpunktthema. Sie richtet sich an eine breite Leserschaft aus Lehre und Forschung, Politik und Verwaltung, Publizistik und Medien. Im Zeichen eines methodologischen, disziplinären und politischen Pluralismus schlägt sie Brücken zwischen Theorie, Empirie und politischer Praxis. Homepage: www.westend.nomos.de
Der Beitrag befasst sich mit den deutschen "Anti-Gender"-Debatten der letzten ca. fünfzehn Jahre. Die politisch-strategische Nutzung des Begriffsrepertoires der Gender Studies führt zu Deutungen, die wissenschaftlich unsinnig sind, die so auch im...
Die kritisch gemeinte Diagnose eines »postfaktischen Zeitalters« erinnert mit großem Pathos an »die« Wahrheit als notwendige Grundlage von Demokratie, ja von Politik überhaupt. Angesichts eines republikanischen US-Präsidenten, der strategisch...
Ohne die normativ legitimierende Kraft des allgemeinen Willens (Wahrheit) zerfällt die Demokratie und die funktionale Differenzierung zwischen Kapital, Politik und Recht kollabiert. Es kommt zunehmend zur Verschmelzung der privaten Herrschaft über...
Der Artikel diskutiert die Aktualität von Nietzsches Perspektive auf moralische und ökonomische Verschuldung, die in der Genealogie der Moral entwickelt wird. Nach Nietzsche gehen Verhältnisse der Verschuldung mit spezifischen...
Der Artikel reflektiert über die Erfahrungen mit Schuldenkonstellationen in einem Projekt, an dem zehn deutsche und zehn griechische Dichter_innen jeweils in wechselseitig verschuldeten Paaren über zwei Jahre hinweg beteiligt waren. Dieses...
Im Artikel werden zwei intellektuelle Krisen- und Schulddiskurse, zum einen des deutschen Wirtschaftssoziologen Wolfgang Streeck und zum anderen des griechischen Philosoph Stelios Ramfos, die nach dem Ausbruch der Eurokrise in ihren jeweiligen...
Der Artikel diskutiert Schuldenverhältnisse im zeitgenössischen Kapitalismus. Präsentiert wird Ethnographie aus (a) Interaktionen zwischen Bankangestellten und Schuldner_innen und (b) Aktivismus gegen Zwangsversteigerungen in der griechischen...
Der Artikel handelt von Schuld in der Wirtschaftstheorie und in der Weltpolitik als eine sowohl technische als auch moralische Frage. Der Artikel verbindet die Schuldfrage unter diesen beiden Aspekten mit dem Nord-Süd-Gefälle in Europa und global...
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts konnte in relativ einfacher und zugleich recht überzeugender Weise behauptet werden, dass bestehende Herrschaftsformen zu Ungleichheit und Ausbeutung führten und dass eine Verantwortung der „Herrschenden“...
Die in ihrem methodischen Profil umstrittene und vielfältige Sozialphilosophie lässt sich nicht nur als Denkform mit einem spezifischen Gegenstand, der Gesellschaft, begreifen, sondern auch als eine spezifische Weise, in sozialen Relationen zu...
Der Beitrag erörtert das Phänomen des Fundamentalismus am Beispiel einer im Staat Israel von manchen orthodoxen Gruppen angestrebten Veränderung des öffentlichen - ja sogar - des privaten Lebens im Sinne einer allen jüdischen Bewohnerinnen...
Der Essay stellt die Frage, inwieweit wichtige Kategorien einer früheren Faschismusanalyse, die im Umkreis der Kritischen Theorie entwickelt wurde, zur Erklärung des heutigen Faschismus in den USA dienen können.
Zum ersten Mal wird hier die Korrespondenz zwischen Theodor W. Adorno und Karl R. Popper veröffentlicht, die beide 1961 vor und nach jener Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Tübingen wechselten, mit der der sogenannte...