
Mehrköpfige Wesen in der Bibel und im syrisch-palästinischen Raum
- Autor:innen:
- Reihe:
- Ägypten und Altes Testament, Band 115
- Verlag:
- 2023
Zusammenfassung
Bei der Betrachtung der Quellen, die aus der Region Syrien-Palästina seit dem Chalkolithikum vorliegen und die Wesen mit mehr als einem Kopf oder einem Gesicht darstellen oder beschreiben, zeigt sich zweierlei: Zum einen liegen nur wenige Quellen vor und mithin scheinen Wesen mit mehreren Gesichtern oder Köpfen keine größere Rolle im realweltlichen oder mythologischen Bereich in der Region gespielt zu haben, vergleicht man die bezeugten Belege mit anderen Kulturen des Vorderen Orients. Zum anderen sind aber auch deutliche Neuerungen oder Erfindungen zu erkennen, die die Region unverkennbar von anderen Kulturen, wie z. B. Ägypten, abhebt.
Hinweise auf Mehrköpfigkeit erstrecken sich in der Region Syrien-Palästina vom fünften Jahrtausend bis in die Zeit nach Christi Geburt, während die Mehrgesichtigkeit erst gegen Ende des dritten Jahrtausends erscheint.
Die ältesten Funde aus dem Chalkolithikum stellen mehrere Tiere bzw. deren Köpfe an einem Objekt (wie z. B. einer Krone oder einem Stab) dar. Es ist anzunehmen, dass sich von diesen Objekten ausgehend die Mehrköpfigkeit von Göttern entwickelte.
Die frühesten Ausformungen doppelköpfiger Tiere wurden aus der Natur entlehnt und in den folgenden Jahrhunderten in den göttlichen Bereich erhoben.
Manche der aus der Bibel bekannten mehrköpfigen oder mehrgesichtigen Wesen lassen sich, wie auch viele der anderen Funde aus dem syrisch-palästinischen Raum, auf mesopotamische Vorbilder oder allgemein bekannte Darstellungen zurückführen.
Die siebenköpfige Schlange kann als Götterfeind par excellence begriffen werden, die in vielen schriftlichen Belegen und Abbildungen bezwungen wird und im gesamten östlichen Mittelmeerraum bekannt war. Von Mesopotamien ausgehend ist sie über ugaritische Quellen bis hin zur Offenbarung des Johannes und koptische Quellen bekannt, wobei die Siebenzahl der Ausdruck für das Böse insgesamt ist.
Mehrköpfigkeit ist einerseits ein Zeichen von Macht, aber auch des Chaos und des Bösen.
Die Vervielfältigung der Köpfe ist ein Ausdruck von Macht: der Kampf eines Gottes mit einem Wesen mit multiplen Köpfen wie dessen Bezwingung lässt das Ringen in einem völlig anderen Licht erscheinen, als wenn der Feind nur einen Kopf hätte.
Schlagworte
Publikation durchsuchen
Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2023
- Copyrightjahr
- 2023
- ISBN-Print
- 978-3-96327-198-4
- ISBN-Online
- 978-3-96327-199-1
- Verlag
- Zaphon, Münster
- Reihe
- Ägypten und Altes Testament
- Band
- 115
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 174
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort Kein Zugriff
- Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff
- 1 Einleitung Kein Zugriff Seiten 1 - 3
- 2.1 Eingrenzung der Materialbasis und des Vergleichsmaterials Kein Zugriff
- 2.2.1 Ein Kopf mit mehreren Gesichtern Kein Zugriff
- 2.2.2 Zwei Köpfe Kein Zugriff
- 2.2.3 Drei Köpfe Kein Zugriff
- 2.2.4 Zusammenfassung Kein Zugriff
- 3.1 Objekte aus dem Chalkolithikum Kein Zugriff
- 3.2 Objekte aus der Frühbronzezeit Kein Zugriff
- 3.3 Von der Mittelbronzezeit zum ersten vorchristlichen Jahrtausend Kein Zugriff
- 3.4 Zusammenfassung Kein Zugriff
- 4.1.1 Das Buch Ezechiel Kein Zugriff
- 4.1.2 Das Buch Daniel Kein Zugriff
- 4.1.3 Psalm 74 Kein Zugriff
- 4.1.4 Die syrische Pešitta Kein Zugriff
- 4.1.5 Zusammenfassung Kein Zugriff
- 4.2.1 Überlieferung Kein Zugriff
- 4.2.2 Interpretationen in der Forschung Kein Zugriff
- 4.2.3.1 Mesopotamische Quellen Kein Zugriff
- 4.2.3.2 Ugaritische Quellen Kein Zugriff
- 4.2.3.3 Ägyptische Quellen Kein Zugriff
- 4.2.3.4 Syrische und koptische Quellen Kein Zugriff
- 4.2.4 Zusammenfassung Kein Zugriff
- 5 Exkurs: Biblische Wesen mit mehreren Köpfen im Mittelalter Kein Zugriff Seiten 93 - 97
- 6 Résumé Kein Zugriff Seiten 98 - 101
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 102 - 129
- Abbildungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 130 - 133
- Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 134 - 134
- Götter und Wesen mit mehreren Gesichtern und Köpfen Kein Zugriff
- Anzahl der Gesichter und Häupter Kein Zugriff
- 1. Quellen Kein Zugriff
- 2. Namen Kein Zugriff
- 3. Sachindex Kein Zugriff
- Farbabbildungen Kein Zugriff Seiten 147 - 162





