
Menschenbeobachtung und Selbstverwaltung
Joseph-Marie de Gérando und das nachrevolutionäre Selbst 1797–1813- Autor:innen:
- Reihe:
- Historische Wissensforschung, Band 23
- Verlag:
- 2023
Zusammenfassung
Eine Wissensgeschichte des autoritären Liberalismus um 1800 und der Formierung seines administrativen, ökonomischen und moralischen Subjekts. Joseph-Marie de Gérando (1772-1842) ist ein schillernder und kaum erforschter Akteur des Staatsumbaus am Ende der 1. Französischen Republik. Sein rasanter akademischer und administrativ-politischer Aufstieg zwischen 1797 und 1813 ermöglicht Einblicke in eine Geschichte der aufklärerischen Menschenwissenschaft, die deren Kontinuität mit dem autoritären Liberalismus des napoleonischen Kaiserreichs ebenso herausarbeitet wie ihre Funktion bei der Herausbildung neuer Wissensfelder zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wie der Verwaltungs- und Wohlfahrtswissenschaft. Mittelpunkt dieser Geschichte ist die Figur des Selbst und die Praxis des Selbst-Wissens, die Gérando gegen das politische Subjekt der Revolution, den Citoyen, in Stellung brachte. Ausgestattet mit den Instrumentarien der Mikrogeschichte und der Historischen Epistemologie liefert Martin Herrnstadt eine integrierte Analyse von philosophischer Begriffsarbeit, staatlicher sowie ökonomischer Wissensproduktion und administrativer Praxis, die neue Perspektiven auf die epistemologischen wie politischen Dimensionen der nachrevolutionärer Gesellschaftstransformation um 1800 eröffnet.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2023
- ISBN-Print
- 978-3-8353-5424-1
- ISBN-Online
- 978-3-8353-8401-9
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Reihe
- Historische Wissensforschung
- Band
- 23
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 398
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 12
- 1 Epistemologien und Politiken der Menschenwissenschaft: Die historiographische Ausgangsfrage dieser Arbeit Kein Zugriff
- 2 Lebensläufe und Denkformationen: Anmerkungen zur Methode Kein Zugriff
- 3 Joseph-Marie de Gérando und die Anfänge nachrevolutionärer Menschenwissenschaft 1797–1813 Kein Zugriff
- 4 Historische und politische Epistemologie: Aufbau der Arbeit Kein Zugriff
- 1 Sprache und Revolution Kein Zugriff
- 2 Semiotische Regeneration des Menschen: Von der patriotischen Grammatik zur ›Idéologie‹ Kein Zugriff
- 3 Erkenntnistheoretische Grundlagen der revolutionären Sprachdebatten Kein Zugriff
- 4 Vom »Mythos der ›episteme‹« zur epistemischen Pluralität Kein Zugriff
- 1 Vom neuen Menschen zur Versöhnung der Differenzen: Gérandos Emigrantenphilosophie Kein Zugriff
- 2 Exil als intellektuelle, kulturelle und stilistische Ressource: Gérandos Parcours 1793–1800 Kein Zugriff
- 3 Sprachkritik: ›Des signes ou de l’art de penser‹ als Intervention in den Sprachdiskurs der Revolution Kein Zugriff
- 4 Grenzen der Analyse: Begründung der analytischen Methode auf dem Bewusstsein geistiger Kraft Kein Zugriff
- 5 Versöhnung als philosophische Strategie: Die Ethik der Wohltätigkeit und der Eklektizismus der Methode Kein Zugriff
- 1 »Epoche der Observation« und die Produktion nachrevolutionärer Ordnung Kein Zugriff
- 2 Der 18. Brumaire des Joseph-Marie de Gérando: Menschenbeobachtung und das Ende der Revolution Kein Zugriff
- 3 Das Zu-sich-Kommen des moralischen Menschen: Das Wolfskind als Modell nachrevolutionärer Freiheit Kein Zugriff
- 4 Geschichte der Beobachtung und die ›Société des observateurs de l’homme‹ Kein Zugriff
- 5 Zwischenfazit: Das Theater des Selbst und die Politik der Menschenbeobachtung um 1800 Kein Zugriff
- 1 Nachrevolutionärer Assoziationismus und die Selbstbegrenzung des Staates Kein Zugriff
- 2 Die moralisch-ökonomische Produktivität des Einzelnen als administratives Problem, 1760–1800 Kein Zugriff
- 3 »Reich des Selbst« und zentrale Regulation: Der Staatskapitalismus des Brumaire Kein Zugriff
- 1 In Verteidigung der Republik: Menschenwissenschaft und die Legitimität autoritärer Exekutive nach dem Brumaire Kein Zugriff
- 2 Die Ermächtigung der Verordnungsgewalt: Rechtshorizont und Handlungsraum des nachrevolutionären Selbst Kein Zugriff
- 3 Imperiale Expansion und Integration lokaler Macht: Gérando und die florentinische Junta 1808–1809 Kein Zugriff
- 4 Von der Regierung der Freiheit zur Verwaltung der Latitüden: Administrative Spielräume und die Vermittlung zwischen Zentralisierung und Selbstverwaltung Kein Zugriff
- 1 Verwaltung als Wissenschaft nach 1799 Kein Zugriff
- 2 Erkenntnispolitik des Zentrums: Gérando und die Debatte um das ›Bureau de Statistique‹ (1801–1812) Kein Zugriff
- 3 Vom Zugrundegehen einer administrativen Utopie: Katalonien 1812/13 oder das Trauerspiel des »guten Willens« Kein Zugriff
- 1 Von der Kritik der Beobachtung zum Assoziationismus: Gérando und das nachrevolutionäre Selbst Kein Zugriff
- 2 Ungleichheitsordnungen, schwierige Freiheit und der ›Todesschlaf‹ des Liberalismus Kein Zugriff
- Abkürzungen Kein Zugriff Seiten 344 - 344
- 1 Archive Kein Zugriff
- 2 Quellen Kein Zugriff
- 3 Forschungsliteratur Kein Zugriff
- Namensregister Kein Zugriff Seiten 392 - 398




