
Annexion und Alltag
Das Elsass unter nationalsozialistischer Herrschaft 1940–1944/45- Autor:innen:
- Reihe:
- Besatzungsgesellschaften, Band 2
- Verlag:
- 2026
Zusammenfassung
Was bedeutet es, in einem annektierten Gebiet zu leben? Der Blick in den kommunalen Raum eröffnet neue Perspektiven auf die NS-Herrschaft im Elsass. Als das NS-Regime 1940 das Elsass faktisch annektierte, begrüßte nur eine Minderheit der Bevölkerung die neuen Machthaber mit offenen Armen. Doch die als »volksdeutsch« geltenden Elsässer:innen konnten sich dem Zugriff des Regimes nicht entziehen: Leben und Überleben war für Einheimische und zugewanderte Deutsche nur in Interaktion mit den Regimeakteur:innen vor Ort möglich. Mit welchen Anliegen aber konnte man sich an den Bürgermeister wenden, womit brachte man sich eher in Gefahr? Wie ging die Bevölkerung mit der kirchenfeindlichen Politik des Regimes oder dem Druck um, den Parteiorganisationen beizutreten? Auch der Warenmangel in den Geschäften erschwerte den Alltag und erforderte mutige Strategien. Anhand ausgewählter Städte und Gemeinden zeigt sich, wie unterschiedlich »Herrschende« im kommunalen Raum die Vorgaben des Regimes umsetzten und sich dabei von Fanatismus und Gewalt, aber auch von Pragmatismus und Kompromissbereitschaft leiten ließen. Zugleich agierte die Bevölkerung flexibel zwischen Anpassung und Selbstbehauptung. So entsteht ein differenziertes Bild der vielfältigen Dynamiken, die die elsässische Gesellschaft unter der nationalsozialistischen Annexionsherrschaft prägten.
Schlagworte
Publikation durchsuchen
Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2026
- Copyrightjahr
- 2026
- ISBN-Print
- 978-3-8353-6054-9
- ISBN-Online
- 978-3-8353-8999-1
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Reihe
- Besatzungsgesellschaften
- Band
- 2
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 565
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt Kein Zugriff
- 1.1 Fragestellungen Kein Zugriff
- 1.2.1 NS-Besatzungsgeschichte: Von Kollaboration und Widerstand zur »Besatzungsgesellschaft« Kein Zugriff
- 1.2.2 Forschung zur Interaktion von »Herrschenden« und »Beherrschten« im annektierten Elsass Kein Zugriff
- 1.2.3 Forschung zur Politik- und Alltagsgeschichte im »Altreich« und in anderen annektierten Gebieten Kein Zugriff
- 1.3 Vorgehensweise Kein Zugriff
- 1.4 Die untersuchten Städte und Gemeinden Kein Zugriff
- 1.5 Quellenkorpus Kein Zugriff
- 1.6 Aufbau des Buches Kein Zugriff
- 2.1.1 Entdeckung der regionalen Identität im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871–1918 Kein Zugriff
- 2.1.2 Zwischen reichsdeutschem Erbe und Reintegration in den französischen Nationalstaat 1918 bis ca. 1938 Kein Zugriff
- 2.1.3 Von der Zuspitzung der internationalen Situation bis zum »Sitzkrieg« 1938–1940 Kein Zugriff
- 2.2.1 Einmarsch der Wehrmacht und badischer Verwaltungsexperten Kein Zugriff
- 2.2.2 Grundlage für die weitere Politik: Die Elsässer:innen als »Volksdeutsche« Kein Zugriff
- 2.3.1 Begegnungen mit Stadtkommissaren und deutschen Soldaten Kein Zugriff
- 2.3.2 Rückführung der Evakuierten und Wiederaufbaumaßnahmen Kein Zugriff
- 2.3.3 Rationierung und »Ausverkauf« elsässischer Waren als ambivalente Erfahrung Kein Zugriff
- 2.4.1 Erste antikirchliche Maßnahmen Kein Zugriff
- 2.4.2 Zwangsweise »Säuberung« und Germanisierung der Bevölkerung und des öffentlichen Raums Kein Zugriff
- 2.4.3 Parteiaufbau und steigender Mobilisierungsdruck Kein Zugriff
- 2.4.4 Ausblick: Radikalisierung der Zwangsmaßnahmen ab 1941 Kein Zugriff
- 2.5 Zwischenfazit Kein Zugriff
- 3.1 »Geordnete« kommunale Herrschaftsausübung ab Oktober 1940: Die Einführung der ›Deutschen Gemeindeordnung‹ Kein Zugriff
- 3.2.1 Elsässer als Bürgermeister von Dörfern Kein Zugriff
- 3.2.2 »Altelsässer« als (Ober-)Stadtkommissare in den Städten Kein Zugriff
- 3.3.1 Rahmenbedingungen der Interaktion im Rathaus Kein Zugriff
- 3.3.2 Begegnungen mit dem Gemeindeleiter als Akteur der Repression Kein Zugriff
- 3.3.3 Der Gemeindeleiter als Interessenvertreter in Zeiten des Krieges Kein Zugriff
