
Der Schleier der Erinnerung
Grundzüge einer historischen Memorik- Autor:innen:
- Reihe:
- Beck'sche Reihe, Band 6022
- Verlag:
- 2012
Zusammenfassung
Erinnern und Vergessen sind grundlegende Prozesse menschlichen Lebens. Wie weit aber reicht die verformende Kraft des Gedächtnisses tatsächlich? Die moderne Geschichtswissenschaft hat sich der Frage bisher kaum gestellt, obschon die Mehrzahl der historischen Quellen auf Gedächtnisleistungen beruht. Die Unzuverlässigkeit des menschlichen episodischen Gedächtnisses erweist sich schon im Hinblick darauf, wie fehlerhaft es die Sachdaten eines Geschehens, den Ort, die Zeit, die daran Beteiligten erinnert und festhält. Diese Unzuverlässigkeit erfordert neue methodische Überlegungen und Zugänge für die historische Quellenkritik.
Johannes Fried erläutert in diesem Buch die Ergebnisse moderner Kognitionswissenschaften und konfrontiert sie mit ausgewählten Beispielen der modernen und mittelalterlichen Geschichte. Sein Ergebnis: Vergangenheit wird in der Gegenwart stets neu geschaffen; unbewußt konstruiert aus unterschiedlichen Elementen erinnerten Geschehens. Wesentlich geprägt durch die Erfordernisse der jeweiligen Gegenwart entstehen scheinbar stimmige Vergangenheitsbilder, die doch in ihren elementaren Aussagen erheblich vom tatsächlich Geschehenen abweichen können. Jede Erinnerung und damit jede Quelle ist deshalb auf ihre Gegenwart hin zu befragen, um sie beurteilen zu können. Am Ende stehen neue Regeln für den Umgang mit Geschichte.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2012
- ISBN-Print
- 978-3-406-63175-7
- ISBN-Online
- 978-3-406-63176-4
- Verlag
- C.H.BECK Literatur - Sachbuch - Wissenschaft, München
- Reihe
- Beck'sche Reihe
- Band
- 6022
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 512
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 12
- 1.1 Einleitung: Wahrnehmung, Erinnerung, Wissen und Wirklichkeit Kein Zugriff
- 1.2 Der erste Fall: Ein Präsidentenberater Kein Zugriff
- 1.3 Der zweite Fall: Zwei Physiker Kein Zugriff
- 1.4 Der dritte Fall: Ein Philosoph im kulturellen Leben Kein Zugriff
- 1.5 Der vierte Fall: Ein Fürst Kein Zugriff
- 1.6 Konsequenzen: Irritation der Wirklichkeit durch Erinnerung Kein Zugriff
- 1.7 Primäre und sekundäre Verformungsfaktoren des Gedächtnisses Kein Zugriff
- II. Das Schweigen der Forschung: Die Mediävistik als Beispiel Kein Zugriff Seiten 57 - 79
- 3.1 Gedächtnistypen Kein Zugriff
- 3.2 Vom Individuum zum Kollektiv: Kulturelle Transmission des Wissens Kein Zugriff
- 3.3 Ethologie und kognitive Verhaltensforschung Kein Zugriff
- 3.4 Ein kurzer Blick in die Evolution des Gedächtnisses Kein Zugriff
- 3.5.1 Wahrnehmung und Bewußtsein Kein Zugriff
- 3.5.2 Die Wirklichkeitsversuche William Sterns Kein Zugriff
- 3.5.3 Psychische Konditionierung der Erinnerungen Kein Zugriff
- 3.5.4 Vergessen Kein Zugriff
- 3.6.1 Zur Vorgeschichte der Fragestellung Kein Zugriff
- 3.6.2 Neuronale Grundlagen des Gedächtnisses Kein Zugriff
- 3.6.3 Reiz- (Informations-)Verarbeitung des Hirns und neuronale Netze Kein Zugriff
- 3.6.4 Die Arbeitsweise des Gedächtnisses Kein Zugriff
- 3.7 Sprache als Stabilisator der Erinnerung Kein Zugriff
- 3.8 Wirklichkeit und Sprache Kein Zugriff
- 3.9 Gedächtnis als konstruktiver Prozeß Kein Zugriff
- 3.10 Die Wahrnehmung – ein Erinnerungsprozeß Kein Zugriff
- 3.11 Neurokulturelle Gedächtnisforschung Kein Zugriff
- 3.12 Ergebnisse und Folgerungen für die geschichtswissen-schaftliche Praxis Kein Zugriff
- 4.1.1 Venedigs Sieg über Friedrich Barbarossa Kein Zugriff