- 3.3.4 (Ober-)Stadtkommissare und Bürgermeister als »Fürsprecher« gegenüber »unzuverlässigen« Mitarbeitenden? Kein Zugriff
- 3.4.1 Die Funktion der Gemeinderäte gemäß der ›Deutschen Gemeindeordnung‹ Kein Zugriff
- 3.4.2 Auswahl und Merkmale der Ratsherren und Gemeinderäte Kein Zugriff
- 3.4.3 Die praktische Ratsarbeit: Mitwirkung an Herrschaft und Repression Kein Zugriff
- 3.5 Zwischenfazit Kein Zugriff
- 4.1 Aufbau von Opferring und NSDAP als komplementäre Organisationen Kein Zugriff
- 4.2.1 Die 1940 berufenen Ortsgruppenleiter im biografischen Vergleich Kein Zugriff
- 4.2.2 Wege ins Amt Kein Zugriff
- 4.2.3 Gewaltvolle Interaktionen der Ortsgruppenleiter mit der Bevölkerung Kein Zugriff
- 4.3.1 Wer waren die elsässischen Blockleiter ? Kein Zugriff
- 4.3.2 Bedrohungsgefühl durch den omnipräsenten Kontrolleur Kein Zugriff
- 4.4.1 Täuschung, Anwerbungsdruck und eigensinnige Motive zum Parteibeitritt Kein Zugriff
- 4.4.2 »Aktivierung« der Parteimitglieder: Rigoroser Ausschluss bei Inaktivität? Kein Zugriff
- 4.4.3 Auszeichnung durch Aufnahme in die NSDAP Kein Zugriff
- 4.5.1 Rekrutierungsmechanismen und eigensinnige Logiken elsässischer Frauenschaftsmitglieder Kein Zugriff
- 4.5.2 Austausch, Mobilisierung, Disziplinierung: Organisierte Frauen an der »Heimatfront« im Elsass Kein Zugriff
- 4.6.1 Der Eigensinn der Sammelnden Kein Zugriff
- 4.6.2 Die politische Bedeutung der Sammelergebnisse: Stimmungsbarometer und Gradmesser der »Durchherrschung« Kein Zugriff
- 4.6.3 Elsässische Anpassungsstrategien im Umgang mit der Spendenpflicht Kein Zugriff
- 4.6.4 Strategien von Regimeakteur:innen zur Steigerung der »Gebefreudigkeit« Kein Zugriff
- 4.6.5 Gewalt als legitime Sanktion gegen Spendenunwillige? Die Wollsachensammlung in Molsheim (Januar 1942) Kein Zugriff
- 4.7 Zwischenfazit Kein Zugriff
- 5.1.1 Anpassungsstrategien und Handlungsspielräume der Pfarrer Kein Zugriff
- 5.1.2 Ehrenamtliche und Regimeakteur:innen: Zwischen korrektem Umgang und Anfeindung Kein Zugriff
- 5.1.3 Die gescheiterte Kirchenaustrittskampagne im Elsass Kein Zugriff
- 5.2.1 Freiwillige Kirchenbeiträge statt Kirchensteuer Kein Zugriff
- 5.2.2 Kirchliche Spendenaktionen als Bedrohung für das staatliche Sammlungsmonopol Kein Zugriff
- 5.3.1 Erzwungene Transformation kirchlicher Räume in Räume der Partei Kein Zugriff
- 5.3.2 Radikale gesetzliche Neuregelung: Aushandlungsversuche zwischen politischem Druck und der Behauptung kirchlicher Interessen Kein Zugriff
- 5.4.1 Gottesdienste: Zwang zur Entscheidung zwischen Kirche und Partei Kein Zugriff
- 5.4.2 Prozessionen: Unter Auflagen weiterhin gestattet Kein Zugriff
- 5.5 Zwischenfazit Kein Zugriff
- 6.1.1 Das Rationierungssystem: Von Privilegien für »Volksgenossen«, Mangel und neuen Ungleichheiten Kein Zugriff
- 6.1.2 In den Geschäften und auf dem Wochenmarkt: Wartezeiten, Mangel und Misstrauen Kein Zugriff
- 6.2.1 Tradierte Formen der Selbsthilfe: Kleingärten und Kleintierhaltung Kein Zugriff
- 6.2.2 Mutige Strategien in der Grauzone: »Hamsterfahrten« und Tauschhandel Kein Zugriff
- 6.2.3 Verstöße von Regimeakteur:innen gegen die Rationierungsbestimmungen Kein Zugriff
- 6.3.1 Elsässische Unterstützung für französische und polnische Kriegsgefangene Kein Zugriff
- 6.3.2 Überlebenswichtige Hilfe für Zwangsarbeiter:innen Kein Zugriff
- 6.4 Zwischenfazit Kein Zugriff
- 7.1 Auflösungserscheinungen ab September 1944 Kein Zugriff
- 7.2 Die Ungleichzeitigkeit der Befreiung Kein Zugriff
- 7.3 Ausblick: Beginn der ›épuration‹ und der wilden »Abrechnung« Kein Zugriff
- 8.1 Potential der Mikrogeschichte Kein Zugriff
- 8.2 Faktische Annexion als Status mit ambivalenten Folgen Kein Zugriff
- 8.3 Mehrwert des Konzepts der »annektierten Gesellschaft« Kein Zugriff
- Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 525 - 526
- Archivkürzel Kein Zugriff Seiten 527 - 527
- Abbildungs- und Tabellenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 528 - 528
- Quellenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 529 - 538
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 539 - 558
- Orts- und Personenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 559 - 562
- Dank Kein Zugriff Seiten 563 - 564