- 4.1.2 Karl der Große: Ein heiliger Kaiser? Kein Zugriff
- 4.2 Die schwierige Suche nach erinnerter Wirklichkeit Kein Zugriff
- 5.1.1 Der Grenzstein von Marzano Kein Zugriff
- 5.1.2 Ein Streit um das Val di Lago di Bolsena Kein Zugriff
- 5.1.3 Der Prozeß um die Grafschaft im Val Blenio Kein Zugriff
- 5.2.1 Dhuoda Kein Zugriff
- 5.2.2 Thietmar von Merseburg Kein Zugriff
- 5.2.3 Hermann der Lahme Kein Zugriff
- 5.2.4 Fulco von Anjou Kein Zugriff
- 5.2.5 Lambert von Watterlos Kein Zugriff
- 5.3 Die Irrwege der Erinnerung setzen der Erkenntnis Grenzen Kein Zugriff
- 6.1 Unberechtigte geschichtswissenschaftliche Skepsis gegenüber der Ethnologie Kein Zugriff
- 6.2 Ein Streit um Knochen: Die Mißdeutung des Neandertalers Kein Zugriff
- 6.3 Überschreibungen in den Erinnerungen schriftloser Kulturen Kein Zugriff
- 6.4 Interkulturelle Vergleiche Kein Zugriff
- 6.5 Strukturelle Amnesie Kein Zugriff
- 6.6 Traditionen werden erfunden Kein Zugriff
- 6.7 Stabilisatoren des Gedächtnisses Kein Zugriff
- 7.1 Die Spur der Gedächtnismodulation in historischen Quellen Kein Zugriff
- 7.2 Die Entdeckung der Mündlichkeit Kein Zugriff
- 7.3 Spurensuche im Reich der Mündlichkeit: Die «Germania» des Tacitus Kein Zugriff
- 7.4.1 «Lügenfeld»: Ritual statt Schrift Kein Zugriff
- 7.4.2 Königssalbung: Überschreibungen im kulturellen Gedächtnis Kein Zugriff
- 7.4.3 Die Herkunft der Langobarden: Teleskopie in Aktion Kein Zugriff
- 7.4.4 «Chiavenna»: Ein inversives Implantat? Kein Zugriff
- 7.5.1 «Sagen» Kein Zugriff
- 7.5.2 Die Amaler-Genealogie als Prüfstein Kein Zugriff
- 7.5.3.1 Überlieferung Kein Zugriff
- 7.5.3.2 Verschriftung Kein Zugriff
- 7.5.3.3 Wiederholte Neuschöpfungen Kein Zugriff
- 7.5.3.4 Mutationen der Dietrich-«Sage»: Von der Schrift zur Mündlichkeit Kein Zugriff
- 7.6 Das endlose Fließen mündlicher und schriftlicher Überlieferung im Mittelalter Kein Zugriff
- 8.1 Stabilisierung mündlicher Erinnerung durch die Sprache Kein Zugriff
- 8.2 Grenzen sprachlicher Stabilisierung: Zum Beispiel die irischen «filid» Kein Zugriff
- 8.3 Textstabile und textvariable Überlieferung Kein Zugriff
- 8.4 Autoritatives Gedächtnis Kein Zugriff
- 8.5.1 «Machet einen Zaun um das Gesetz»: Kanon, institutionalisierte Lehre und Gedächtnis Kein Zugriff
- 8.5.2 Moderne Bibelkritik Kein Zugriff
- 8.5.3 Das Vergessen des Nicht-Kanonisierten Kein Zugriff
- 8.6 Die Schrift als modulationsbereiter Stabilisator der Erinnerung Kein Zugriff
- 8.7 Sophistik, Rhetorik, logisches Denken Kein Zugriff
- 8.8 Die Anfänge der Geschichtsschreibung Kein Zugriff
- 8.9 Nur eine begrenzte Leistungskraft der Gedächtnis-Stabilisatoren Kein Zugriff
- 9.1 Chlodwigs Taufe Kein Zugriff
- 9.2 Wer war Benedikt von Nursia? Kein Zugriff
- 9.3 Resümee Kein Zugriff
- 10.1 Auch Historiker vergessen Kein Zugriff
- 10.2 Die Kulturwissenschaften sind auf interdisziplinäre Gedächtnisforschung angewiesen Kein Zugriff
- 10.3.1 Der Anfangsverdacht gegen Erinnerungszeugnisse Kein Zugriff
- 10.3.2 Erste methodische Postulate Kein Zugriff
- 10.3.3 Kalkulation der Gedächtnismodulation Kein Zugriff
- 10.4 Erkenntnisgewinn durch Gedächtniskritik Kein Zugriff
- Nachwort Kein Zugriff Seiten 394 - 398
- Anhang Kein Zugriff Seiten 399 - 400
- Anmerkungen Kein Zugriff Seiten 401 - 447
- Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 448 - 448
- Bibliographie Kein Zugriff Seiten 449 - 505
- Register der Personen, Völker und mythischen Gestalten Kein Zugriff Seiten 506 - 510
- Register der Orte Kein Zugriff Seiten 511 - 512




